Wo Hamburg an den Ersten Weltkrieg erinnert

Stand: 30.07.2014 09:45 Uhr

Sommer 1914: In Altona hat gerade die große Gartenbauausstellung eröffnet, in Hamburg der Stadtpark. In den modernen Parkanlagen sollen die Menschen entspannen und die frische Luft genießen. Doch mit dem sorglosen Naturgenuss ist es kurz darauf vorbei, denn am 1. August beginnt der Erste Weltkrieg. Zwar fallen in der Stadt keine Bomben oder Schüsse, aber die Auswirkungen sind trotzdem sichtbar, für viele dramatisch. Die Männer ziehen in den Krieg, für die meisten Familien fällt damit der Versorger weg. Die britische Seeblockade bringt die Hafenwirtschaft praktisch zum Erliegen, viele Betriebe sprechen Kündigungen aus. Es kommt zu Versorgungsengpässen, viele Hamburger leiden Hunger.

Jubel und Ernüchterung

Besonders die junge, akademische, männliche Bevölkerung bejubelt den Kriegsausbruch zunächst, viele melden sich freiwillig. Der Historiker Tillmann Bendikowski hält das sogenannte Augusterlebnis und den Geist von 1914 jedoch für eine Erfindung der Zeit danach und zeichnet ein anderes Bild: "Ein großer Teil der Bevölkerung stand dem Ganzen skeptisch, vielleicht sogar ängstlich, vielleicht sogar ablehnend gegenüber." Speziell die Sozialdemokraten, die Linkssozialisten und die einfache Bevölkerung, etwa in der Landwirtschaft, sind gegen den Krieg.

Vier lange Jahre Krieg

Als sich abzeichnet, dass der Krieg nicht schnell gewonnen werden kann, sondern ein zäher Stellungskrieg entsteht, kippt die Stimmung. Erste Hungerunruhen flackern auf, der sogenannte Steckrübenwinter 1916/17 bleibt vielen auf Jahre in Erinnerung. Bis der Krieg beendet ist, vergehen aber noch fast zwei weitere Jahre. Erst am 11. November 1918 endet er für das Deutsche Reich mit einem Waffenstillstand, 1919 folgt der Friedensvertrag von Versailles.

Mahnmale erinnern an die Toten

In den vier langen Kriegsjahren sterben auf den Schlachtfeldern rund zwei Millionen deutsche Soldaten, etwa 42.000 von ihnen kamen aus Hamburg. An diese Toten erinnern heute zahlreiche Gedenkstätten, Mahnmale und Grabanlagen, darunter eine 21 Meter hohe Stele im Wasser der Kleinen Alster am Rathausmarkt. Der größte Soldatenfriedhof befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Ohlsdorf.

Deutsche Soldaten stehen im Ersten Weltkrieg in einem Schützengraben.

Von 1914 bis 1918 sterben im Ersten Weltkrieg etwa 17 Millionen Menschen. Eine Revolution, die in Norddeutschland beginnt, beendet die Tragödie.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Treffpunkt Hamburg | 15.01.2014 | 20:00 Uhr

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Hamburger Geschichte

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