Ein Teppich aus Blaualgen liegt auf einem See
AUDIO: Badeverbot wegen Blaualgen in einigen Seen in Niedersachsen (5 Min)

Blaualgen, Vibrionen, Zerkarien: Gefahren beim Baden

Stand: 02.06.2026 13:50 Uhr

Im Sommer laden viele Seen sowie Nord- und Ostsee zum Baden ein. Bei hohen Temperaturen können sich dort giftige Blaualgen und Vibrionen explosionsartig vermehren. Auch Zerkarien können ein Problem sein.

Regelmäßig müssen im Sommer einzelne Gewässer gesperrt werden, da die Belastung mit gefährlichen Bakterien zu hoch ist. Da die Wassertemperaturen aufgrund des Klimawandels steigen, ist zu erwarten, dass diese Probleme künftig weiter zunehmen.

Erbrechen und Durchfall durch Blaualgen

Blaualgen sind keine Algen, sondern sogenannte Cyanobakterien und können sich bei trockener, windiger, warmer und sonniger Witterung besonders in flachen großen Seen, aber auch im Meer massenhaft vermehren. Einige Arten produzieren Toxine, die durch Verschlucken und Hautkontakt Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gliederschmerzen, Bindehautentzündungen, Ohrenschmerzen und Atemwegserkrankungen auslösen können.

Blaualgen an einer unbewachten Badestelle am Strand von Tremt (Greifswalder Bodden).

Im Sommer können sich Blaualgen stark vermehren und für Mensch und Tier giftig sein. So erkennt man die Bakterien.

Auch Haut- und Schleimhautreizungen sowie allergische Reaktionen sind möglich. Eine massenhafte Vermehrung von Blaualgen erkennen Badegäste an der blaugrünen Trübung des Wassers. Sind in knietiefem Wasser die eigenen Füße nicht mehr sichtbar, sollte man dort nicht mehr baden, rät etwa das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Besonders gefährdet sind Hunde, da sie das Wasser trinken.

Informationen zu Badeverboten und Wasserqualität

Hamburg
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern

Vibrionen dringen über kleine Wunden ein

Vibrionen gehören zur natürlichen Bakterienflora in Süß- und Salzwasser, hauptsächlich leben sie in Meeren und Brackwasserzonen. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich Vibrionen explosionsartig vermehren. Über Hautverletzungen und offene Wunden gelangen sie in den Körper und können dort Infektionen hervorrufen.

Rötungen und Schwellungen verbunden mit Fieber und Schüttelfrost sind typische Symptome. Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche kann es zu schweren Krankheitsverläufen kommen. Beim Verdacht auf eine Infektion sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen. Dieser kann ein Antibiotikum verschreiben.

Ein Junge auf einer Luftmatratze in der Ostsee.

Treten nach dem Baden Schmerzen an kleinen Verletzungen und Fieber auf, sollten Betroffene schnell einen Arzt aufsuchen.

Zerkarien verursachen Hautjucken

Wenn in den Sommermonaten die Wassertemperaturen steigen, treten in Binnengewässern zudem vermehrt Zerkarien auf. Dabei handelt es sich um die Larven von Saugwürmern, die normalerweise Wasservögel, aber auch Menschen befallen. Sie bohren sich in die Haut und sterben dort innerhalb weniger Tage ab. Das führt bei den Betroffenen zu starkem Juckreiz und Schwellungen, der sogenannten Badedermatitis.

Eine Frau badet in Ufernähe in einem See.

Im Sommer vermehren sich Zerkarien im Badewasser und verursachen juckenden Hautausschlag. Was kann man dagegen tun?

Der Befall ist zwar harmlos, wer an den juckenden Stellen kratzt, riskiert aber Hautentzündungen. Um sich vor Zerkarien zu schützen, sollte man bei Wassertemperaturen über 20 Grad das flache Wasser im Uferbereich von Seen und Flüssen meiden. Zur Vorbeugung kann man die Haut vor dem Baden mit wasserfester Creme oder Vaseline einreiben. Nach dem Schwimmen die nasse Badekleidung rasch ausziehen und die Haut kräftig abrubbeln.

Ratgeber Baden
Ein "Baden verboten"- Schild steht an einem See beim Badestrand Diethe-Langern im Landkreis Nienburg.

Unter anderem trüben Blaualgen den Badespaß. Sie können etwa allergische Reaktionen auslösen.

Ein Satellitenbild zeigt das Zwischenahner Meer im Landkreis Ammerland.

Norddeutsche Badeseen haben meist sauberes Wasser. Aktuelle Karten zeigen, wo es aktuell Einschränkungen gibt.

Ein Satellitenbild vom 19.07.2025 zeigt eine Blaualgenblüte auf der Ostsee vor Rügen und Usedom.

Wärme und Überdüngung setzen der Ostsee seit Jahrzehnten zu. Mit Folgen, die sogar aus dem Weltall zu sehen sind.

Mikroskop-Aufnahme des Vibrio Bakteriums.

Vibrionen kommen häufig nach dem Auftreten von Blaualgen vor. Genau diesen Zusammenhang will man nutzen. Ab 2026 soll es losgehen.

Ein Petermännchen-Fisch im Wasser.

Der Fisch gehört zu den gefährlichsten Gifttieren Europas. Ein Stich führt zu heftigen Schmerzen. So kann man sich schützen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 19.05.2026 | 09:30 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Gesundheitsvorsorge

Infektion

Ein Tablettenblister mit einem Massband

Die neue Abnehmpille mit Semaglutid: Was Studien zu Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung zeigen.

Weiblicher Fuß mit Ballenzeh (Hallux Valgus) steht auf grauem Boden

Hallux valgus verursacht Schmerz im Fuß. Helfen spezielle Übungen, Schienen oder Schuhe nicht, kann die OP nötig sein.

Eine Frau massiert sich die Kopfhaut mit einer Bürste

Trockene Kopfhaut kann schuppen und jucken. Welche Pflege hilft und wann eine Hauterkrankung dahintersteckt.

Eine erschöpfte Frau liegt auf einer Couch und schläft.

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut. Müdigkeit und Schwäche gelten als typische Symptome.

Gesundheits-Themen