Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis: Entzündungshemmend essen
Stand: 02.02.2026 00:00 Uhr
Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht heilbar. Mit der Umstellung auf eine entzündungshemmende Ernährung kann aber versucht werden, die chronische Entzündung der Schilddrüse positiv zu beeinflussen.
Müdigkeit, Unwohlsein und ansteigendes Gewicht sind bei der chronischen Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis oft ein Problem. Manche Hashmoto-Betroffene haben trotz Behandlung mit L-Thyroxin Beschwerden. Zum Glück lassen sich die durch die Autoimmunkrankheit verursachten Beschwerden über die Ernährung oft positiv beeinflussen. Der Ansatz dabei ist, das Immunsystem zu stärken und wieder in Balance zu bringen, indem man entzündungshemmend isst. Passende Lebensmittel dazu haben wir unten in einer Liste (auch als PDF) zusammengestellt.
Gewicht halten oder abnehmen bei Hashimoto
Lachsfilet mit Frühlingsgemüse und extra Öl: So könnte eine gesunde Tellereinteilung aussehen.
Viele Betroffene leiden darunter, dass aufgrund der Schilddrüsenunterfunktion ihr Gewicht stetig ansteigt. Abnehmen scheint kaum möglich, Diäten bringen oft nicht den gewünschten Erfolg. Mithilfe des Intervallfastens und einer kohlenhydratarmen Ernährung können aber auch bei Hashimoto-Kranken die Pfunde purzeln. Dabei lässt man beispielsweise über Nacht 16 Stunden Pause zwischen Abendessen und der ersten Mahlzeit des Tages. Zuckerfreie Getränke wie Wasser oder Tee sind in der Fastenphase erlaubt, außerdem zwei Mahlzeiten am Tag - aber keine Zwischenmahlzeiten.
Magenschonende Ernährung bei zusätzlicher Gastritis A
Etwa in jedem zweiten Hashimoto-Fall ist auch eine Autoimmungastritis (Gastritis A) vorhanden: Das bedeutet, dass das Immunsystem ebenfalls Zellen der Magenschleimhaut angreift. Dadurch fällt der Säurepegel dramatisch, als Gegenpol entsteht Gastrin. Das kann auf lange Sicht zu Tumoren führen. Betroffene sollten zusätzliche eine magenschonende Ernährungsweise einhalten.
Vorsicht mit Gluten und Weizenprodukten
Darm und Schilddrüsenfunktion sind ebenfalls verknüpft. Bei Hashimoto-Betroffenen sollte immer die Glutenverträglichkeit getestet werden, denn häufiger werden bei ihnen serologische Marker für eine Zöliakie gefunden. In diesem Fall müssen Betroffene auf glutenhaltige Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste) verzichten, stattdessen auf Scheingetreide wie Buchweizen, Quinoa und Amarant ausweichen. Auch eine Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität tritt häufiger zusammen mit Hashimoto auf.
Ernährung bei Hashimoto - das Wichtigste im Überblick
Entzündungshemmend und sättigend sollte der Speiseplan bei Hashimoto sein:
Am bedeutsamsten für den Körper ist viel Gemüse - zubereitet mit hochwertigen Ölen, ergänzend dazu: zuckerarmes Obst (zum Beispiel Beeren).
Genügend Eiweiß bei jeder Mahlzeit hilft dabei, gut und langanhaltend satt zu werden. Gute Eiweißquellen sind Milchprodukte, Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte und Pilze.
Entzündungshemmend wirken Omega-3-Fettsäuren (etwa in hochwertigem Lein- oder Hanföl, Algenöl, Lachs) und antioxidative Pflanzenstoffe aus buntem Gemüse und Gewürzen (wie dunklem Kakao, Zimt, Ingwer, Pfeffer, Kurkuma).
Das Spurenelement Selen ist essenziell für die korrekte Funktion des Immunsystems und der Schilddrüse. Es steckt unter anderem in Fisch, Fleisch, Eiern, Pilzen, Linsen, Kohl- und Zwiebelgemüse und Nüssen, vor allem Paranüssen (1-2 pro Tag sind ausreichend).
Präbiotika (Ballaststoffe) und Probiotika stärken die Darmflora: z. B. Sauerkraut, Joghurt, Miso-Suppen. Ist die Darmflora intakt, fällt oft auch das Abnehmen leichter.
Hirse, Quinoa oder Buchweizen im Müsli, Brot oder als Beilage sind glutenfrei und liefern wichtige Mineralstoffe und Eiweiß.
Im Fall einer zusätzlichen Autoimmungastritis: möglichst auch kein Kaffee, nichts zu stark Gewürztes, Geräuchertes, Gebratenes oder sehr Fettiges. Stattdessen vor jeder Mahlzeit ein Glas Zitronenwasser: 1 EL Zitronensaft in 150 ml Wasser.
Eine Tasse bitterer Wermuttee wirkt appetitzügelnd. Vorsichtig dosieren: So viel Wermutkraut, wie zwischen zwei Finger passt, in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser übergießen und genau 1 Minute ziehen lassen. Wermut regt die Verdauungssäfte an, sein Geschmack dämpft jedoch unmittelbar den Heißhunger auf Süßes. Nach dem Essen oder nach Bedarf trinken. Auch andere Bitterstoffe können Anwendung finden.
Alkohol und Rauchen sollten unbedingt tabu sein.
Was essen bei Hashimoto: Lebensmittel und Rezepte
Gesund essen gegen die chronische Entzündung: Hier finden Sie geeignete Rezepte und Lebensmittel-Listen (auch zum Herunterladen).
Vitamine und andere Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren - wo stecken sie drin? Unsere Liste macht die Küche zur Hausapotheke.
Empfehlenswert (in Maßen): Vollkornbrot, Vollkorngetreideprodukte, insbesondere aus Hafer, Gerste, Dinkel, Roggen (alle glutenhaltig) oder Scheingetreide wie Buchweizen, Amarant, Quinoa (glutenfrei); Haferflocken, Müsli ohne Zucker; Vollkornnudeln, Vollkornreis, Pellkartoffeln
Nicht empfehlenswert: Weißbrot, Toastbrot, Zwieback, Weizen- und Milchbrötchen, Croissants; Hartweizennudeln; geschälter Reis, Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer; Fertiggerichte, Fast Food
selten, maximal 1 kleine Handvoll (25 g)
Nicht empfehlenswert: Süßigkeiten, süße Backwaren, süße Milchprodukte (s. u.), Eiscreme, Chips, Flips, Salzgebäck
1-2 Portionen/Tag - eine große Handvoll reicht aus
Weniger empfehlenswert: zuckerreiches Obstwie Ananas, Banane, Birne, Honigmelone, Kaki (Sharon), Mango, Weintrauben, Süßkirsche
Nicht empfehlenswert: gezuckerte Obstkonserven und Obstmus; kandierte oder gezuckerte Trockenfrüchte
3 Portionen/Tag
Empfehlenswert: alle außer Mais
Weniger empfehlenswert: Mais (da zuckerreich)
ca. 40 g/Tag = eine Handvoll
Empfehlenswert: ungesalzene Nüsse, Saaten und Kerne
Weniger empfehlenswert: gesalzene Nüsse, Saaten und Kerne
ca. 2 EL/Tag
Empfehlenswert: Olivenöl, Rapsöl, Hanföl, Walnussöl; Weizenkeimöl, Leinöl (Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht ("Oxyguard"/"Omega-safe"-Verfahren); wenig Butter
Nicht empfehlenswert: Schweine- und Gänseschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
ca. 2 Liter/Tag
Empfehlenswert: Wasser, ungezuckerter Tee, vor allem Kräutertee (Fenchel, Kamille, Löwenzahn, Schafgarbe, Salbei)
Eingeschränkt empfehlenswert (nicht empfehlenswert bei Gastritis A): Kaffee
Nicht empfehlenswert: Fruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke (s. u.), Alkohol
2 Portionen/Woche, je circa 125 g
Empfehlenswert: Forelle, Heilbutt, Hering, Karpfen, Lachs (nach individueller Verträglichkeit bei Gastritis A), Scholle, Seezunge, Thunfisch; Aal (nicht bei Gastritis A)
Nicht empfehlenswert: Fisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt; sehr jodreicher Fisch wie Meeräsche, Seelachs, Schellfisch; bei Gastritis A zusätzlich: Räucherfisch, Bratfisch
max. 2-3 Portionen/Woche, bis je 100 g Rohgewicht
Empfehlenswert: Magerer Aufschnitt wie Corned Beef, Putenbrustaufschnitt; Hühnerfleisch, Putenfleisch
Nicht empfehlenswert: Paniertes Fleisch; alle übrigen Wurstwaren und generell Schweinefleisch (wegen des hohen Gehalts an Arachidonsäure) - egal ob Aufschnitt, Koch-, Grill-, Brat- oder Bockwurst; bei Gastritis A zusätzlich: Räucherfleisch/-wurst, stark gebratenes oder gewürztes Fleisch
Empfehlenswert: Eier, fettarm zubereitet;
Eingeschränkt empfehlenswert: Buttermilch, Speisequark bis 20 % Fett, Naturjoghurt bis 3,5 % Fett; Käse bis 45 % Fett i. Tr. (Schnittkäse, Weichkäse, Fetakäse, Mozzarella, Harzer Käse, körniger Frischkäse
Nicht empfehlenswert: Mayonnaise; Trinkmilch (Kuh); fettreiche Milchprodukte wie Sahne, Schmand und Crème fraîche; gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch
Diese Informationen ersetzen keine individuelle ernährungsmedizinische Beratung. Ernährungsmedizinische Behandlung/Beratung wird von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel anteilig übernommen.
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