Metabolisches Syndrom: Symptome, Therapie und Lebenserwartung

Stand: 02.06.2026 10:25 Uhr | vom

Das metabolische Syndrom kann die Lebenserwartung stark beeinträchtigen. Wer Symptome früh erkennt und die richtige Therapie beginnt, mindert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

von Dagmar Lüdke-Bonnet

Rund jeder dritte Mensch ist in Deutschland vom metabolischen Syndrom betroffen. Obwohl es große gesundheitliche Gefahren birgt, ist das Krankheitsbild der Allgemeinheit kaum bekannt.

Definition: Was ist das metabolische Syndrom?

Das metabolische Syndrom wird auch als "tödliches Quartett" bezeichnet. Gemeint ist damit das gleichzeitige Auftreten mehrerer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu zählen starkes Bauchfett, höhere Blutzuckerwerte, erhöhte Blutfettwerte sowie Bluthochdruck. Jeder dieser Faktoren an sich erhöht bereits das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose. Treten sie gemeinsam auf, steigt die Gefahr für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes Typ 2 deutlich an.

Symptome: Bauchfett, Müdigkeit, Durst und Herzrasen

Typisch für das metabolische Syndrom ist eine ausgeprägte Fettansammlung im Bauchbereich (abdominelle Adipositas). Lange Zeit verursacht das metabolische Syndrom jedoch kaum Beschwerden - erst im Verlauf können sich Symptome zeigen, wie:

Oft bleiben die Veränderungen lange unbemerkt, bis bereits Folgeschäden an Gefäßen oder Organen entstanden sind.

Ursachen: Vor allem ungesunder Lebensstil

Das metabolische Syndrom gilt als typische Wohlstandserkrankung - verursacht durch einen ungesunden Lebensstil. Wichtige Faktoren sind:

Eine zentrale Rolle spielt dabei die sogenannte Insulinresistenz. Die Körperzellen reagieren schlechter auf Insulin, sodass der Blutzuckerspiegel nicht mehr sinken kann und erhöht bleibt. Gleichzeitig steigen die Blutfettwerte und häufig auch der Blutdruck, denn das Insulin bewirkt, dass sich Wasser und Natrium (Kochsalz) in den Nieren ansammeln. Das stört den Flüssigkeitshaushalt im Gefäßsystem.

Langfristig können sich Ablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen bilden. Diese verengen die Gefäße und verschlechtern die Durchblutung lebenswichtiger Organe wie Herz, Gehirn oder Nieren.

Lebenserwartung bereits durch kleine Veränderungen steigern

Unbehandelt kann das metabolische Syndrom die Lebenserwartung deutlich verkürzen. Das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erheblich erhöht. Entscheidend ist jedoch, dass sich der Verlauf positiv beeinflussen lässt. Wer frühzeitig gegensteuert, kann das Risiko deutlich senken. Wichtige Maßnahmen sind:

Schon kleine Veränderungen im Alltag - etwa Stressreduktion durch mehr Bewegung, ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung - können langfristig einen großen Unterschied machen und die Prognose deutlich verbessern.

Metabolisches Syndrom erkennen: Diese Werte sichern die Diagnose

Zur Diagnosefindung werden in der ärztlichen Praxis Gewicht, Taillenumfang und Blutdruck gemessen und Blut abgenommen. Nach der aktuell von den meisten Expertinnen und Experten benutzten Definition liegt ein metabolisches Syndrom vor, wenn mindestens drei der folgenden Risikofaktoren festgestellt werden:

Herz-Echo, EKG, Ultraschall und Blutuntersuchung zur Risikoabschätzung

Wird das metabolische Syndrom diagnostiziert, stehen weitere Untersuchungen an, um Folgeerkrankungen zu ermitteln. Dazu gehören insbesondere ein Herz-Ultraschall (Echokardiografie), EKG und Belastungs-EKG. Ultraschall und Blutuntersuchung (Kreatininwert, Elektrolyte) geben auch Aufschluss über den Zustand der Nieren.

Als Risiko- und Prognosemarker bei atherosklerotischen Gefäßerkrankungen gilt der Blutplasmaspiegel von TMAO (Trimethylamin-N-Oxid). Es entsteht aus tierischem Eiweiß. Bei von peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) Betroffenen wurde ein Zusammenhang zwischen TMAO-Spiegel und Sterberisiko beobachtet.

Expertinnen und Experten aus dem Beitrag

Ernährung beim metabolischen Syndrom
Ein Teller mit Gemüsenudeln, garniert mit Limettenscheiben und Kräutern.

Wer das metabolische Syndrom hat, der sollte sein Essverhalten dauerhaft umstellen. Dafür gelten vier zentrale Regeln.

Gemüse-Putencurry in einer Pfanne und eine Schüssel mit Reis stehen auf dem Tisch.

Diese leckeren, schnellen Gerichte lassen den Blutzucker nur langsam steigen, sind salzarm und gut für die schlanke Linie.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Visite | 05.05.2026 20:15

Schlagwörter zu diesem Artikel

Ernährung

Stoffwechsel

Ein Tablettenblister mit einem Massband

Die neue Abnehmpille mit Semaglutid: Was Studien zu Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung zeigen.

Weiblicher Fuß mit Ballenzeh (Hallux Valgus) steht auf grauem Boden

Hallux valgus verursacht Schmerz im Fuß. Helfen spezielle Übungen, Schienen oder Schuhe nicht, kann die OP nötig sein.

Eine Frau massiert sich die Kopfhaut mit einer Bürste

Trockene Kopfhaut kann schuppen und jucken. Welche Pflege hilft und wann eine Hauterkrankung dahintersteckt.

Eine erschöpfte Frau liegt auf einer Couch und schläft.

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut. Müdigkeit und Schwäche gelten als typische Symptome.

Gesundheits-Themen