Mit Chili kochen: Scharf, feurig oder superscharf?
Ob Chili con Carne, Asia-Gericht oder Süßspeise: Chilischoten verleihen Gerichten eine feurige Note. Von Peperoni unterscheiden sie sich optisch und im Aroma. Rezepte und Tipps zur Verarbeitung.
Weltweit existieren rund 4.000 verschiedene Chilisorten, die sich in unterschiedliche Schärfegrade einteilen lassen. Eine deutliche Schärfe haben sie allerdings alle. Das unterscheidet sie von Peperoni, mit denen sie botanisch sehr eng verwandt sind, die aber je nach Sorte teilweise sehr mild schmecken. Meist sind Chilischoten zudem deutlich kleiner als Peperoni.
Chili und Peperoni - Grundlage für unterschiedliche Gewürze
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Peperoni und Chili sind die Gewürze, die aus den verschiedenen Schoten hergestellt werden: So sind Chilischoten die Basis für Chilipulver und Cayenne-Pfeffer, aus Peperoni wird dagegen Paprikapulver hergestellt. Je nach Schärfe der Peperoni handelt es sich dann um mildes - edelsüßes - Paprikapulver oder um scharfen Rosenpaprika.
Chili con Carne: So bereitet man den Klassiker zu
Rinderhack, rote Paprika, Kidneybohnen und Tomaten sind die wichtigsten Zutaten für Chili con Carne. Die Zubereitung des beliebten Party-Klassikers ist einfach: Zunächst das Hack anbraten, dann Zwiebeln, Knoblauch und nach Geschmack Tomatenmark dazugeben und mitbraten. Stückige und passierte Tomaten aus der Dose, klein geschnittene Paprika sowie nach Belieben Brühe hinzufügen, außerdem Kidneybohnen und eventuell Mais. Gewürzt wird mit Salz und Pfeffer, Paprikapulver, Chilipulver oder -flocken und Cayenne-Pfeffer. Etwas Zimt oder Kreuzkümmel verleihen dem Eintopf eine leicht orientalische Note. Wer mag, gibt außerdem klein geschnittene frische Chili dazu. Serviert wird Chili con Carne meist mit einem Klecks saurer Sahne oder Crème fraîche.
Asia-Küche: Chili ist beliebte Zutat
Die Schärfe der Chilischoten passt zu Gemüsespeisen ebenso wie zu Fisch oder Fleisch. Sehr beliebt ist Chili in der asiatischen Küche, es ist Bestandteil der meisten Curry-Mischungen und -pasten. Chili ist aber auch eine leckere Zutat in fruchtigen Chutneys. In süßen Speisen, etwa Schokolade oder Marmelade, sorgt ein Hauch von Chili für ein ganz besonderes Geschmackserlebnis.
Rezepte mit Chili
Chili in der Küche richtig verwenden
Chili ist getrocknet in Flocken- oder Pulverform sowie frisch erhältlich. Bei der frischen Schote möglichst die Samenansätze und die weißlichen Scheidewände im Inneren entfernen. Sie sind besonders scharf. Dann entweder in dünne Ringe oder ganz klein schneiden. Aber Vorsicht: Je kleiner die Chilistücke sind, desto schärfer wird das Essen, da mehr Schärfe abgegeben wird. Generell empfiehlt es sich, Chili in der Küche eher sparsam zu verwenden und lieber später etwas nachzuwürzen.
Ganz wichtig: Beim Verarbeiten der Schoten Einweghandschuhe tragen. Denn das im Chili enthaltene Capsaicin brennt selbst nach dem Händewaschen schmerzhaft, wenn es aus Versehen in die Augen gerieben wird. Auch das Schneidebrett nach der Verwendung gründlich abspülen.
Beim Kauf auf Schärfegrad achten
Farbe, Größe oder Form der Schoten geben übrigens keinen Hinweis darauf, ob es sich um eine eher milde oder scharfe Sorte handelt. Grüne Schoten wurden lediglich früher geerntet als gelbe oder rote. Beim Kauf empfiehlt es sich daher, die Hinweise auf der Verpackung zu beachten oder - etwa beim Kauf auf dem Markt - den Verkäufer zu fragen.
Als eher milde Sorte gelten Jalapeños, die vor allem in der mexikanischen Küche verwendet werden, als besonders scharfe Sorte Bhut Jolokia, die in Indien angebaut wird sowie Carolina Reaper (auf Deutsch: Sensenmann), die oft als schärfste Chili der Welt bezeichnet wird.
Chili-Schärfe neutralisieren
Ist einmal zu viel Chili in ein Gericht gelangt, lässt sich die Schärfe mit Sahne, Kokosmilch oder Crème fraîche abmildern. Das enthaltene Capsaicin, das für die Schärfe von Chili verantwortlich ist, ist fettlöslich, deshalb verfliegt ein Teil der Schärfe durch das in diesen Lebensmitteln enthaltene Fett. Alternativ Zutaten wie Tomaten oder Gemüse hinzufügen, um das Gericht zu verdünnen.
Chilis enthalten gesundes Capsaicin
Das Capsaicin ist nicht nur scharf, sondern regt auch den Stoffwechsel und die Durchblutung an. Zudem wirken Chilischoten positiv auf das Immunsystem und stimmungsaufhellend - der Körper reagiert auf das schmerzhafte Empfinden der Schärfe, indem er Endorphine ausschüttet. Die Botenstoffe helfen dabei, Schmerzen zu blockieren.
Chili richtig lagern und trocknen
Frische Chilischoten halten sich am besten im Kühlschrank - im Gemüsefach mindestens eine Woche. Die Schoten lassen sich auch gut einfrieren. Dazu einfach heiß abwaschen, gut abtrocknen und mitsamt Stielansatz in Gefrierbeuteln in den Tiefkühlschrank legen. Eine weitere Möglichkeit ist das Trocknen. Wer kein Dörrgerät besitzt, kann dünnfleischige Schoten auf Garn auffädeln und an einem trockenen, warmen Ort an der Luft trocknen lassen.