Eisenmangel: Symptome erkennen und richtig behandeln

Stand: 22.09.2026 21:16 Uhr | vom

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut. Typische Symptome sind Müdigkeit, Blässe und ein allgemeines Schwächegefühl, weil die Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Von einer Eisenmangelanämie ist nach Schätzungen knapp ein Drittel der Weltbevölkerung betroffen. Aufgrund des Mangels an Eisen kann das Knochenmark nicht ausreichend roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) herstellen. Hämoglobin ist im Körper zuständig für den Sauerstofftransport in die Zellen.

Welche Symptome treten bei Eisenmangel auf?

Bei Blutarmut werden die Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Typische Symptome für Eisenmangel sind:

Als seltenere Beschwerden treten auf:

Beine einer Frau schauen unter einer Bettdecke hervor.

Kribbeln, ziehende Schmerzen und schlechter Schlaf plagen Betroffene mit RLS. Ein Selbsttest gibt wichtige Hinweise.

Ursachen von Eisenmangel

Eisenmangel entsteht, wenn der Eisenbedarf höher ist als die Eisenaufnahme. In Europa ist ein chronischer Blutverlust die häufigste Ursache. Weitere Ursachen können eine Störung der Eisenaufnahme oder eine unzureichende Zufuhr durch die Nahrung sein.

Diagnose der Eisenmangelanämie

Bei einem Eisenmangel leert der Körper zunächst seine Eisenspeicher. Erst wenn diese Reserven erschöpft sind, entwickelt sich eine Blutarmut. Häufig wird eine Eisenmangelanämie zufällig im Rahmen einer routinemäßigen Blutbildkontrolle festgestellt.

Bei Verdacht auf Eisenmangel wird die Hausärztin oder der Hausarzt eine Klärung der Ursachen einleiten. Wichtig ist vor allem die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) mit Dokumentation der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme. Bei jungen Frauen sollte die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Regelblutung dokumentiert und bei älteren Menschen nach Blutungen aus Magen-Darm-Trakt oder Harn- und Geschlechtsorganen gefragt werden. Eine definitive Aussage über den Eisenhaushalt liefert eine Blutuntersuchung.

Eisenhaltige Lebensmittel

Der Mensch muss Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Eine ausgewogene Ernährung enthält meistens ausreichend Eisen, um den Tagesbedarf von 10 bis 15 Milligramm zu decken. Doch der Körper kann über die Zellen im Darm nur fünf bis zehn Prozent des Eisens aus der Nahrung resorbieren. Der Rest wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Das im Fleisch enthaltene Häm-Eisen kann der Körper dabei besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Besonders Vegetarier und Veganer sollten daher auf eine ausreichende Eisenzufuhr achten.

Reich an Eisen sind:

Geringere Mengen an Eisen enthalten auch:

Eisenreiche pflanzliche Lebensmittel sind:

Hülsenfrüchte:

Nüsse, Kerne und Samen:

Gemüse, Kräuter und Obst enthalten insgesamt weniger Eisen. Am eisenreichsten sind:

Diese Lebensmittel behindern die Eisenaufnahme

Es gibt Inhaltsstoffe, die die Eisenaufnahme fördern, und andere, die sie erschweren. Phytinsäure, die beispielsweise in den Randschichten von rohem Getreide oder in unverarbeiteten Sojabohnen vorkommt, und Oxalsäure (etwa in Rhabarber, aber auch in vielen eisenreichen Lebensmitteln wie Mangold, Mandeln, Spinat, Weizenkleie) können das Eisen so stark binden, dass es kaum vom Körper aufgenommen werden kann. Gerbstoffe (etwa in Kaffee, Kakao, Grün- und Schwarztee, Rotwein) behindern die Eisenaufnahme ebenfalls, sodass diese Getränke besser 30 Minuten vor oder frühestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit genossen werden sollten.

Auch die Einnahme von Eisen zusammen mit einigen Antibiotika (zum Beispiel Tetracyclinen) oder Medikamenten gegen eine übermäßige Magensäureproduktion (Protonenpumpenhemmer) kann zu einer verringerten Aufnahme des Eisens führen.

Vitamin C fördert Eisenaufnahme

Vitamin C hingegen verbessert die Aufnahme von Eisen. Fruchtsäfte aus Sanddorn oder Orange sowie Vitamin-C-reiches Obst und Gemüse helfen beim gleichzeitigen Verzehr, möglichst viel Eisen aus der Mahlzeit aufzunehmen.

Was tun bei einer Eisenmangelanämie?

Reicht eine Umstellung der Ernährung nicht aus und liegt bereits eine Anämie vor, muss eine Behandlung mit Eisendragees oder Eisentabletten erfolgen. Eisenpräparate sollten täglich oder jeden zweiten Tag auf nüchternen Magen mit Wasser oder Fruchtsaft eingenommen werden.

Eisenmangel-Behandlung nicht ohne ärztlichen Rat

Eisenpräparate sind frei verkäuflich. Trotzdem sollten größere Mengen Eisen auf keinen Fall in Eigenregie ohne Abklärung und ärztlichen Rat eingenommen werden, denn der Körper kann überschüssiges Eisen nicht ausscheiden und speichert es in den Organen. Sind die Speicher überfüllt, kann es zu Organschäden kommen, vor allem an Herz, Leber, Augen und Bauchspeicheldrüse.

Eisenpräparate müssen für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden, denn das Verschlucken kann lebensgefährliche Vergiftungen zur Folge haben.

Rücksprache bei Nebenwirkungen der Eisenpräparate

Nebenwirkungen der Eisenpräparate können vor allem Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfälle und auch eine Schwarzfärbung des Stuhls sein. Bei diesen Beschwerden kann nach ärztlicher Rücksprache die Dosis verändert oder eine Einnahme zu den Mahlzeiten versucht werden, auch wenn sich dadurch die Eisenaufnahme verringert.

Bei schweren Nebenwirkungen oder einer Unverträglichkeit gegenüber oralen Eisenpräparaten kann Eisen auch über die Vene (intravenös) verabreicht werden. Nach intravenöser Eisengabe sollte eine Kontrolle der Eisenspeicher frühestens zwei bis drei Monate nach der letzten Eisengabe erfolgen, da ansonsten falsch hohe Ferritin-Werte gemessen werden.

Schlägt die Behandlung nicht an, kann der Grund für die Blutarmut auch eine Aufnahmestörung von Vitamin B12 beziehungsweise ein Folsäuremangel sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Visite | 22.09.2026 | 20:15 Uhr

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