#Hyggepost aus Dänemark: Grenzenlos musikalisch in den Mini-Urlaub
Unsere Kolumnistin lebt in Dänemark und schreibt über ihren Alltag. Jetzt im Sommer ist der noch musikalischer ist als sonst - und voller grenzüberschreitender Erlebnisse.
Vor Kurzem war ich zum ersten Mal bei einem Konzert unter freiem Himmel in Sonderburg. Der erste richtig laue Sommerabend, gut gelaunte und entspannte Menschen, perfekt für "Rock i Mølleparken". Von Anfang Juni bis Ende August zieht es zu den Konzerten regelmäßig tausende Musikfans in den lauschigen Park. Immer treten zwei Bands auf, einmal gibt's sogar ein Minifestival. Das Festival zieht regelmäßig auch Gäste von der deutschen Seite der Grenze an. Etwa, wenn die dänische Sängerin Tina Dico die Bühne im Mølleparken rockt. Auch das Tondern Musikfestival lockt etliche Schleswig-Holsteiner nach Dänemark. Musikalisch löppt es also mit den Grenzüberschreitungen.
Schleswig-Holstein Musik Festival gastiert in Sonderburg
Sommer heißt natürlich immer auch - mal auf der deutschen Seite der Grenze geguckt: Es ist wieder Zeit für das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF). Was das mit Dänemark zu tun hat? Die Konzert-Reihe gastiert auch hier bei uns! Ich muss also noch nicht mal über die Grenze fahren, wenn ich am 17. August Midori & Eschenbach hören möchte. Sondern einfach nur 15 Kilometer weiter in den Konzertsaal des Alsion nach Sonderburg. Das finde ich großartig. Denn: Wer will schon Grenzkontrollen in inzwischen beide Richtungen, wenn man doch einfach nur Musik genießen und danach wieder nach Hause möchte? Grüße gehen raus an die Regierungen beider Länder! Aber das ist ein anderes Thema.
Musikalischer Mini-Urlaub grenzenlos
Musikalisch läuft es also grenzenlos hier im Grenzland. Und noch etwas gefällt mir ausgesprochen gut am dänischen Musiksommer: Dass die Stimmung so entspannt ist. Vor allem bei den Freiluft-Konzerten im Mølleparken. Kein Gedränge an den beiden Eingängen, an den Getränkeständen und die Schlange vor den Toiletten ist auch nicht so lang, wie man sie bei tausenden Musikfans im Park vermuten würde. Außerdem habe ich den Eindruck, dass nicht ganz so viele Menschen permanent mit gezücktem Handy auf auf die Bühne halten, um ihren Followern anschließend in den sozialen Netzen zu mitzuteilen: Ätsch, ich war da, ihr nicht. Wenn man es schafft, einfach im Moment zu sein, die Atmosphäre und die Musik zu genießen, dann kann so ein Konzert wie ein Mini-Urlaub wirken.
Internationale Stars um die Ecke
Als ich mich am Wochenende mit selbst gebackenen Pflaumenkuchen zu einem kleinen Hyggeschnack zu meinem Nachbarn aufmache - dem Mann namens Ove - landen wir angesichts meiner Begeisterung schnell bei der Musik. "Wir lieben die Stimmung im Mølleparken auch. Das liegt aber auch daran, weil wir da so viele Leute treffen, die wir kennen", sagt Ove und lacht. "Queen Machine" haben er und seine Frau Jonna schon mehrmals gehört. Super, denke ich, die spielen ja Mitte August. Aber: Ätsch, ausverkauft. Was soll's. Wir sind ja im Grenzland. Dann fahre ich eben das nächste Wochenende zum Netzcup nach Rendsburg und höre mir da Max Giesinger und Michy Reincke an.