Ein kleines blaues Holzhaus mit zwei weißen Bänken am Strand in Dänemark.

#Hyggepost: Warum Dänemark im Weltchaos-Jahr als Urlaubsziel boomt

Stand: 23.04.2025 07:21 Uhr

Unsere Kolumnistin lebt in Dänemark und schreibt über ihren Alltag. Der manchmal auch mit Urlaub zu tun hat. Und der Frage, was Gäste hier suchen und finden, was man nicht auch anderswo haben könnte.

von Simone Mischke

Bunte Sommerhäuser mitten in den Dünen, (meist) entspannte Dänen und das allgegenwärtige Hyggegefühl sind sicher einige der Gründe, warum es Urlauber immer wieder gerne hierher nach Dänemark zieht. Dieses Jahr noch mehr als sonst: Für Klitmöller und die Grenzregion samt Südostjylland hat das Reiseportal VisitDenmark einen Anstieg der Buchungen von elf Prozent registriert. Darüber hatten unsere dänischen Kollegen von TVSYD zuerst berichtet. In Süd- und Sønderjylland - meiner Heimat - ist die Anzahl der Übernachtungen im Januar um sieben Prozent angestiegen.

Dänemark als Zufluchtsort?

Als einen Grund für diesen Anstieg nennt VisitDenmark die, Zitat, chaotische Weltlage. Und Dänemark habe ein gutes Image in Deutschland. Das ist insofern ein interessanter Ansatz, als dass die chaotische Weltlage ja nicht vor den Grenzen Dänemarks haltmacht. Ich sage nur Trump und dessen, nennen wir es mal Ambitionen, was Grönland angeht. Auch ganz abgesehen davon ist die Welt hier sicherlich nicht weniger aus den Fugen als anderswo. Dennoch scheint es hier in Dänemark etwas zu geben, dass zumindest für eine kurze Zeit vermittelt, dass die Welt hier noch in Ordnung ist.

Simone Mischke und Anders Køpke Christensen sitzen vor einer Hütte.

Es gibt Orte in Süddänemark, die etwas mit einem machen, wenn man sie besucht: ein Ausflug durch Nordschleswig.

Eine junge Frau mit Sonnenbrille.

Die Dänen sind entspannt - eigentlich. Denn auch in Dänemark gibt es Fettnäpfchen, die man lieber umgehen sollte.

Münzen und Scheine der Währung Dänische Kronen.

Die Dänen sollen künftig wieder Bargeld im Haus haben, empfiehlt die Dänische Nationalbank. Der Grund ist einleuchtend.

Menschen sitzen um einen Tisch mit Weihnachtsessen.

Die Vorweihnachtszeit hat in Dänemark längst begonnen - und mit ihr ein besonderes Phänomen.

Eine Frau pustet eine Pusteblume Richtung Betrachter

Eine gewisse Leichtigkeit zu leben, verbindet man wohl eher mit Frankreich oder Italien. Zu unrecht, findet unsere Kolumnistin.

Eine Scheibe wird geputzt

Wer in Dänemark lebt, muss sich auf etliche Besonderheiten einstellen. Das gilt für den Fensterputz ebenso wie den Einkauf.

Ein Mädchen schaut sich Äpfel an einem Stand in Dänemark an.

Der Herbst naht - und damit typische Ereignisse. Manches ist in Dänemark anders - anderes ist grenzüberschreitend.

Drei Menschen springen am Meer bei Sonnenuntergang in die Luft.

Dänen nehmen sich Zeit für die wichtigen Dinge und gelten als gelassener. Aber können sie auch von uns etwas lernen?

Eine Landzunge aus lauter zerbrochenen Ziegelsteinen.

Die Hälfte des dänischen Sommers ist rum: Warum sich jetzt ein Blick zurück lohnt und einer auf das, was da noch kommt.

Tina Dickow bei einem Auftriit in Kopenhagen, Dänemark.

Sommerzeit ist Festivalzeit. Auch in Dänemark. Wie Musik Grenzen überwindet - in beide Richtungen.

Wohnmobile stehen an einem heiteren Tag am weiten Autostrand von Blokhus in Dänemark.

Die Deutschen lieben dänische Sommerhäuser. Und die Dänen? Lieben ihre Sommerhäuser dieses Jahr noch mehr. Aus Gründen.

Eine Frau, von hinten gesehen, sitzt am Strand

Mit der Identität ist es so eine Sache - vor allem, wenn man schon an verschiedenen Orten in Europa gelebt hat.

Viele Menschen liegen im Amager Strandpark auf dem Sand und sonnen sich, im Hintergrund sind Windkraftanlagen zu sehen.

Manche Dinge hat man lange auf der sogenannten Bucketlist - oft zu lange. Dabei wäre manches so einfach.

Ein oldtimer-Cabrio

Eine eigene Autoindustrie hat Dänemark nicht, die fahrbaren Untersätze im Alltag: eher bescheiden. Doch es gibt Ausnahmen.

Gelbe und rote Ferienhäuser stehen am Meer in Dänemark.

Die Bade- und Grillsaison hat begonnen. Dabei fallen unserer Kolumnistin Unterschiede zwischen Deutschland und Dänemark auf.

Eine Mitarbeiterin hält frisch gestochenen Spargel beim offiziellen Spargelanstich auf einem Spargelfeld.

Die Spargelsaison hat wieder begonnen: In Dänemark allerdings ein bisschen anders, als man sich das in Schleswig-Holstein vorstellt.

Ein kleines blaues Holzhaus mit zwei weißen Bänken am Strand in Dänemark.

Dänemark als temporärer Zufluchtsort vom Weltchaos? Zahlen eines Reiseportals legen das nahe.

Drei Mädchen singen mit Plastik-Mikrofonen in die Kamera.

Singen ist gute Tradition in Dänemark. Das wirkt sich positiv aus - und davon könnten wir uns was abgucken.

Vier rote Briefkästen hängen nebeneinander in Aarhus, Dänemark.

Ein Brief ist in Dänemark schon mal fünf Tage unterwegs. 2026 will die dänische Post den Briefversand ganz einstellen.

Weißstörche mit Jungtieren im Nest

In Dänemark sind die Störche richtige Fernsehstars. Doch mit Fußball hat das in unserem Nachbarland nichts zu tun.

Die deutsche und dänische Flagge wehen nebeneinander im Wind.

Die Dänen haben einen völlig anderen Umgang mit ihrer Nationalflagge als die Deutschen. Und das hat nicht nur mit Nationalstolz zu tun.

Die Fassade der Danske Bank in Kopenhagen.

Während wir Deutschen an unserem Bargeld hängen, ist es in Dänemark genau andersrum: mit positiven Nebenwirkungen.

Dänemarks König Frederik X. sitzt an einem Tisch und hält erstmals eine Neujahrsansprache auf Schloss Amalienborg.

Die erste Neujahrsansprache des neuen Königs war wochenlang Thema. Ein großer Redner sei er ja nicht, sagt man. Wirklich?

Ein dänisches Festessen wurde für die Weihnachtsfeiertage aufgetischt.

Nicht nur in der Vorweihnachtszeit isst man in Süddänemark gern und viel. An den Festtagen wird richtig geschlemmt.

Zur Zeit der Kopenhagener Fashion Week stehen sechs junge Frauen in bunter Kleidung auf dem Gehweg.

Die Dänen sind ziemlich stylish, findet unsere Kolumnistin. Über ein Kleidungsstück aber wundert sie sich.

Ein Weihnachtsbaum von nahmen, mit Kerzen, Kugeln und einer Dänemarkflagge geschmückt.

Bereits Ende Oktober beginnt in Dänemark die Vorweihnachtszeit. Wie die Dänen sich auf das Fest der Feste vorbereiten.

Mehrere Studentinnen stehen bei einer Immatrikulationsfeier

Tak ist in Dänemark das meistbenutzte Wort im Alltag. Warum die Dänen nicht nur dankbar, sondern auch höflich sind.

König Frederik von Dänemark steht mit der Familie am Balkon.

Unsere Kolumnistin ist eigentlich keine Royalistin: Warum sie das dänische Königshaus trotzdem irgendwie in den Bann zieht.

Autos fahren am deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden.

"In Dänemark ticken die Uhren langsamer!", schwärmen viele Urlauber. Unsere Kolumnistin hat einen ganz anderen Verdacht.

Leise Töne und mehr Respekt in Sønderjylland

Vielleicht ist es einfach dieses erste Bauchgefühl, das sich einstellt, wenn man an einen neuen Ort kommt. Als ich noch in Flensburg wohnte, fuhren mein Mann und ich zum ersten Mal zum Stand-up-Paddeln an einen kleinen Strand im dänischen Kollund. Wenig los hier für einen Sommertag in der Hochsaison, dachten wir beide damals als erstes.

Was für ein entspanntes Miteinander der Menschen am Strand. Der Umgangston untereinander leiser, respektvoller. Naja, Ausnahmen gibt es natürlich immer. Aber der Gesamteindruck zählt. Hinzu kam das im wahrsten Sinne entschleunigte Autofahren, dünn besiedelte Landstriche, die Weite. Flensburg in Sichtweite auf der anderen Seite der Förde - und doch so weit weg. Einerseits Urlaubsgefühl im Ausland, trotzdem ist nicht alles fremd.

Mehr Zeit für Naturerlebnisse

Und vielleicht ist es auch das wachsende Bedürfnis danach, sich zu erden und zur Ruhe zu kommen in dieser lauten, chaotischen Zeit, dass die Urlauber nach Sønderjylland in den Urlaub zieht. Mit Erlebnissen, die nichts kosten und doch unbezahlbar sind (Achtung, es könnten Urlaubstipps folgen..!) Früh morgens durch die Wälder streifen, wenn die ersten Sonnenstrahlen mystisch durch die Baumwipfel fallen. Dam- und Rehwild beobachten. Füchse, die lautlos über den Waldboden huschen. Mehrere Eichhörnchen, die wie in einer Etagenwohnung übereinander auf Ästen sitzen und die Morgensonne genießen.

Oder mit dem SUP-Board von einem Hafen zum nächsten paddeln. Falls es plötzlich prustet, muss das nicht eurer ermatteter Partner sein: Vielleicht ist gerade ein Schweinswal neugierig an euer Board geschwommen. Oder morgens ins eiskalte Wasser springen und bei einem Kaffee den Sonnenaufgang beobachten. Das könnt ihr alles auch Zuhause? Super! Aber macht ihr es auch?

…und der Mann namens Ove?

Wo machen denn die Dänen Urlaub, fragt ihr euch vielleicht. Teils in Sønderjylland. Das sehe ich zumindest anhand der Nummernschilder der Autos, die bei uns um die Ecke im Ferienresort ein und ausfahren. Andere fahren ins Ausland. Ihr habt euch ja vielleicht schon gefragt, wo mein Nachbar Urlaub macht - der Mann namens Ove. Zuerst geht’s nach Deutschland. Wer hätte das gedacht. Danach in die Bretagne. "Weil wir den Wein da lieben", sagt seine Frau Jonna. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. Wein wird ja inzwischen auch schon in Dänemark angebaut. Aber das ist eine andere Geschichte.

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NDR1 Welle Nord

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