Politik und Gesellschaft

Protestierende nehmen am 15. April 1963 in Hamburg am Ostermarsch teil.

Der erste Protestmarsch führt 1960 ab Karfreitag in die Lüneburger Heide. Im Kalten Krieg wächst der Protest der Pazifisten zur Massenbewegung heran.

Kernphysiker Hans-Georg Priesmeyer und ein Kollege bei der Arbeit an einer Anlage, undatierte Schwarz-Weiß-Aufnahme.

Lange gilt Atomkraft als Energie der Zukunft. Es gibt zunächst kaum Widerstand - erst in den 70er-Jahren formiert sich Protest.

John F. Kennedy, Willy Brandt, Konrad Adenauer in Berlin am 26. Juni 1963

Chruschtschow-Ultimatum, Mauerbau, Kennedy-Besuch: Krisen und glanzvolle Momente prägen Brandts Bürgermeister-Zeit von 1957 bis 1966.

Teilnehmende eines naturkundlichen Pfingstkurses der Schutzstation Wattenmeer sitzen auf einer Düne.

Gegründet 1962, ist die Schutzstation Wattenmeer mittlerweile eine der wichtigsten Naturschutz-Organisationen in Norddeutschland.

Beginn des Auschwitz-Prozesses 1963 in Frankfurt am Main.

Mit dem Auschwitz-Prozess begann am 20. Dezember 1963 das bis dahin wichtigste deutsche Verfahren gegen NS-Verbrecher. Hunderte Zeugen sagten aus.

Eine Gruppe italienischer Gastarbeiter winkt während eines Aufenthalts auf dem Hauptbahnhof in Hannover aus einem Zug.

Im Wirtschaftsboom der 60er holt die Bundesrepublik weitere ausländische Arbeiter ins Land. Gastfreundschaft schlägt ihnen nicht entgegen.

Eine Gruppe von Studenten demonstriert am 30. Oktober 1962 vor der Frankfurter Hauptwache gegen die Verhaftung von "Spiegel" - Redakteuren mit einem Sitzstreik.

Die Titelgeschichte "Bedingt abwehrbereit" des "Spiegel" führt am 26. Oktober 1962 zur Verhaftung von Redakteuren. Die Empörung ist groß.

Königin Elizabeth II. fährt am 28.05.1965, ihrem letzten Besuchstag in Deutschland, in einem offenen Wagen vom Hamburger Rathaus zum Jungfernstieg.

Hamburg steht Kopf, als Königin Elizabeth II. am 28. Mai 1965 zu Gast ist. So viel Glamour hatten die Hanseaten noch nicht erlebt.

Demonstration gegen den Schahbesuch am 3. Juni 1967 in Hamburg

Als Reza Pahlavi am 3. Juni 1967 nach Hamburg kommt, demonstrieren Tausende friedlich gegen den Autokraten. Die Polizei geht aber brutal vor.

Studenten der Uni Hamburg halten 1967 ein Protest-Banner mit der Aufschrift "Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren" hoch.

Am 9. November 1967 entrollen zwei Jura-Studenten der Uni Hamburg den Spruch, der zur Kampfparole der Studentenbewegung wird.

Polizeifoto der legendären Bankräuberin Gisela Werler - genannt Banklady.

19 Banken überfällt die Hamburgerin in den 60er-Jahren im Norden, die erste am 29. Juli 1965. Medien nennen sie ob ihres eleganten Auftretens "Banklady".

Überreste eines Massengrabs ermorderter Juden in Mirny bei Berditschew in der Ukraine.

Am 9. Februar 1968 werden in Hamburg drei SS-Leute für Verbrechen an der Ostfront verurteilt. Doch keiner der Täter sitzt seine Strafe voll ab.

Eine frühe Ausgabe der St. Pauli Nachrichten

Freie Liebe und Sex vor der Ehe: In den 60ern wird das Schlafzimmer politisch. In Hamburg sorgen die "St. Pauli Nachrichten" für frischen Wind.

Filmproduzent Oswalt Kolle auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Offen über Sex zu sprechen ist in den 60ern noch ein Skandal. Oswalt Kolles Aufklärungsbücher und -filme lösen daher Empörung, aber auch Begeisterung aus. Er wird zum Aufklärungspionier.

Zwei Frauen auf dem Monterey Pop Festival am 17. Juni 1967

Das Jahr 1968 provoziert vielfältige Assoziationen. Die einen denken an Protest und Revolte, andere an ein bewegendes Gefühl des Aufbruchs.

Demonstration gegen Fahrpreiserhöhungen in Hannover 1969.

Straßenbahnen und Busse in Hannover werden ab dem 7. Juni 1969 durch Sitzblockaden und Demos behindert. Autofahrer nehmen Wildfremde mit.

Leben in der DDR

Von bewaffneten Volkspolizisten bewachte Bauarbeiter errichten die Mauer zwischen Potsdamer Platz und Lindenstraße.

13. August 1961: Das DDR-Regime beginnt mit dem Bau der Berliner Mauer. 28 Jahre teilt sie die Stadt in zwei Teile. Ein Dossier.

Ein Junge sitzt auf einem weißen Pfosten zwischen einem Grenzpfahl mit dem Wappen der DDR und einem Schild mit der Aufschrift "Halt Zonengrenze".

Eine Feldblume dient als Namenspatron für eine Aktion, bei der am 3. Oktober 1961 Tausende DDR-Bürger aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere vertrieben wurden.

Jugendliche beim Tanz auf der Berliner Wuhlheide im Mai 1964.

Auch in der DDR entstehen Anfang der 60er Beatgruppen. Doch als sich eine jugendliche Opposition bildet, wird sie niedergeschlagen.

Schriftstellerin Anna Seghers (m), von 1952 bis 1978 Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR, im Januar 1965 mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht (r) und Erich Honecker.

Eigentlich sollte sich das ZK-Plenum der SED 1965 mit Wirtschaftsfragen beschäftigen. Doch es geriet zur Abrechnung mit liberaler Kultur.

Unglücke und Katastrophen

Ein Helfer trägt ein Kind über die überschwemmte Straße nach der Sturmflut 1962

Vom 16. auf den 17. Februar 1962 wütet in Hamburg eine schwere Sturmflut. Deiche brechen, 315 Menschen sterben. Ein Dossier.

Innenaufnahme der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Rostock, Aufnahme von 2018.

Ingeborg Kahl will im Februar 1962 aus der DDR fliehen. Doch ihr Zug kann wegen der Sturmflut nicht weiterfahren. Sie wird festgenommen.

Sanitäter tragen am 7.11.1963 nach dem Bergwerksunglück im niedersächsischen Lengede einen der elf geretteten Bergleute ins Freie.

Am 24. Oktober 1963 werden 129 Kumpel verschüttet. 89 können aus der Grube gerettet werden, die letzten elf erst am 7. November.

Der verunglückte S-Bahn-Zug, in den sich im Oktober 1961 die riesigen Eisenträger eines Bauzugs gebohrt haben.

28 Tote und rund 100 Verletzte: Beim Aufprall auf einen Bauzug am 5. Oktober 1961 wurde der erste Waggon regelrecht aufgespießt.

50 Jahre Seenotrettungskreuzer ADOLPH BERMPOHL. Adolph Bermpohl nach dem Unglück.

Im Sturm verliert der Seenotkreuzer am 23. Februar 1967 bei einer Rettung vor Helgoland die Besatzung. Sieben Seeleute sterben.

Auf einer historischen Schwarz-Weiß-Aufnahme sind die Löscharbeiten an dem explodierten Güterzug zu sehen.

216 Granaten für Panzerhaubitzen explodieren am 22. Juni 1969 nach einem Brand eines Güterwaggons. Das Unglück in Hannover fordert zwölf Tote.

Verkehr und Technik

Bau der Fehmarnsundbrücke

1960 war Baustart für die Fehmarnsundbrücke, die die Insel mit dem Festland verbindet. Sie gilt als "Brücke des Friedens" nach Skandinavien und schuf die Grundlage für die Vogelfluglinie.

Die Fähre "Nils Holgersson" läuft in den 60er-Jahren aus Travemünde aus.

Mit der neuen Fähre "Nils Holgersson" nach Trelleborg begann am 28. März 1962 die Erfolgsgeschichte des Wasser-Drehkreuzes.

Dichter Verkehr und Stau herrscht am 26.07.1958 am Albaufstieg am Aichelberg in Baden-Württemberg auf der Autobahn Stuttgart-München.

Am 25. Januar 1963 tagt das Symposium erstmals in Goslar für mehr Sicherheit und über strittige Rechtsfragen im Straßenverkehr.

U-Bahn-Baustelle am Kröpcke mit Karmarschstraße und Ständehausstraße im Vordergrund, 7. Februar 1973.

In den 60er-Jahren beschließt Hannover, eine U-Bahn zu bauen. Am 16. November 1965 erfolgt der erste Rammschlag.

Umsteigeanlage Wandsbek 1965

Ein Tarif, ein Ticket, ein Fahrplan: Mit diesen Zielen ist am 29. November 1965 der weltweit erste Verkehrsverbund gegründet worden.

Der seinerzeit größte Container-Terminal Europa in Bremerhaven am 19.08.1983.

Im Mai 1966 wurden die ersten Schiffscontainer im Norden umgeschlagen. Damals war ihr weltweiter Siegeszug noch nicht absehbar.

Als die Eisenbahnschranken auf dem Oldenburger Pferdemarkt am 25. Mai 1966 abgebaut werden, ist Hobbyfilmer Gerhard Licht dabei. Jetzt ist die Stadt nicht mehr geteilt.

Das Kreuzfahrtschiff TS "Maxim Gorki" vor der Küste Mykonos, aufgenommen im Mai 1999.

1968 läuft das Passagierschiff "Hamburg" vom Stapel. Später schreibt es als "Maxim Gorkiy" Geschichte: An Bord besiegeln USA und UdSSR 1989 das Ende des Kalten Krieges.

Ein gelber VW-Käfer fährt in den Neuen Elbtunnel in Hamburg (undatierte Aufnahme)

Am Hamburger Elbstrand beginnen 1968 die Arbeiten am Neuen Elbtunnel - es entsteht Europas damals längster Unterwasser-Straßentunnel.

Walter Bruch demonstriert in den 60ern im ZDF das das von ihm erfundene PAL-Farbfernsehsystem.

Am 3. Januar 1963 präsentiert Walter Bruch in Hannover das Farbfernseh-System PAL - und gewinnt einen weltweiten Technik-Wettlauf.

Blick von unten auf die Aussichtsplattformen des Fernsehturms in Hamburg.

Von 0 auf 124 Meter in nur 25 Sekunden: Besonderes Erlebnis war neben der spektakulären Aussicht die rasante Fahrstuhlfahrt.

Musik und Lebensgefühl

Welchen Musik-Club suchen wir?

Im Star-Club wurde ab 1962 Musikgeschichte geschrieben. Doch 1969 war wieder Schluss. Fotograf Robert Günther hat die intensive Zeit miterlebt.

The Rolling Stones 1965 bei der Ankunft am Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel

Am 13. September 1965 treten die Stones das erste Mal in Hamburg auf. Am Rande des Konzerts kommt es zu massiven Ausschreitungen.

Die Beatles in Hamburg, 26. Juni 1966, Konzert in der Ernst-Merck-Halle im Rahmen ihrer "BRAVO Blitztournee" durch drei deutsche Städte.

Am 26. Juni 1966 gaben die Beatles zwei Blitzkonzerte in Hamburg. In der Stadt war bei den letzten Auftritten der "Pilzköpfe" die Hölle los.

Jimi Hendrix

Im Kieler Star-Palast wurde in den 60er-Jahren jeden Abend zu Live-Musik getanzt. Unvergessen ist der Auftritt von Jimi Hendrix.

Die deutsche Schlagersängerin Alexandra ("Zigeunerjunge", "Mein Freund, der Baum"), Porträt 1968

In den 60er-Jahren macht Alexandra als Chanson-Sängerin Karriere. Mit nur 27 Jahren stirbt sie am 31. Juli 1969 bei einem Unfall bei Heide.

Sport

Braunschweig-Kapitän Joachim Bäse (r.) präsentiert die Meisterschale.

Sie galten als Provinzteam. Doch am 3. Juni 1967 machte Eintracht Braunschweig sensationell die Meisterschaft perfekt. Bis heute brauchte keiner weniger Tore für den Triumph.

Horst Wohlers im Trikot des FC St. Pauli

Am 26. Juli 1969 scheiterte die Regionalliga-Elf in der DFB-Pokal-Quali an den eigenen Amateuren - und legte gegen die Wertung der Partie Protest ein.

Norddeutsche Geschichte