Video: DAS! schmeckt: Mixed Pickles - süß-sauer eingelegtes Gemüse (4 Min)

Obst und Gemüse ganz einfach haltbar machen - so geht's

Stand: 03.09.2026 11:19 Uhr

Wer das ganze Jahr über heimisches Obst und Gemüse essen möchte, kann es durch Einkochen, Einlegen, Trocknen oder Fermentieren haltbar machen. Ein Überblick und Anleitungen für die verschiedenen Methoden.

Zur Erntezeit gibt es heimisches Obst und Gemüse in Hülle und Fülle - oft zu viel, um es frisch zu verzehren. Wer es einmacht, kann es auch noch später im Jahr genießen. Weiterer Vorteil gegenüber gekaufter Konservenkost: Die selbst gemachten Produkte sind frei von Zusatzstoffen und hatten nur kurze Transportwege.

Einkochen: Vorräte aus dem Glas

Einweckglas mit Buschbohnen
Beim Einkochen wird das Obst oder Gemüse im verschlossenen Glas gekocht.

Eine verbreitete Methode zum Konservieren ist das Einkochen. Dafür eignen sich beispielsweise Kirschen, Birnen und Pfirsiche, aber auch Rote Bete, Erbsen, Bohnen, Möhren oder Tomaten. Statt eines speziellen Einkochtopfs kann man auch den Backofen nutzen.

Zunächst die Einkochgläser mit kochendem Wasser ausspülen oder für etwa zehn Minuten bei 140 Grad in den Backofen stellen, um sie zu sterilisieren. Gemüse oder Obst bei Bedarf schälen, waschen, in gleich große Stücke schneiden und in die Gläser geben. Mit kaltem Wasser bis kurz unter den Rand auffüllen. Alternativ kann man Gemüse mit einem Sud aus Salz und Kräutern, Obst mit gezuckertem Wasser einmachen. Glasränder mit einem sauberen Tuch reinigen. Die Gläser gut verschließen, eine Fettpfanne mit Wasser füllen und die Gläser hineinstellen.

Bei 180 Grad im Ofen einkochen

Im Backofen auf die unterste Schiene stellen und auf etwa 180 Grad aufheizen. Ofen ausschalten, wenn die Flüssigkeit in den Gläsern zu perlen beginnt. Gläser circa 30 Minuten im geschlossenen Ofen stehen lassen, dann herausnehmen und abkühlen lassen. Kühl und dunkel gelagert bleibt Eingekochtes mehrere Monate haltbar.

Rezept für eingekochtes Gemüse

Eingekochte Gurken in einem Weckglas und auf einem hellen Teller mit Gabel

Das Gemüse wird mit einem eingekochten Sud aus Wein, Essig und Gewürzen in Einweckgläser gefüllt und so haltbar gemacht.

Einmachen: Marmelade, Chutney und Kompott

Ein Kochlöffel liegt auf einem Glas mit Chutney.
Chutneys schmecken gut zu Currys, zu Gegrilltem oder auch zu Käse.

Etwas schneller geht das Einmachen. Dabei wird vorwiegend Obst erst gekocht und dann in sterile Gläser abgefüllt. Diese Methode eignet sich für Marmelade, Gelees und Kompott. Eine pikante Variante ist das Chutney, ein süß-saures oder scharf-würziges Mus aus Früchten und Gemüse, das in Indien zu jedem Essen gehört. In Europa werden Chutneys meist wie Marmelade eingekocht und im Glas konserviert, statt Gelierzucker werden aber hauptsächlich Essig, etwas Zucker und Gewürze verwendet.

Chutneys kann man aus Früchten (zum Beispiel Mango, Apfel, Ananas), Gemüse wie Tomaten, Paprika oder Zwiebeln oder einer Kombination von beidem herstellen. Als Gewürze eignen sich Knoblauch, Chili, Pfeffer, Zimt und Ingwer. Die Früchte oder das Gemüse klein schneiden. Etwas Zucker in einen Topf geben und karamellisieren lassen. Mit Essig ablöschen. Früchte/Gemüse und Gewürze dazugeben und einkochen lassen. In saubere Gläser abfüllen und verschließen.

Pickles: Gemüse sauer einlegen

Gewürzgurken in einem Glas auf einem Holzbrett.
Sauer eingelegtes Gemüse schmeckt gut zum Abendbrot, etwa zu Käse und Schinken.

Das saure Einlegen, im Englischen "to pickle", ist besonders einfach. Als Basis-Sud eignet sich eine Mischung aus einem Teil Essig, zwei Teilen Wasser, Zucker (etwa 20 g auf 1 l Wasser), Salz (etwa 30 g auf 1 l Wasser, kein Jodsalz verwenden!) sowie je nach Geschmack Gewürzen und Kräutern.

Das zerkleinerte Gemüse roh in sterilisierte Gläser geben und mit dem heißen Sud auffüllen. Sehr festes Gemüse kann man kurz vorkochen. Wichtig: Gemüse ganz mit Sud bedecken. Die Gläser fest verschließen, auskühlen lassen und das Gemüse einige Wochen an einem dunklen, trockenen Ort reifen lassen. Es hält bis zu einem Jahr. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und bald verbrauchen. Die Pickles schmecken gut zu belegten Broten, Fondue oder Raclette.

Rezept für Mixed Pickles

Mixed Pickles verschiedener Gemüse in Einmachgläsern

Ob zum Grillen, als Vorspeise, im Salat oder zum Abendbrot: Das eingelegte Gemüse lässt sich vielseitig verwenden.

Fermentieren: Gemüse traditionell und gesund haltbar machen

Vom sauren Einlegen zu unterscheiden ist das milchsaure Einlegen, auch Fermentieren genannt. Es eignet sich gut für alle festen Gemüsesorten wie Kohlgemüse (Sauerkraut), Gurken, Möhren, Bohnen, Kürbis oder Paprika. Dabei werden Vitalstoffe weitgehend geschont. Der Vitamin-C-Gehalt nimmt sogar zu und es entsteht Vitamin B12. Zum milchsauren Einlegen eignen sich spezielle Gärtopfe, für kleinere Mengen auch Schraubdeckel- oder Weck-Gläser.

Rezepte für fermentiertes Gemüse

Kimchi in einem Weckglas.

Das fermentierte Gemüse kommt in Korea zu fast jeder Mahlzeit auf den Tisch. Tarik Rose bereitet es traditionell aus Chinakohl zu.

Ein Einmachglas mit Kimchi auf einem Tisch arrangiert.

Thomas Sampl stellt das gesunde fermentierte Gemüse, das in Korea Nationalgericht ist, aus Spitzkohl her.

Fermentierter Chinakohl, Kimchi, auf einem hellen Teller

Für die gesunde koreanische Beilage wird Chinakohl mit Chili-Paste bestrichen und mehrere Wochen eingelegt.

Bowl mit fermentiertem Gemüse und Huhn auf einem Teller serviert.

In die gesunde Bowl kommen Sauerkraut, Rote Bete, Reis und würziges Hähnchen. Vegetarier ersetzen das Huhn durch Tofu.

Fermentierte Rote Bete in einem Weckglas.

Einmachen leicht gemacht: Durch die Fermentation wird das Gemüse haltbar gemacht und hält sich mehrere Wochen.

Das Gemüse klein schneiden oder hobeln, in einer Schüssel mit Salz (etwa zwei bis fünf Prozent der Gesamtmenge) vermengen und kräftig mit einem Stampfer pressen, bis ausreichend Flüssigkeit ausgetreten ist. Anschließend in ein sauberes Glas schichten. Dabei darauf achten, dass das Gemüse unter der Lake bleibt und nicht mit Sauerstoff in Berührung kommt. Reicht die Flüssigkeit nicht aus, mit aufgekochter Salzlösung (20 bis 30 g Salz auf 1 l Wasser) auffüllen. Das Glas verschließen, aber nicht zu fest, denn während des Gärens treten Gase aus, die entweichen müssen.

Die Milchsäurebakterien wandeln nun den Zucker in Milchsäure um. Schimmel und andere unerwünschte Bakterien können in dem sauren Milieu nicht existieren. Die ideale Temperatur für diesen Gärprozess liegt in den ersten Tagen bei 20 Grad. Danach etwas kühler lagern.

Trocknen oder Dörren: Ein uraltes Verfahren

Getrocknete Apfelscheiben, zwei Äpfel und eine Messer liegen auf einem Stück Backpapier.
Getrocknete Apfelringe schmecken gut als Snack oder im Müsli.

Als ältestes Verfahren zum Konservieren von Lebensmitteln gilt Trocknen oder Dörren. Geeignet sind viele Obstsorten, etwa Äpfel, Aprikosen oder Pflaumen, aber auch Tomaten, Pilze und Kräuter. Früchte und Gemüse zunächst gründlich putzen, bei Bedarf schälen und entsteinen sowie in Stücke oder Scheiben schneiden.

Sehr gut funktioniert das Trocknen in einem Umluft-Backofen: Pilze und Kräuter benötigen dabei eine Temperatur von etwa 50 Grad, Obst 50 bis 70 und Gemüse rund 80 Grad. Wer keinen Backofen mit Umluft hat, kann die Ofenklappe mit einem Kochlöffel leicht offen halten. Je nach Größe, Dicke und Wassergehalt der Früchte dauert das Trocknen zwischen sechs und zwölf Stunden, bei Kräutern drei bis vier Stunden. Früchte etwa sind fertig, wenn sie sich ledrig anfühlen und biegen lassen.

Rezept für getrocknete Pilze

Getrocknete Stücke von Speisepilzen auf einem Holztisch

Getrocknete Speisepilze lassen sich in Soßen oder Ragouts verwenden. Fein gemahlen geben sie Gerichten viel Geschmack.

Praktisch zum Trocknen: Dörrgeräte

Energiesparender geht es mit speziellen Dörrautomaten auf Elektrobasis. Sie halten die gewählte Temperatur über Stunden sehr konstant und geben weniger Wärme an die Raumluft ab. Da sie meist aus mehreren Etagen bestehen, lassen sich damit verschiedene Obst- und Gemüsesorten gleichzeitig trocknen. Alternativ besitzen auch viele Airfryer eine Dörr-Stufe.

Zur Aufbewahrung von getrocknetem Obst und Gemüse eignen sich luftdichte Vorratsdosen und -gläser oder Folienbeutel.

Einfrieren: Frisch in die Kälte

Gefrorene Erbsen und Möhren auf Eis
Eingefrorenes Gemüse behält seine frische Farbe, wenn es vorher kurz in kochendem Wasser gegart und in Eiswasser abgeschreckt wurde.

Die einfachste und beliebteste Methode zur Konservierung ist das Einfrieren. Dafür das Gemüse am besten zunächst blanchieren, also kurz in kochendes Wasser geben und anschließend in Eiswasser tauchen, damit es seine natürliche Farbe behält. Die Garzeiten liegen je nach Härte und Größe des Gemüses zwischen zwei (Erbsen, Paprika) und sieben Minuten (Artischocken, ganze Möhren).

Kräuter kann man - gewaschen und gehackt - direkt einfrieren. Bei empfindlichem Obst wie Erd- oder Himbeeren empfiehlt es sich, die einzelnen Früchte zunächst auf ein Tablett zu legen und sie anzufrieren, bevor sie in einen Gefrierbeutel kommen. So kleben sie später nicht zusammen. Bei Temperaturen von mindestens minus 18 Grad halten sich Obst und Gemüse etwa ein Jahr. Werden sie zuvor vakuumiert, verlängert sich die Haltbarkeit deutlich.

Vakuumieren: Ideal vor dem Einfrieren

Verschiedene Gemüse in einem Vakuumbeutel
Im Vakuumbeutel hält Gemüse länger, weil die Luft und damit der Sauerstoff entfernt wurde.

Die Methode, Lebensmittel im Vakuum, also im luftfreien Raum aufzubewahren, ist relativ neu. Frisches Obst, Gemüse oder Fleisch werden in Kunststoffbeutel "eingeschweißt", nachdem ein Vakuumiergerät zuvor vollständig die Luft aus dem Beutel gesaugt hat. Weiche Früchte wie Beeren sollten vor dem Vakuumieren eingefroren, gasbildende Sorten wie Kohl, Erbsen und Bohnen blanchiert werden.

Die vakuumierten Lebensmittel können entweder im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo sie drei bis vier Mal länger genießbar bleiben als einfach verpackte, oder eingefroren werden.

Getrocknete, eingekochte, zu Saft verarbeitete und noch in einem Korb befindliche Tomaten in einem Bild.

Getrocknete Tomaten, Ketchup oder Saft: Gärtner Peter Rasch hat jede Menge Ideen, wie man Tomaten haltbar machen kann.

Ein Glas mit Himbeermarmeldae neben frischen Himbeeren auf einem weißen Holztisch mit Müsligläsern im Hintergrund.

Aus Obst wie Erdbeeren oder Kirschen kann man Marmelade nach eigenem Geschmack herstellen. Tipps für die Zubereitung.

Eingelegtes Gemüse

Aus Essig, Wasser, Zucker und Gewürzen kocht Hannes Schröder einen Fond. Darin hält Gemüse bis zu einem Jahr.

Fermentierter Chinakohl, Kimchi, auf einer dunklen Steinplatte

Für die koreanische, sehr gesunde Beilage wird Chinakohl mit Chili-Paste bestrichen und für mehrere Wochen eingelegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Das! Rote Sofa | 24.07.2026 | 18:45 Uhr, Online-Beitrag zuerst veröffentlicht am 24.07.2026 | 18:53 Uhr

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