Video: Hannover und das britische Königshaus - bis heute untrennbar (4 Min)

Schlacht bei Langensalza führte zum Ende des Königreichs Hannover

Stand: 03.07.2026 09:30 Uhr

Als Verbündeter Österreichs kämpfen die Truppen des Königreichs Hannover 1866 gegen Preußen. Nach der Schlacht bei Langensalza muss Hannover kapitulieren. Es wird daraufhin Teil Preußens.

Die Geschichte des heutigen Niedersachsens ist eng mit der Herrscherfamilie der Welfen und ihren Verbindungen nach Großbritannien verbunden. In Norddeutschland reicht ihr Einflussgebiet zeitweise von Ostfriesland bis in den Raum Göttingen. Zum Königreich unter König Georg IV. wird das Gebiet im Zuge der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress von 1814/15. Doch die Einigung hält nicht lange. 1866 wird zum Schicksalsjahr für das Königreich Hannover, das auf einem Schlachtfeld bei Langensalza untergeht.

Das Königreich Hannover gerät in Bedrängnis

Bei Langensalza kämpfen 1866 hannoversche gegen preußische Truppen.
Kampf auf dem Schlachtfeld bei Langensalza: die Cambridge-Dragoner aus Hannover gegen eine preußische Truppe.

Zwischen den beiden Großmächten Preußen und Österreich entbrennt 1866 ein Krieg um die Vormachtstellung in Deutschland. Das militärisch starke und durch den Deutschen Zollverein - dem Österreich nicht angehört - wirtschaftlich aufstrebende Preußen sieht seine Chance gekommen, die Führung in Deutschland zu übernehmen. 13 Staaten - darunter auch das Königreich Hannover - kämpfen an der Seite Österreichs gegen Preußen und seine 18 vorwiegend norddeutschen Verbündeten. Als preußische Verbände Mitte Juni von Hamburg und Minden auf Hannover vorrücken, versucht die hannoversche Armee nach Süden auszuweichen und sich mit den Truppen seiner Verbündeten zu vereinigen.

Bei Langensalza in Thüringen kommt es jedoch am 27. Juni zur Schlacht mit den Preußen, aus der die Hannoveraner zunächst als Sieger hervorgehen. Mehr als 500 Soldaten fallen auf beiden Seiten. Doch das Gefecht mit den preußischen Verbänden hat die schlecht ausgerüstete hannoversche Armee - die ohne Nachschub weiterhin einer modern ausgerüsteten militärischen Übermacht gegenübersteht - völlig aufgerieben.

 die Schlacht bei Langensalza zwischen den Truppen Preußens und seiner norddeutschen Verbündeten mit Österreich und verbündeten Staaten.

Bei der Schlacht von Langensalza besiegen die Hannoveraner zunächst die Preußen. Doch die Armee ist am Ende, König Georg V. muss kapitulieren. Das Königreich Hannover ist am Ende.

Die Kapitulation: Hannover wird von Preußen annektiert

Am 29. Juni 1866 kapituliert die hannoversche Armee mit Zustimmung König Georg V.. Das Königreich Hannover wird preußische Provinz und verschwindet als selbstständiger Staat von der deutschen Landkarte. Georg geht ins Exil - zunächst nach Wien, später nach Paris. Am 3. Juli 1866 erringen die Preußen dann in der Schlacht bei Königgrätz in Böhmen den entscheidenden Sieg über Österreich. Am 20. September 1866 wird König Georg V. abgesetzt.

Und am 3. Oktober 1866 verfügt schließlich ein Annexionspatent König Wilhelms I. die Eingliederung in den preußischen Staat. Unter der Führung Preußens kommt es in der Folge 1871 zur Gründung des Deutschen Reiches - dem Österreich nicht mehr angehört. Das einstige Welfengebiet gehört nun zur Provinz Hannover, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 im Bundesland Niedersachsen aufgeht.

Streit um beschlagnahmten Welfenbesitz

König Georg V. von Hannover
Georg V. von Hannover fordert bis zu seinem Tod im Jahr 1878 die Wiedererrichtung seines Königsreiches und die Rückgabe des beschlagnahmten Welfenbesitzes.

Bis zu seinem Tod am 12. Juni 1878 fordert Georg V. die Rückgabe seiner Ländereien. Auch seine Nachkommen halten die Ansprüche gegenüber dem preußischen Staat aufrecht. Erst 1933 spricht das Reichsgericht nach einem langwierigen Prozess dem Haus Hannover rund zehn Millionen Reichsmark Entschädigung sowie den welfischen Stammsitz Schloss Marienburg südlich von Hannover und das Gut Calenberg zu.

Ernst August Prinz von Hannover mit seiner Frau Caroline von Monaco bei der Hochzeit von Prinz Bernhard von Baden im Schloss von Salem im Jahr 2001.

Im 18. und 19. Jahrhundert standen die Welfen mit dem Haus Hannover an der Spitze eines Weltreichs.

Georg I. König von Großbritannien und Kurfürst von Hannover

Das niedersächsische Adelsgeschlecht gehörte einst zu den mächtigsten Häusern Europas. 1714 übernahmen sie Spitze der britischen Monarchie.

Sophie, Kurfürstin (Ernst August) von Hannover, Tochter Kurfürst Friedrichs V. von der Pfalz und der Elisabeth Stuart; Den Haag 14.10.1630 - Herrenhausen 19.6.1714.

Ab 1714 regieren die Welfen in Hannover und Großbritannien. Die Personalunion endet erst 123 Jahre später mit Königin Victorias Thronbesteigung.

Ernst August, Herzog von Cumberland und König von Hannover (1771-1851)

Der erzkonservative Brite Ernst August, geboren am 5. Juni 1771, erbt 1837 das Königreich Hannover. Seine Regentschaft beginnt mit einem Eklat.

Ein in blauen Samt eingebundenes Album zeigt das Porträt der Mutter des Herzogs Wilhelm von Braunschweig, Marie Elisabeth.

Briefe, Zeichnungen und Co. sind in der Leibniz Bibliothek in Hannover zu sehen. Sie gehörten dem hannoverschen Hochadel.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachen | 28.06.2014 | 11:20 Uhr, NDR 1 Info | ZeitZeichen | 27.05.2019 | 20:15 Uhr | NDR Fernsehen | DAS! Rote Sofa | 21.04.2021 | Online-Beitrag zuerst veröffentlicht am 22.04.2019 | 16:00 Uhr

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