Darmflora: Was fördert die Verdauung?

Stand: 17.02.2023 12:20 Uhr

Die Darmflora, auch Mikrobiom genannt, ist wichtig für die Verdauung und die Abwehr von Krankheiten. Wie lässt sie sich mit gesunder Ernährung positiv beeinflussen?

Die Darmflora hat entscheidenden Einfluss darauf, ob wir gesund oder krank sind. Eine wichtige Rolle für die Verdauung und die Abwehr von Krankheiten spielt die Zusammensetzung der Bakterien im Darm (Mikrobiom). Mit der richtigen Ernährung lässt sich die Darmflora nach Ansicht von Wissenschaftlern und Ernährungsmedizinern positiv beeinflussen.

Darmflora: Teil des Mikrobioms

Als Mikrobiom wird die Gesamtheit der Bakterien bezeichnet, die den Körper bewohnen - im Darm, auf der Haut, auf Schleimhäuten, Atemwegen und im Urogenitaltrakt. Ein gesundes Mikrobiom wiegt etwa 1,5 Kilogramm und besteht aus mehr als hundert Billionen Bakterien aus etwa tausend verschiedenen Arten. Das Mikrobiom eines Menschen ist so individuell wie ein Fingerabdruck.

Einen Einfluss darauf, welche Bakterien sich im Darm ansiedeln, haben unter anderem:

Die beiden Hauptgruppen der Darmflora sind die sogenannten Bacteroidetes und Firmicutes. Milchsäure-bildende Bakterien, zum Beispiel Bifidobakterien, erschweren es Krankheitserregern, sich im Darm anzusiedeln.

Darmflora: Fehlbesiedelung kann krank machen

Eine bakterielle Fehlbesiedelung des Darms kann zu vielfältigen Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Blähbauch oder Bauchschmerzen führen. Forscher gehen davon aus, dass die Darmflora auch bei der Entstehung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eine entscheidende Rolle spielt. Sie versuchen deshalb, die Zusammensetzung der Darmflora gezielt zu verändern, um die schweren Krankheiten zu heilen oder zumindest besser zu behandeln. Bei Reizdarm, erhöhter Anfälligkeit für Infekte und Autoimmunerkrankungen kann offenbar eine gestörte Darmflora mitursächlich sein. Auch ein Einfluss des Mikrobioms auf die Entstehung von Übergewicht wird diskutiert.

Schäden durch Antibiotika und Chemotherapie

Antibiotika und Chemotherapien können die Darmflora massiv schädigen und damit vielfältige Folgeerkrankungen auslösen. Deshalb ist es wichtig, nach solchen Therapien das Mikrobiom wieder aufzubauen. Um bei Beschwerden gezielt eingreifen zu können, sollte zunächst eine Stuhlprobe untersucht werden. Der pH-Wert gibt Auskunft über die Stoffwechselaktivität der Bakterien. Außerdem wird die Probe auf immunaktive Keime wie Escherichia coli, schleimhautbildende Bakterien, krankmachende Bakterien und Pilze untersucht.

Darmflora mit gesunder Ernährung unterstützen

Die Darmflora lässt sich auch ohne Medikamente positiv beeinflussen - vor allem durch eine gezielte präbiotische und probiotische Ernährung:

Welche Lebensmittel sind schlecht für die Darmflora?

Verarbeitetes Fleisch wie Wurst oder Schinken sollte man meiden und so wenig rotes Fleisch (Schwein, Rind, Lamm) verzehren wie möglich. Wurstwaren und rotes Fleisch gelten als Risikofaktoren für Darmkrebs. Weißes Fleisch und Fisch am besten in Bio-Qualität essen, um eine Belastung mit Antibiotika zu vermeiden.

Nahrungsergänzung mit Probiotika nur begrenzt sinnvoll

Probiotika-Präparate haben nach neueren Erkenntnissen nur einen kurzfristigen Effekt auf das Mikrobiom. Die darin enthaltenen lebenden Bakterien siedeln sich oft nicht im Darm an, haben somit keine anhaltende Funktion. Die Gründe sind noch unbekannt. Deshalb raten Ernährungsmediziner, mindestens jeden zweiten Tag Probiotika zu essen, zum Beispiel Naturjoghurt mit lebenden Joghurtkulturen.

Auf einer runden Platte angeordnet sind Wurzelgemüse, Artischocke, Chicoree, Zwiebel, Knoblauch, Kefir, Kräuterquark, Kimchi und Gewürze. Daneben eine Tafel: "Darmgesund"

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