Marmelade kochen - so einfach und schnell geht's
Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen oder Pflaumen: Heimisches Obst eignet sich sehr gut für die Herstellung von Marmelade nach individuellem Geschmack. Wie geht das? Welcher Zucker ist der richtige?
Der Vorteil selbst gekochter Marmelade gegenüber gekauften Produkten liegt auf der Hand: Man weiß genau, was drin ist, und kann den Aufstrich nach eigenen Wünschen kreieren. Das gilt zum Beispiel für den Zuckeranteil. Wer es nicht zu süß mag, verwendet Gelierzucker im Verhältnis 3 zu 1. Statt die Früchte zu pürieren oder zu zerkleinern, kann man auch Fruchtstücke in der Marmelade lassen. Dann hat sie mehr Biss.
Gewürze und Alkohol verleihen besonderes Aroma
Mit Gewürzen oder einem Schuss Alkohol lässt sich der Geschmack außerdem verfeinern. Dazu eignen sich etwa Ingwer, Kardamom, Vanille oder Zimt sowie fruchtige Liköre mit Orangen oder Schwarzen Johannisbeeren (Cassis). Wer gerne experimentiert, kann auch einen Spritzer Bitterlikör, Tequila oder Gin dazugeben. Etwas Zitronensaft sorgt für eine angenehme Säure.
Marmelade kochen: Einfaches Grundrezept für Zubereitung
Zunächst die Früchte zubereiten. Besonders schnell geht das bei Beerenfrüchten, sie müssen nur gewaschen und eventuell entstielt werden. Andere Obstsorten schälen, entkernen und klein schneiden. Bei härterem Obst wie etwa Pfirsichen oder Birnen empfiehlt es sich, die Fruchtstücke zunächst mit etwas Wasser weich zu kochen.
Die Früchte mit Gelierzucker in einen Topf geben und drei Minuten lang aufkochen. Nach Bedarf Gewürze, etwas Zitronensaft oder einen Schuss Alkohol dazugeben. Die heiße Marmelade sofort in ausgekochte Schraub- oder Weckgläser geben - dabei leistet ein Marmeladentrichter gute Dienste. Kühl und möglichst dunkel gelagert, hält sie viele Monate lang. Tipp: Man kann die Gläser auch einfrieren, dann behält die Marmelade ihre schöne, kräftige Farbe.
Rezepte für Marmelade
Gelierzucker bestimmt Süße und Fruchtanteil
Damit die Marmelade geliert, also eine gelartige Konsistenz bekommt, bedarf es eines Geliermittels wie etwa Pektin. Dieses ist in handelsüblichem Gelierzucker bereits enthalten. Er wird in drei verschiedenen Varianten angeboten - im Verhältnis 1:1 (ein Anteil Frucht, ein Anteil Zucker), 2:1 (zwei Anteile Frucht, ein Anteil Zucker) und 3:1 (drei Anteile Frucht, ein Anteil Zucker). Je höher der Zuckeranteil, desto süßer wird die Marmelade.
Bio-Gelierzucker ohne Konservierungsstoffe
Allerdings enthalten Gelierzucker mit dem Verhältnis 2:1 und 3:1 meist Konservierungsstoffe. Wer darauf verzichten möchte, greift zu Bio-Gelierzucker. Statt Gelierzucker kann man auch normalen Zucker und Gelierpulver verwenden. Auch hier gibt es konventionelle Produkte, die meist Konservierungsstoffe und Palmöl enthalten, sowie Produkte mit unbedenklichen Inhaltsstoffen.
Auch Tiefkühl-Obst gut für Marmelade geeignet
Besonders im Sommer bietet der Handel viel leckeres Obst wie Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen für die Zubereitung von Marmelade an. Alternativ sowie in der kalten Jahreszeit kann man auf tiefgekühlte Produkte zugreifen, die sich sehr gut zum Einkochen eignen. Einfach kurz mit kaltem Wasser abbrausen, dann in einen großen Topf geben, etwas antauen lassen und wie oben beschrieben zubereiten.
Pikant und lecker: Chutney
Eine pikante Variante der Marmelade ist das Chutney, ein süß-saures oder scharf-würziges Mus aus Früchten und Gemüse, das in Indien zu jedem Essen gehört. In Europa werden Chutneys meist wie Marmelade eingekocht und im Glas konserviert, statt Gelierzucker werden aber hauptsächlich Essig, etwas Zucker und Gewürze verwendet.
Chutneys kann man aus Früchten (zum Beispiel Mango, Apfel, Ananas), Gemüse wie Tomaten, Paprika oder Zwiebeln oder einer Kombination von beidem herstellen. Als Gewürze eignen sich Knoblauch, Chili, Pfeffer, Zimt und Ingwer. Die Früchte oder das Gemüse klein schneiden. Etwas Zucker in einen Topf geben und karamellisieren lassen. Mit Essig ablöschen. Früchte/Gemüse und Gewürze dazugeben und einkochen lassen. In saubere Gläser abfüllen und verschließen.