Video: Rauf aufs (E-)Bike: Gesund radeln, sicher ankommen (7 Min)

E-Bike-Fahren: So gesund ist es für Körper und Psyche

Stand: 20.07.2026 15:27 Uhr | vom

E-Bike-Fahren ist gesund. Studien legen nahe, dass das Fahren eines E-Bikes ähnlich positive Auswirkungen auf den Körper und das Wohlbefinden haben kann wie das Fahren mit einem herkömmlichen Rad.

Rund 16 Millionen E-Bikes waren 2024 auf Deutschlands Straßen unterwegs. Ein Aspekt für den Erfolg der E-Bikes könnte der nachgewiesene gesundheitliche Nutzen dieser motorisierten Räder sein. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover fanden in einer Studie heraus: Wer ein E-Bike fährt, ist körperlich aktiver, weil er Strecken zur Arbeit oder zum Einkaufen eher mit dem Fahrrad als mit dem Auto zurücklegt. Auch Menschen, die aufgrund von Alter, körperlichen Einschränkungen oder mangelnder Fitness keine längeren Strecken auf einem herkömmlichen Fahrrad zurücklegen können, sind durch das E-Bikes wieder in der Lage, aktiver und mobiler zu sein.

E-Bike: Was ist das genau?

Als E-Bike werden umgangssprachlich alle Zweiräder betitelt, die durch einen Elektromotor unterstützt werden. Hier kann noch zwischen Pedelec, S-Pedelec und E-Bike unterschieden werden, wobei im Alltag alle diese Varianten oft einfach als E-Bike bezeichnet werden, also auch der "Klassiker" mit kleiner Motor-Unterstützung.

Gesundes Fahrradfahren: Gut für Körper und Psyche

Körperlich aktiv zu sein ist gesund. Insbesondere Radfahren kann Krankheiten vorbeugen und das Wohlbefinden steigern.

Wie gesund ist E-Bike-Fahren?

Was für das Fahren mit einem herkömmlichen Rad gilt, kann auch für das Fahren mit einem E-Bike gelten. Für die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover wurden rund 1.300 Fahrer von E-Bikes (genauer: Pedelecs) und rund 630 Fahrer mit herkömmlichen Rädern analysiert. Alle Teilnehmer wurden mit Fitnesstrackern ausgestattet, die über einen Zeitraum von vier Wochen die gefahrenen Strecken und die Herzfrequenz der Fahrer aufzeichneten. Von den E-Bike-Fahrern hatten rund ein Drittel Erkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck oder Gelenkverschleiß. Einige hatten in der Vergangenheit schon einen Herzinfarkt. Die E-Bike-Fahrer waren außerdem im Schnitt älter und hatten einen höheren Body-Mass-Index.

Gelenkschonendes Training für Muskeln, Herz und Kreislauf

E-Bike-Fahren ist gesund für das Herz-Kreislauf-System: Die Auswertung der fast 60.000 Fahrten zeigten: E-Bike-Fahrer waren 135 Minuten pro Woche auf ihren motorisierten Bikes unterwegs. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen und damit ihrer Gesundheit Gutes tun. Weiterhin zeigte die Analyse der Fahrten: Das Herz-Kreislauf-System wurde nahezu genauso intensiv gefordert wie beim herkömmlichen Radfahren. Diese sportliche Betätigung wiederum hilft, das Herzinfarkt-, Krebs- und Diabetes-Risiko zu senken. Zudem ermöglicht das Fahren mit einem E-Bike auch Menschen mit wenig Kondition oder Vorerkrankungen den Einstieg in eine sportliche Aktivität.

Ein weiteres Ergebnis: Fahren mit dem E-Bike ist gut für Muskeln und Gelenke. Während beim Joggen ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken lastet, schont E-Bike-Fahren die Gelenke. Für Menschen mit Gelenkproblemen wie Arthrose oder bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis kann das E-Bike also vorteilhaft sein. Das kontinuierliche Treten beim E-Bike-Fahren stärkt insbesondere die Beinmuskulatur. Auch Po und Arme, Rücken und Füße werden beansprucht. Eine starke Muskulatur wiederum entlastet die Gelenke.

E-Bike als Chance bei Übergewicht und Vorerkrankungen

Ein E-Bike kann auch Menschen, die chronisch krank sind oder an Übergewicht leiden, ein Gefühl von mehr Freiheit geben. Sie können körperlich aktiv sein, ohne Angst haben zu müssen, der körperlichen Belastung nicht gewachsen zu sein. Auch die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover hat dies gezeigt: Die zum Teil vorerkrankten Teilnehmer hätten sich Touren auf herkömmlichen Rädern nicht zugetraut - auf E-Bikes allerdings schon, so die Wissenschaftler. Wer vorerkrankt ist, sollte sich vor dem Fahren mit dem E-Bike am besten ärztlicher Rat holen. Menschen, die sich Insulin spritzen, weil sie an Diabetes Typ 2 leiden und plötzlich eine längere Strecke fahren, sollten dabei ihren Blutzucker im Auge behalten. Menschen mit Bluthochdruck oder Herzschwäche sollten vor allem am Anfang die Anstrengung gut dosieren, um Herz und Kreislauf nicht zu überlasten. Als Faustregel empfehlen Experten: so fahren, dass man sich beim Fahren noch unterhalten kann, ohne aus der Puste zu kommen.

Positive Effekte fürs Gehirn und die Psyche

Eine weitere Studie zeigte, dass E-Bike-Fahren wichtige Gehirnfunktionen verbessern kann. Teilnehmende, die dreimal pro Woche 30 Minuten Fahrrad fuhren, schnitten bereits nach acht Wochen bei kognitiven Tests besser ab als Kontrollpersonen, die nicht Rad fuhren. Egal, ob die Radler ein herkömmliches Fahrrad oder ein E-Bike nutzten: Sie waren schneller und genauer bei Wahrnehmungs- und Denkaufgaben. Auch das Wohlbefinden und der psychische Zustand besserten sich. Da die positiven Effekte nicht allein durch die körperliche Belastung entstanden sein können, vermuten die Forschenden, dass die Aktivität in der Natur eine wichtige Rolle spielt.

Gestiegene Unfallzahlen bei E-Bikes

Insgesamt ist die Zahl der E-Bike-Unfälle in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Jahr 2023 meldete die Polizei rund 23.900 Unfälle mit Personenschaden im Zusammenhang mit E-Bikes. Das waren etwa elfmal so viele wie 2014 - was natürlich auch mit der wachsenden Beliebtheit dieser Fahrzeugklasse zusammenhängt.

Auch aktuelle Untersuchungen des Klinikums der TU München zeigen einen deutlichen Anstieg schwerer E-Bike-Unfälle. Besonders betroffen: ältere Männer. Häufig kommt es zu schweren Kopfverletzungen, vor allem, wenn kein Helm getragen wird. Um Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, das E-Bike vor dem Gebrauch einmal genauer kennenzulernen.

E-Bikes sind schnell und schwer

Wer vom E-Bike-Fahren profitieren möchte, sollte Folgendes beachten: Zwar wird bei den Pedelecs der Motor ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h abgeschaltet, dennoch müssen die Fahrer erst einmal mit diesem Tempo zurechtkommen: Viele Menschen, gerade in höherem Lebensalter, würden auf Rädern ohne Unterstützung das Tempo des E-Bikes schwer erreichen. Wer nicht daran gewöhnt ist, könnte die Gefahren unterschätzen - insbesondere bei der Nutzung in der Stadt. Die höheren Geschwindigkeiten erfordern eine schnelle Reaktionsfähigkeit, ein gutes Gleichgewicht und Sicherheit beim Ausweichen von Hindernissen. Diese Fähigkeiten sollten E-Bike-Neulinge am besten üben. E-Bikes sind außerdem um einiges schwerer als ein normales Rad. Das verlängert nicht nur den Bremsweg. Die Handhabung insgesamt erfordert einiges an Kraft - besonders in kniffeligen Situationen.

E-Bike-Fahren am besten vorab üben

Sicheres Fahren, die richtigen Einstellungen - wie etwa die Sattelhöhe des Rads - und die grundsätzliche Handhabung des E-Bikes können in speziellen Kursen bei Polizei oder Verkehrswacht geübt werden. Ein angeleitetes Training ermöglicht auch realistische Fremd- und ehrliche Selbsteinschätzungen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Bevor es also in den Straßenverkehr geht, sollten E-Bike-Anfänger am besten auf einem Parcours das E-Bike besser kennenlernen und das Fahren üben. Fahrer sollten außerdem auf jeden Fall einen Helm tragen. Er verhindert unter anderem Kiefer- und Gesichtsverletzungen, die häufig eine Folge von Unfällen mit dem Fahrrad sind. Kopfverletzungen durch Stürze gelten als wichtiger verhinderbarer Risikofaktor für später auftretende Demenzerkrankungen.

Vorurteile gegenüber E-Bikes

Obwohl es immer mehr E-Bikes auf den Straßen gibt, gibt es nach wie vor einige Vorurteile über die motorisierten Räder.

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Dieses Thema im Programm:

BR Fernsehen | Gesundheit! | 14.07.2026 19:00 Uhr

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