Urlaub am Gardasee 1959
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Italien wurde in den 50ern zum Traumziel der Deutschen

Stand: 31.08.2026 05:00 Uhr

In den 1950er-Jahren war Italien das Traumziel der Deutschen. Mit Italien verbanden sie Sonne, Strand und Meer. Aber auch Kunst, Kultur und Dolce Vita. Weil das Geld fehlte, übernachteten sie auf Campingplätzen.

Gerade was das Essen betraf war Italien ein Land voller Exotik. Noch gab es nur sehr vereinzelt in Deutschland italienische Restaurants, und so war das Essen ein Abenteuer. Spaghetti und Pizza waren etwas vollkommen Neues für die deutschen Touristen. Auch Gemüse und Kräuter wie Brokkoli, Basilikum und Zucchini waren noch weitgehend unbekannt.

Auslandsreisen waren noch selten

Colosseum - Kolosseum - Rom
Anfang der 50er-Jahre für viele nur ein Traum - eine Reise nach Italien, etwa nach Rom.

Aber Italien blieb für die meisten Menschen oft nur ein Traum. Die Mehrzahl der Deutschen verbrachte die Ferien im eigenen Land. Eine Reise ging an Nord- und Ostsee, Bayern oder in den Schwarzwald. Doch Ende der 1950er-Jahre ging es den Deutschen immer besser. Sie wollten sich etwas gönnen. Ein Urlaub gehörte dazu. Wenn es ins Ausland ging, stand ganz oben auf der Beliebtheitsskala Österreich. Dann erst folgten Italien, Schweiz, Jugoslawien, Belgien, Holland und Dänemark. Eine Urlaubsreise war aber noch nicht die Regel, viele blieben zu Hause - und genossen die freie Zeit in Schwimmbädern oder an Badeseen.

Bevorzugtes Verkehrsmittel: Die Bahn

1960 gab es 13 Millionen Urlauber. Davon reisten 53 Prozent mit der Bahn. In der Ferienzeit wurden 1.400 Sonderzüge eingesetzt, um die Urlauber an ihren Bestimmungsort zu bringen. 20 Prozent verreisten mit dem Bus, und 1960 begaben sich immerhin 21 Prozent mit dem Auto auf in die Ferien. Nur ein bis zwei Schiffs- oder Flugreisen wurden gebucht. Das Fliegen war noch viel zu teuer. Außerdem hatten viele hatten Angst vor dem Fliegen. Auch Schiffsreisen waren reiner Luxus.

Hintergrund
Einen schönen Platz für ihr Zelt haben sich zwei jungen Frauen am Rande eines Sees ausgesucht. (Aufnahme aus den 50er-Jahren)

Nur wenige Menschen können sich in den 50er-Jahren Hotel-Urlaub im Ausland leisten. Camping wird zur heiß geliebten Alternative.

Die Ansprüche vor Ort waren im Vergleich zu heute eher bescheiden. In den Pensionen wünschte der Urlauber fließendes Wasser auf dem Zimmer - kalt und warm. Viele konnten sich nur einen Campingurlaub leisten. Sie zogen mit Zelt und Wohnwagen los. Besonders in Italien wurden die Campingplätze unter den Deutschen sehr beliebt. Weitere Favoriten waren Bungalows in Feriendörfern. Da passte auch eine größere Familie rein. Ein weiterer Vorteil: Selber kochen war günstiger als essen gehen.

Erst in den 60er-Jahren ging es mit dem Pauschaltourismus so richtig los. Jetzt gab es auch die ersten Flugreisen nach Mallorca.

Strandleben in Heiligendamm, Bad Doberan, um 1934

In Heiligendamm wurde Ende des 18. Jahrhunderts das erste deutsche Seebad gegründet. Wenig später entstanden auch an der Nordsee die ersten Badeorte.

Ein Vergleich des Appartementhauses in Damp, Früher vs. Heute

Anfang der 70er-Jahre entstand zwischen Flensburg und Kiel eine Ferienanlage der Superlative. In Damp 2000 hatten so viele Touristen Platz, wie in eine Kleinstadt passen. Doch es lief nicht alles nach Plan.

Foto des Architekturmodells des Seebads Prora auf der Insel Rügen aus dem Jahr 1939

Als "Seebad der 20.000" hatten die Nazis die riesige Anlage geplant. Der Grundstein wurde am 2. Mai 1936 gelegt. Heute sind die denkmalgeschützten Bauten wieder interessant.

Historische Postkutsche Diligence

Am 1. Juli 1841 nimmt die Postkutsche Diligence ihren Dienst zwischen Hamburg und Lübeck auf. Passagiere und Post kommen nun schneller ans Ziel.

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NDR/NDR Info | 29.07.2026 | 11:35 Uhr --- Online-Beitrag zuerst veröffentlicht am 29.07.2026 | 15:00 Uhr

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