Welcher Sport hilft beim Abnehmen?

Stand: 24.02.2022 09:40 Uhr

Sport hilft beim Abnehmen. Walking, Radfahren oder Schwimmen sind prima - beim extensiven Ausdauertraining verbrennt der Körper viel Fett. Doch damit die Pfunde purzeln, gilt es noch einiges zu beachten.

Muskelarbeit verbraucht Energie, die wir mit der Nahrung aufnehmen - überschüssige Energie bunkert der Körper in seinen Fettdepots. Wer überflüssige Pfunde bekämpfen möchte, muss auf Dauer mehr Energie verbrauchen, als er zu sich nimmt. So lautet die einfache Gleichung.

Krafttraining zahlt sich langfristig aus

Krafttraining ist eine wichtige Komponente beim Abnehmen, denn Muskeln haben selbst im Ruhezustand einen höheren Energieverbrauch als das Fettgewebe. Schnelle Erfolge bietet das Krafttraining zwar nicht, weil sich ein Zuwachs an Muskeln ganz zu Anfang eher mit mehr Gewicht auf der Waage niederschlägt. Langfristig zahlt sich die neu geschaffene Muskelmasse jedoch aus, da sie den Grundumsatz - also den Energieverbrauch beim Nichtstun - erhöht. Je mehr Muskeln ein Mensch hat, desto besser sinkt auch sein Blutzuckerspiegel.

Kraftübungen für zu Hause
Physiotherapeutin Svea Köhlmoos macht eine Stützübung auf einer Matte.

Bei dieser Variante des Unterarmstütz wird die Rumpfmuskulatur trainiert. Schwieriger wird es, wenn man ein Bein anhebt.

Physiotherapeutin Svea Köhlmoos zeigt den liegenden Seitstütz.

Training für die Rumpfmuskulatur: im Stütz eine gerade Linie halten, möglichst eine Minute lang. Atmen nicht vergessen.

Svea Köhlmoos liegt auf dem Rücken, Beine, angewickelt, ein Ball zwischen den Fußknöcheln.

Diese Übung aktiviert vor allem die schräge Bauchmuskulatur. Wichtig dabei: Bauchspannung und kein Hohlkreuz machen.

Svea Köhlmoos liegt bäuchlings auf einem Gymnastikball und hebt den Oberkörper.

Eine gute Übung zur Kräftigung der Rückenmuskulatur. Wichtig: stabil liegen, Bauch und Gesäß anspannen.

Svea Köhlmoos liegt auf dem Rücken und hebt abwechselnd die Beine.

In Rückenlage beide Beine anwinkeln und heben. Bauch anspannen, Bauchnabel einziehen und abwechselnd die Beine sinken lassen.

Svea Köhlmoos beim Seilspringen.

Wir nehmen ein normales Springseil und springen los: super für die Kondition und zur Kräftigung des Beckenbodens.

Svea Köhlmoos hält den Oberkörper bei aufgestützten Armen und hebt abwechselnd die gestreckten Beine.

Das kräftigt den Rumpf: sich rücklings mit den Armen hochstemmen, die Position halten und abwechselnd die Beine anheben.

Svea Köhlmoos zeigt eine Übung.

Vierfüßlerstand, Bauch und Po anspannen. Dann gegenseitig Arm und Bein ausstrecken und unter der Brust zusammenführen.

Physiotherapeutin Svea Köhlmoos zeigt eine Übung.

Für diese Übung braucht man einen Pezziball. Bein-, Rücken- und Gesäßmuskulatur werden gefordert.

Physiotherapeutin Svea Köhlmoos macht eine Kniebeuge, während sie den anderen Fuß nach hinten auf einen Hocker abgelegt hat.

Bei dieser Übung, die das Knie kräftigt, wird ein Bein rückwärts auf einem Hocker abgelegt.

Physiotherapeutin Svea Köhlmoos zeigt eine Übung.

Eine Ausdauer-Übung: Auf den Stepper steigen, Knie anziehen und auf die Fußspitze stellen. Hilfreich ist es, einen guten Rhythmus zu finden.

Muskelaufbau zu Hause

Fürs Krafttraining muss man nicht ins Fitness-Studio gehen. Die hier gezeigten Muskelaufbau-Übungen lassen sich problemlos zu Hause oder unterwegs ausführen, denn sie arbeiten mit dem Eigengewicht des Körpers. Lediglich ein Pezziball (Sitzball) und ein Springseil sind als Hilfsmittel nötig.

Ausdauertraining zur Fettverbrennung

Beim extensiven Ausdauertraining verbrennt der Körper besonders viel Fett. Die Fettverbrennungszone liegt bei 60 bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz und ist somit je nach Alter, Geschlecht und Trainingszustand für jeden verschieden. Sie lässt sich mithilfe der Karvonen-Fomel individuell errechnen. Dazu muss die maximale Herzfrequenz vom Arzt ermittelt werden, dies geschieht normalerweise mit dem Fahrradergometer. Liegt beispielsweise der Ruhepuls bei 65 und die maximale Herzfrequenz bei bei 165 Schlägen pro Minute, dann wäre die optimale Trainingsherzfrequenz (165 - 65) * 0,6 + 65, also in etwa bei Puls 125.

Karvonen-Formel

Mit der Formel des finnischen Sportmediziners Martti Karvonen lässt sich die geeignete Herzfrequenz für verschiedene Formen des Ausdauertrainings ermitteln:

THF = (max. HF − Ruhepuls) * Trainingsfaktor + Ruhepuls

THF = Trainingsherzfrequenz
max. HF = maximale Herzfrequenz (ergometrisch ermittelt)   
Ruhepuls = Puls morgens nach dem Aufwachen
Trainingsfaktor: 
Untrainierte: 0,5 (Wiedereinstieg, Reha-Sport)
extensives Ausdauertraining: 0,6 (Ausdauerfestigung, Fettstoffwechseltraining)      
intensives Ausdauertraining: 0,8 (Leistungssteigerung)    

Apps und verschiedene Seiten im Internet bieten Trainingspuls-Rechner an, mit deren Hilfe man seine geeignete Pulsfrequenz ungefähr einschätzen kann. Zum Messen während des Trainings empfiehlt sich dann eine Pulsuhr.

Viermal Ausdauertraining pro Woche

Sechs Männer machen sich am Beckenrand bereit zum Aquacycling unter Wasser.
Aqua-Cycling ist ein sehr effektives Ausdauertraining, da man gegen den Wasserwiderstand arbeitet.

Als ideal gelten vier Ausdauereinheiten pro Woche, jeweils 40 bis 45 Minuten. Geeignet und dabei gelenkschonend sind zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Aqua-Cycling oder Aqua-Jogging.

Wer Geräte-Training mag, für den ist der Crosstrainer eine gelenkschonende Alternative. Hin und wieder kann eine Ausdauereinheit auch einmal durch schweißtreibende Gartenarbeit ersetzt werden.

Mehr Bewegung im Alltag

Nicht zu unterschätzen: Selbst kleine Bewegungseinheiten summieren sich. Der Alltag bietet dabei schon viele Möglichkeiten: bewusst die Treppe statt den Aufzug nehmen, kleine Besorgungen mit dem Fahrrad erledigen oder konsequent umsatteln und für Einkäufe einen Fahrradanhänger beschaffen. Wer mit dem Bus fährt, kann eine Haltestelle vor dem Ziel aussteigen und die restliche Strecke laufen. Bei Autofahrten den "Fitness-Parkplatz" wählen: den vom Zieleingang am weitesten entfernten. Ziel sollte sein, täglich 10.000 Schritte zu erreichen. Ein Schrittzähler hilft dabei.

Auch auf die Ernährung achten

Meist ist neben mehr Bewegung eine Ernährungsumstellung unumgänglich, damit die Energiebilanz negativ wird. Denn um ein Kilogramm Körperfett "schmelzen" zu lassen, das umgerechnet 7.000 Kalorien enthält, müsste man etwa 20 Stunden lang laufen. Ein Verzicht auf energiehaltige Getränke wie gezuckerten Tee oder Kaffee, Limos, Säfte, Wein oder Bier ist schon ein erster guter Schritt. Das Überspringen einzelner Mahlzeiten wie etwa beim Intervallfasten hilft dem Körper ebenfalls, in die Fettverbrennung zu kommen.

Physiotherapeutin Svea Köhlmoos macht richtiges Walking vor.

Nordic Walking ist ein perfektes Ausdauertraining. Physiotherapeutin Svea Köhlmoos zeigt, worauf man beim Walking achten muss.

Bewegungs-Doc Melanie Hümmelgen sitzt neben dem Müllwagenfahrer Thomas C. im Führerhaus des Wagens.

Thomas C. müsste als Diabetiker abnehmen und sich bewegen - verbringt aber als Müllwagenfahrer die meiste Zeit im Sitzen.

Zwei Hände halten einen Apfel und einige Tabletten.

Mit Ernährungtipps der Docs Beschwerden lindern - hier gibt es Anleitungen, Lebensmittel-Listen und Co. zur Selbsthilfe.

Nahaufnahme von Sportschuhen an einer laufenden Frau.

Das Schwierigste ist der erste Schritt, der innere Schweinehund kennt immer eine Ausrede. Wie startet man mit dem Training?

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Die Bewegungs-Docs | 24.11.2023 | 01:40 Uhr

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