Terror der RAF

Ein fünfseitiges Schreiben der Rote Armee Fraktion (RAF) traf am 13. April 1992 im Bonner Büro der Nachrichtenagentur AFP in Bonn ein.

Ihre Ursprünge liegen in der 68er-Bewegung. Dann entwickelt sich die RAF zur brutalsten Terrorgruppe der Republik. Nach fast 30 Jahren löst sie sich 1998 auf.

Hanns Martin Schleyer in der Gewalt der RAF.

Ab den 70ern halten Terroranschläge der RAF die Bundesrepublik in Atem, es gibt Tote. Im "Deutschen Herbst" 1977 eskaliert die Lage.

Kriminalbeamte bei der Spurensicherung am 22. Oktober 1971 im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel

Am 22. Oktober 1971 stirbt der Zivilbeamte Norbert Schmid in Hamburg. Der mutmaßliche Todesschütze wird dafür nie verurteilt.

Die Angeklagten Wolfgang Grundmann (l.) Manfred Grashof (m.) und Klaus Jünschke verlassen am 2.9.1975 das Gerichtsgebäude in Kaiserslautern.

Bei einer Fahndung nach RAF-Terroristen in Hamburg wird am 2. März 1972 der Leiter der Sonderkommission niedergeschossen.

Ulrike Meinhof, deutsche Journalistin und RAF-Mitglied

Sie galt als Stimme der ersten Generation der RAF. Um ihren Tod im Gefängnis Stuttgart-Stammheim am 9. Mai 1976 ranken sich Spekulationen.

Gudrun Ensslin im Hamburger Polizeipräsidium nach ihrer Festnahme am 7.6.1972.

Eine Pistole in der Tasche verrät sie: 1972 wird RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, geboren am 15. August 1940, in Hamburg festgenommen.

Eine Frau wird von einem Polizisten am Arm in einen Raum geführt.

Am 15. Juni 1972 erhält die Polizei in Hannover einen Tipp und greift zu: Bei der Festnahme ist die RAF-Terroristin schwer bewaffnet.

Politik und Proteste

Der Kniefall von Willy Brandt vor Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau (1970)

Als Kanzler setzt sich Willy Brandt für die Verständigung mit Osteuropa ein und erhält dafür 1971 den Friedensnobelpreis. Innenpolitisch bringt ihn der Entspannungskurs fast zu Fall.

Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) mit Günter Guillaume (links mit Brille) bei einer Veranstaltung am 08.04.1974 in Helmstedt.

Am 24. April 1974 wird Günter Guillaume als DDR-Spion verhaftet. Der folgenden Medienkampagne ist der Kanzler nicht gewachsen. Er tritt am 6. Mai zurück.

Der unterlegene SPD-Kandidat Helmut Kasimier (l) und SPD-Sozialminister Helmut Greulich (r) nach der Wahlniederlage in Hannover am 15.1.1976

Es ist alles gut geplant, doch es wird ein Debakel. 1976 scheitern SPD und FDP in Niedersachsen bei der Wahl eines neuen Regierungschefs. Die Ära Albrecht beginnt.

Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) bei einer Pressekonferenz am 22. Februar 1977 in Hannover.

Im Februar 1977 verkündet Ministerpräsident Ernst Albrecht die Entscheidung, in Gorleben ein atomares Endlager zu bauen. Heute ist die Diskussion wieder da, wo sie vor 40 Jahren war.

Anti-Atomkraft-Demonstranten am 31. März 1979 in Hannover.

Zehntausende Bürger beteiligen sich am 31. März 1979 in Hannover an einer der größten Anti-Atom-Demonstrationen der Nachkriegsgeschichte.

Am 19. März 1977 wird der Ort Grohnde bei Hameln schlagartig bekannt. Wegen des geplanten AKW kommt es zwischen Demonstranten und Polizisten zu einer wahren Schlacht.

Das Archivbild vom 25. Juli 1978 zeigt das Loch in der Mauer des hochgesicherten Gefängnisses in Celle.

1978 detoniert eine Bombe an der Celler Gefängnismauer. Ein Terroranschlag? Nein, am 25. April 1986 wird bekannt, dass das Ganze staatlich inszeniert war.

Deponie Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern 1993

Auf dem Ihlenberg in Mecklenburg lagerte der Westen schon zu DDR-Zeiten Giftmüll. Am 30. Januar 1979 wurde der Bau der Müllkippe beschlossen.

Wirtschaft und Verkehr

Der sonst stark befahrene BAB-Abzweiger kurz vor Hamburg ist während des Fahrverbotes am 25. November 1973 wie ausgestorben. Wegen der anhaltenden Ölkrise wurde an diesem Tag zum ersten Mal in Deutschland ein sonntägliches Fahrverbot verhängt. Weitere Sonntagsfahrverbote folgten am 2. und 9. Dezember 1973.

Leere Autobahnen: 1973 werden sie zum Symbol einer Krise, mit der die meisten Deutschen im Wirtschaftsboom kaum mehr gerechnet hatten.

Erich Honecker, Erster Sekretär der SED, auf dem 8. SED-Parteitag am 15. Juni 1971

1971 verspricht Erich Honecker der DDR bessere Lebensbedingungen. Doch die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" funktioniert auf Dauer nicht.

Die erste Drogerie von Dirk Roßmann in der Jakobistraße in Hannover

Am 17. März 1972 eröffnet Dirk Roßmann in Hannover seinen ersten Drogeriemarkt - es ist der erste dieser Art in Deutschland.

Blick vom Leitstand auf das Eidersperrwerk kurz vor der Eröffnung im Jahr 1973 (historische Aufnahme).

Mit der Einweihung 1973 endet die Bedrohung durch Sturmfluten im Hinterland der Eider. Doch der Bau verändert auch die Natur, wie eine Doku zeigt.

Kattwykbrücke im Hamburger Hafen (2006)

Als sie 21. März 1973 eröffnet wird, ist sie die größte Hubbrücke der Welt. 2020 hat sie eine noch etwas größere Schwester bekommen.

Ein blumengeschmückter S-Bahn-Zug mit Hamburg-Fahne. Helga Feddersen steht auf dem Bahnsteig, der Lokführer schaut aus der Tür.

Züge unten, Schiffe oben: 1973 ging in Hamburg das viergeschossige Nahverkehrs-Drehkreuz Jungfernstieg mit der neuen Linie U2 ans Netz, wenig später auch die City-S-Bahn.

Am 19. Januar 1978 ist im Emder VW-Werk der letzte in Deutschland produzierte Käfer vom Band gerollt. Das Kult-Auto hatte für den Standort in Ostfriesland eine enorme Bedeutung.

Unglücke und Katastrophen

Schneechaos Norddeutschland Winter 1978/79: Helfer der NVA auf der Autobahn.

Extreme Schneefälle mit meterhohen Verwehungen und klirrende Kälte stürzen den Norden ins Chaos - ab dem 13. Februar 1979 erneut.

Das Wrack des am 6. September 1971 bei Hasloh verunglückten Charterflugzeuges vom Typ "BAC 1-11" der Chartergesellschaft Paninternational

Dutzende Urlauber freuen sich am 6. September 1971 in Hamburg auf ihren Flug nach Málaga. Für 22 Menschen wird es eine Reise in den Tod.

Fotos vom Barkassenunfall im "Hamburger Abendblatt" von 1972

Am 15. Februar 1972 prallen im Hamburger Hafen zwei Schiffe zusammen. Die Barkasse "Cäsar II" versinkt, 17 Menschen ertrinken.

Ein Feuerwehrmann am 13. August 1975 bei Gorleben vor einem Flammenmeer.

Ab dem 8. August 1975 wüten in der Südheide und im Wendland verheerende Brände. Erst nach zehn Tagen wird der Katastrophenalarm aufgehoben.

Zerstörte Schließfachanlage am Hamburger Hauptbahnhof nach einem Bombenanschlag am 13. September 1975

Elf Menschen werden verletzt, als am 13. September 1975 im Hamburger Hauptbahnhof eine Bombe explodiert. Die RAF distanziert sich davon.

Die Anders Maersk im Januar 1976 in der Werft  Blohm & Voss

Im Maschinenraum des Schiffneubaus "Anders Maersk" explodiert am 9. Januar 1976 ein Dampfkessel. 27 Arbeiter von Blohm + Voss in Hamburg sterben.

Das Archivbild vom 18.07.1976 zeigt den Dammbruch des Elbe-Seitenkanals. Innerhalb weniger Stunden brachte das Unglück Not und Elend für viele Hundert Menschen über die Region um Lüneburg.

Nur 33 Tage nach der Eröffnung kommt es am Elbe-Seitenkanal am 18. Juli 1976 zu einer Katastrophe: Ein Damm bricht, das Wasser überschwemmt das Umland.

Der Frachter "München"

In den 1970er-Jahren war die "München" eins der weltgrößten Frachtschiffe. Am 12. Dezember 1978 sank sie aus ungeklärter Ursache, 28 Menschen starben.

Gesellschaft

Filmproduzent Oswalt Kolle auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Offen über Sex sprechen? In den 60ern und frühen 70ern noch ein Skandal. Oswalt Kolles Bücher und Filme lösen daher Empörung, aber auch Begeisterung aus. Er wird zum Aufklärungspionier.

Szene der US-Sesamstraße mit Ernie (r.) und Bert sowie Will Lee als Mr. Hooper / Herr Huber.

Am 8. Januar 1973 flimmert in Deutschland erstmals die Sesamstraße über den Bildschirm - zunächst als Synchronisation der US-Version.

Ein junges Paar tanzt in einer Discothek (15.01.1974)

Nach jahrelangen Debatten tritt am 1. Januar 1975 ein Gesetz in Kraft, das die bisherige Volljährigkeit um drei Jahre herabsetzt.

Ein Flüchtlingsboot kentert Ende der 70er-Jahre beim Anlegen an die "Cap Anamur". Alle Flüchtlinge konnten gerettet werden.

Am 13. August 1979 startet der Frachter "Cap Anamur" seine erste Hilfsaktion, um in Seenot geratene Flüchtlinge vor Vietnam aufzunehmen.

Anfang der 1970er-Jahre startet in Hamburg-Steilshoop ein soziales Experiment: Arbeiter, Akademiker, Großfamilien und Ex-Knastis ziehen als Mega-WG in einen Plattenbau.

Musik und Kultur

Jimi Hendrix auf der Bühne des "Love + Peace"-Festivals auf Fehmarn 1970.

Vom 4. bis 6. September 1970 nehmen Tausende Hippies am Love & Peace Festival teil. Sie wollen "Gitarrengott" Jimi Hendrix huldigen.

Besucher warten vor dem Eingang zum Musikclub Onkel Pö.

In der Hamburger Kultkneipe traten Jazz- und Rock-Musiker aus aller Welt auf - so etwa Udo Lindenberg, Al Jarreau und U2.

Das Kultur- und Kommunikationszentrum Fabrik in Hamburg-Altona

Im Juni 1971 öffnet in einer ehemaligen Munitionsfabrik in Hamburg-Altona das erste deutsche Kultur- und Kommunikationszentrum. "Kultur für alle" lautet das Ziel.

Der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Dr. Werner Hofmann (r), steht am 30. Juli 1978 während einer Pressekonferenz neben ausgeraubten Bilderrahmen. Bei einem Einbruch in die Hamburger Kunsthalle wurden in der Nacht zum 30. Juli 1978 22 Bilder im Wert von ca. 1,5 Millionen Mark gestohlen.

Ein spektakulärer Kunstraub bringt am 30. Juli 1978 die Hamburger Kunsthalle in Bedrängnis. Hatte der Dieb zu leichtes Spiel?

Udo Lindenberg im Januar 1979 bei den Proben für seine "Dröhnland-Symphonie" in Bremen

Es war ein riesiges Rock-Spektakel: Am 19. Januar 1979 startete Udo Lindenberg seine Revue in Bremen, inszeniert von Theaterregisseur Peter Zadek.

Sport

Blick von der Ostsee auf den Segelhafen von Kiel-Schilksee (1971)

Am 28. August 1972 werden die olympischen Segelwettbewerbe in Kiel eröffnet. Die Stadt wird zum Hotspot des Wassersports. Bald wieder?

Der DDR-Spieler Jürgen Sparwasser (Mitte) jubelt am 22.6.1974 im Hamburger Volksparkstadion nach seinem 1:0 gegen die Bundesrepublik. Am Boden: Torwart Sepp Maier (l.) und Berti Vogts.

Am 22. Juni 1974 gewinnt die DDR gegen das DFB-Team überraschend mit 1:0. DDR-Spieler und -Fans werden dabei total überwacht.

Multimedia-Doku

Kriminalbeamte führen Honka zum Strafjustizgebäude.

Er zerstückelte vier Frauen und versteckte die Leichen in seiner Hamburger Wohnung. Am 17. Juli 1975 wird der Fall enthüllt.

Norddeutsche Geschichte