Video: Museumsschiff "Peking" bekommt neue Ausstattung (3 Min)

Großsegler "Peking": Hamburg ist sein Heimathafen

Stand: 01.07.2026 09:55 Uhr

Am 22. Juni 1911 startet die "Peking" ihre erste Reise. Bis 1932 segelt der Frachtsegler über die Meere. Von 1974 an liegt die "Peking" als Museumsschiff in New York. Seit 2020 ist sie zurück in ihrem Heimathafen.

"Das ist maritime Geschichte, die ins Herz des Hamburger Hafens zurückkehrt", erklärt Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) bei der Rückkehr der "Peking" nach Hamburg am 7. September 2020. Der einstige Frachtsegler wird aufwendig restauriert und kann inzwischen auf geführten Rundgängen besichtigt werden (mittwochs bis sonntags). Die Führung dauert etwa eine Stunde.

Im Juli 2017 war die Viermastbark nach 85 Jahren in der Fremde aus New York nach Deutschland zurückgeholt worden. In einem schwimmendem Dockschiff überquert der nicht mehr seetüchtige Windjammer den Atlantik und wird in den vergangenen Jahren in der schleswig-holsteinischen Peters Werft in Wewelsfleth restauriert.

Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz

Der Frachtsegler "Peking" ist einer von weltweit nur noch vier existierenden Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz. Außer ihr gibt es nur noch die Schwesternschiffe "Pommern" im finnischen Mariehamn, die "Passat" in Travemünde sowie die ehemalige "Padua". Diese ist heute als russisches Schulschiff "Kruzenshtern" unterwegs und als einziges der vier Schiffe noch voll fahrtüchtig. Ein weiteres Schwesterschiff, die "Pamir", ist 1957 in einem Hurrikan gesunken.

Schwarzweiß-Aufnahme der Stahlbark "Peking" in der Elbmündung, im Hintergrund ein Dampfschiff.
29 Bilder

Späte Rückkehr: Geschichte der "Peking" in Bildern

"Peking" gebaut für den Überseehandel

Erbaut wird die "Peking" bei der Hamburger Werft Blohm + Voss, wo sie am 25. Februar 1911 vom Stapel läuft. Mit 115 Metern Länge ist sie damals eines der größten Segelschiffe der Welt. Zu ihrer Jungfernfahrt startet sie am 22. Juni 1911. Von Hamburg aus geht nach nach Valparaiso in Chile. Dort trifft die "Peking" am 14. September 1911 ein. Weil der Panamalkanal damals noch nicht fertig gebaut ist, führt der Weg des Großseglers um die Südspitze Südamerikas herum - Kap Hoorn.

Die Großsegler "Priwall" , "Padua" und "Peking" 1928 im Hamburger Hafen
Drei Flying-P-Liner liegen 1928 hintereinander im Hamburger Hafen: die "Priwall", die "Padua" und - ganz hinten - die "Peking".

Ab 1912 wird die stählerne Bark, die rund 5.300 Tonnen Ladung transportieren kann, im Salpeter-Handel mit Chile eingesetzt, doch dort bereits kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 festgesetzt.

Nach Kriegsende kommt die "Peking" zunächst nach London, 1921 dann als Reparationszahlung nach Italien. Von dort kauft die Reederei F. Laeisz das Schiff zwei Jahre später zurück und setzt es erneut als Frachtsegler auf der Hamburg-Chile-Route ein. Insgesamt 34 Mal umrundet das Schiff das legendäre Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas. Auf einer dieser Reisen filmt der Abenteurer und Dokumentarfilmer Irving McClure Johnson im Jahr 1929 die spektakuläre Umseglung des Kaps unter extrem stürmischen Bedingungen - ein beeindruckendes historisches Dokument.

Von Hamburg erst nach England

3. März 1975: Das Segelschiff "Arethusa" (wieder in "Peking" umbenannt"), das 40 Jahre lang als Schulschiff auf dem Medway in der Nähe von Rochester vor Anker lag, wurde zur Reparatur nach Woolwich geschleppt, bevor es seine Reise nach New York antritt, wo es als schwimmendes Museum dienen soll.
In England trägt das Schiff den Namen "Arethusa".

Doch die Konkurrenz durch die Dampfschifffahrt wächst, die Frachtsegler sind immer weniger rentabel. Zusätzlich macht die Wirtschaftskrise der Reederei Anfang der 1930er-Jahre zu schaffen. 1932 trennt sie sich von der "Peking" und verkauft das Schiff nach England. Dort liegt es unter dem neuen Namen "Arethusa" als stationäres, also nicht mehr fahrendes Schulschiff im ostenglischen Upnor vor Anker. Während des Zweiten Weltkriegs wird es zwischenzeitlich von der britischen Navy nach Westengland gebracht, liegt aber ab 1945 wieder in Upnor. Da das Schiff nicht mehr in See sticht, wird es im Gegensatz zu etlichen anderen Großseglern weder mit einem Motor ausgestattet noch in anderer Weise modernisiert.

Mehr als 40 Jahre in New York

6. Juni 1975: Das Viermast-Segelschiff "Peking", ehemals Schulschiff "Arethusa" von Shaftesbury Homes, wurde nach einer Überholung für seine neue Atlantiküberquerung nach New York von der Blackwall-Werft von R & H Green und Silley Weir abgeschleppt.
Über die Jahre verfällt die "Peking" in New York.

1974 verkaufen die britischen Eigner das Schiff an das South Street Seaport Museum nach New York. Dort liegt es unter seinem ursprünglichen Namen "Peking" mehr als 40 Jahre als Museumsschiff auf dem East River. Da das Museum für die Restaurierung der Viermastbark kein Geld übrig hat, verfällt die "Peking" über die Jahre zusehends.

Zur Restaurierung drei Jahre in Wewelsfleth

Das Museumsschiff "Peking" liegt am 24.10.2012 am South Street Seaport in New York.
Mehr als 40 Jahre lang lag die "Peking" in Manhattan vor Anker.

2002 verhandeln Mitglieder des Vereins "Peking-Freunde" erstmals mit dem Museum in New York über eine Rückführung des Schiffs nach Hamburg. Doch das Museum fordert erst einen sehr hohen Kaufpreis, dann fehlen Geldgeber für die dringend notwendige Restaurierung.

Im Frühjahr 2015 kündigt das Museum an, der Liegeplatz der "Peking" werde geräumt - und will das Schiff verschenken. Daraufhin kommt Bewegung in die Sache. Der Bund erklärt sich schließlich bereit, rund 26 Millionen Euro für den Transport des Schiffes nach Deutschland, seine Restaurierung sowie die Einrichtung eines Liegeplatzes im Hamburger Hafen zur Verfügung zu stellen. Im Sommer 2017 wird die "Peking" per Dockschiff nach Deutschland überführt. Am 2. August 2017 erreicht sie die Peters-Werft in Wewelsfleth bei Brunsbüttel. Dort wird sie aufwendig für insgesamt 38,5 Millionen Euro restauriert. Nach zwei Jahren verlässt sie frisch lackiert das Trockendock. Im Mai 2020 sind auch die restlichen Restaurierungsarbeiten abgeschlossen.

Liegeplatz gegenüber der Elbphilharmonie geplant

Die historische Viermastbark "Peking" ist am 7. September 2020 im Hamburger Hafen.
Im September 2020 kommt die "Peking" zurück nach Hamburg.

Am 7. September 2020 absolviert die "Peking" ihre vorerst letzte Reise: Von der Werft in Wewelsfleth wird die historische Viermastbark nach Hamburg verholt - zurück in ihren Heimathafen und empfangen von zig Begleitschiffen, mit Wasserfontänen und einem Typhonkonzert. An ihrem vorläufigen Liegeplatz am Bremer Kai im Hansahafen wird der Großsegler für die Nutzung als Museum ausgerüstet. So hat das Schiff etwa im Dezember 2023 einen originalgetreuen Anker bekommen, der vom Schwesterschiff "Pamir" stammt.

Ihren endgültigen Liegeplatz soll die "Peking" später gegenüber der Elbphilharmonie erhalten. Dort wird der Segler zu einem der zentralen Objekte des Deutschen Hafenmuseums auf dem Kleinen Grasbrook.

Video: Faszinierende Einblicke in den Hamburger Hafen (45 Min)
Der Frachtsegler "Peking" auf dem Wasser.

Sie waren die schnellsten Frachtsegler, die je gebaut wurden - die legendären "Flying-P-Liner" der Hamburger Laeisz-Reederei.

Das Segelschiff "Peking".

Zwei Jahre lang wurde die Viermastbark ausgebaut. Ob Kapitänssalon, Kombüse oder Kajüten - die Wiederherstellung hatte ihre Tücken.

Moderatorin Dina Hille auf der "Peking".

Comebacks in Hamburg - die Viermastbark Peking, ein Traditionsgeschäft für Fisch, die Sportart Croquet, alles wieder da.

Blick aus der Vogelperspektive auf einen größeren, historischen Dreimaster, der im Hamburger Hafen liegt.

Am 30. März startet das Deutsche Hafenmuseum am Standort Schuppen 50A in die neue Saison.

Die Viermastbark Sedov

Traditionsschiffe sind die Höhepunkte bei Hafenfesten. Wir stellen unter anderem geschichtsträchtige Großsegler und Dampfschiffe vor.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen/Hamburg Journal | 28.04.2026 | 19:30 Uhr, NDR Fernsehen/Rund um den Michel | 02.05.2026 | 18:00 Uhr --- Online-Beitrag zuerst veröffentlicht am 02.05.2026 | 19:45 Uhr

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