Wer am metabolischen Syndrom leidet, braucht keine Diät - sondern eine dauerhafte Umstellung von Ernährung und bestimmten Lebensgewohnheiten. Dafür gelten vier zentrale Regeln.
Wer das metabolische Syndrom hat, der kommt um eine Wahrheit nicht herum: Jetzt heißt es, das Essverhalten genau analysieren und in weiten Bereichen dauerhaft umstellen. Viele Betroffene haben eine erfolglose Diäten-Karriere mit entsprechendem Jo-Jo-Effekt hinter sich und eventuell bereits das Vertrauen verloren, dass sie etwas an ihrem Gewicht ändern können. Doch das ist machbar!
Keine Diät, sondern eine dauerhafte Ernährungsumstellung
Zentraler Punkt ist: regelmäßig essen - und nicht mehr als drei Mahlzeiten am Tag. Zwischen den Mahlzeiten sollten gute Pausen liegen, damit der Insulinspiegel wieder abfallen kann. Eine gute Abnehm-Hilfe kann Intervallfasten sein: Wer es schafft, mit zwei Mahlzeiten am Tag auszukommen und über Nacht 16 Stunden nichts zu essen, gibt seinem Körper die Chance, in diesen langen Pausen viel Bauchfett abzubauen.
Für die Blutzucker-Normalisierung wenig Kohlenhydrate essen
Zweitens: Kohlenhydrate sparen, insbesondere die schlechten. Ungünstig sind nicht nur Süßigkeiten, sondern auch einfache Kohlenhydrate aus Nudeln, Reis und Weißbrot, Chips und Fast Food. Solche Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel hochschnellen und dann rasch wieder abfallen. Besser sind sogenannte komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Gemüse und Vollkornprodukten vorliegen. Denn sie werden langsam in den Stoffwechsel eingeschleust. Das beugt Heißhunger-Attacken vor.
Eiweiß hält lange satt, gute Fette sind gesund
Drittens: Wichtig für eine langanhaltende Sättigung ist Eiweiß zu jeder Mahlzeit: Milchprodukte, Eier, Fisch oder Fleisch, aber auch Hülsenfrüchte und Nüsse machen lange satt.
Sie "haben einen süßen Zahn", Gemüse schmeckt Ihnen nicht? Übungssache: Der individuelle Geschmack wird erlernt und kann trainiert werden wir ein Muskel. Zucker- oder Salzfans haben meist Erfolg damit, die Dosis langsam herunterzufahren – also: fertige Fruchtjoghurts mit Naturjoghurt immer mehr "strecken“, Fertig-Bolognese mit echten Tomaten verlängern, gesalzene Nüsse mit naturbelassenen mischen usw. Unbekanntes muss Forschungen zufolge acht- bis elfmal probiert werden, ehe man es mag. Nicht vorschnell aufgeben! Kleine Portionen von Gemüsesorten immer wieder testen.
Ernährungstipps beim metabolischen Syndrom
2-3 Mahlzeiten pro Tag und möglichst keine Zwischenmahlzeiten/Snacks.
Die Basis der Ernährung sollte aus Gemüse (zubereitet mit hochwertigen Ölen) sowie zuckerarmen Obstsorten bestehen.
Die richtige Dosis Proteine (Eiweiß) sorgt für einen langen Sättigungseffekt und verhindert damit Heißhungerattacken. Zu jeder Mahlzeit ein Eiweißlieferant - gern auch pflanzlicher Herkunft (Pilze, Hülsenfrüchte). Richtige Dosierung: Ca. 1 Gramm Eiweiß pro Kilo Normalgewicht pro Tag.
Vorsicht mit tierischem Eiweiß: Fleisch, Eier und Milchprodukte. Man kann es leichter überdosieren - zu viel Eiweiß wandert in die Fettspeicher und kann die Darmflora ungünstig beeinflussen.
Wichtig und sättigend sind gute Fette - zum Beispiel hochwertig hergestelltes Nussöl, Olivenöl, Leinöl oder Hanföl.
Viel trinken! Und zwar unbedingt zuckerfreie Getränke wie Wasser und Tee.
Snacks als absolute Ausnahme - am ehesten Rohkost oder eine Handvoll Nüsse. Wenn es etwas Süßes sein muss: mal zwei Stück dunkle Schokolade mit 70 Prozent Kakao-Anteil.
Empfehlenswert: Leinöl (Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht ("Oxyguard"/"Omega-safe"-Verfahren), Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl; wenig Butter; zum Braten: Kokosöl
Nicht empfehlenswert: Schweine- und Gänseschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
ca. 2 Liter/Tag
Empfehlenswert: Wasser, ungezuckerter Tee; bis zu drei Tassen Kaffee ohne Milch
Nicht empfehlenswert: Fruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke (s. u.), Alkohol
Nicht empfehlenswert: Mayonnaise, gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch
Diese Informationen ersetzen keine individuelle ernährungsmedizinische Beratung. Ernährungsmedizinische Behandlung/Beratung wird von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel anteilig übernommen.