Nagelstudios und Barbershops: Zollbeamte stellen Verstöße fest
Zollbeamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben Nagelstudios und Barbershops in ganz Schleswig-Holstein überprüft. Dabei stellten sie verschiedene Verstöße fest, unter anderem fehlende Aufenthaltstitel.
Bei einer bundesweiten Kontrollaktion haben Beamte und Beamtinnen des Hauptzollamtes Kiel am Samstag (26.9.) insgesamt sieben Nagelstudios und zwölf Barbershops in Lübeck, Eutin, Stockelsdorf, Ahrensbök, Bad Schwartau, Grömitz, Geesthacht, Ratzeburg, Mölln und Trittau überprüft.
Zoll kontrolliert Barbershops und Nagelstudios in SH
Bei den Kontrollen trafen die Einsatzkräfte sieben Personen an, die sich ohne erforderlichen Aufenthaltstitel in Deutschland aufhielten, wie Zollsprecherin Gabriele Oder berichtete. Vier von ihnen arbeiteten in einem Nagelstudio in Trittau, die anderen drei wurden in Nagelstudios und Barbershops in Ratzeburg, Geesthacht und Stockelsdorf festgestellt.
"Einige Beschäftigte konnten oder wollten sich gar nicht ausweisen, andere legten zwar echte Ausweisdokumente vor, die aber zu anderen Personen gehören", berichtete Gabriele Oder.
Strafverfahren auch gegen Arbeitgeber
Bei der Razzia stellten die Zollbeamten weitere Verstöße fest: Ein Mitarbeiter eines Barbershops war nicht bei der Sozialversicherung angemeldet, in anderen Fällen wurde die Sofortmeldepflicht missachtet oder es fehlten Arbeitszeitaufzeichnungen.
In allen Fällen wurden Strafverfahren oder Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Diese betreffen sowohl die Arbeitnehmer, zum Beispiel bei fehlenden Aufenthaltstiteln, aber auch die Arbeitgeber, zum Beispiel wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt und illegaler Beschäftigung.
Bundesweit rund 2.200 Zollbeamte dabei
Die Kontrollen des Hauptzollamts Kiel waren Teil einer bundesweiten Schwerpunktprüfung im Friseur- und Kosmetikgewerbe. Dort gelten seit Anfang 2026 besondere Pflichten nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz, unter anderem die Ausweismitführungs- und die Sofortmeldepflicht. Rund 2.200 Beschäftigte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit waren bei der Kontrolle im Einsatz.
Verstöße gegen Mindestlohn werden noch geprüft
Das Hauptzollamt zeigt sich zufrieden mit der Kontrolle, an der rund 2.200 Beschäftigte beteiligt waren. "Sieben Personen ohne Aufenthaltstitel, eine fehlende Anmeldung zur Sozialversicherung, Verstöße bei Sofortmeldungen und Arbeitszeitaufzeichnungen - das ist eine deutliche erste Bilanz", sagt Oder. Nun werden noch die Geschäftsunterlagen der Betriebe geprüft. Dabei könnten sich weitere Verstöße, etwa gegen den Mindestlohn, ergeben.