Vitiligo: Frau mit weißen Flecken auf der Haut.

Vitiligo: Welche Behandlung gegen weiße Flecken auf der Haut?

Stand: 14.03.2025 11:20 Uhr | vom

Vitiligo ist eine chronische Hauterkrankung. Die Symptome sind weiße Flecken auf der Haut. Ursache ist eine Pigmentstörung. Auch die Haare können betroffen sein. Welche Behandlung hilft?

von Pia Kollonitsch

Weiße Flecken auf der Haut an unterschiedlichen Stellen des Körpers sowie an den Haaren können Symptome für eine Pigmentstörung sein. Bei der Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt, sind die Pigmentzellen (Melanozyten) in der Haut geschädigt. Weltweit leiden rund 0,5 bis ein Prozent der Menschen an dieser chronischen Hauterkrankung.

Vitiligo - was ist das?

Die Weißfleckenkrankheit, auch Scheckhaut genannt, ist eine nicht ansteckende chronische, unheilbare Hauterkrankung. Es wird vermutet, dass es sich bei Vitiligo um eine Autoimmunkrankheit handelt. Vitiligo beruht auf einer Pigmentstörung der Melanozyten. Melanozyten produzieren das Pigment Melanin, das in der Haut eingelagert wird und tieferliegende Areale der Haut vor UV-Strahlung schützt. Je mehr Melanin sich in der Haut befindet, desto dunkler ist sie.

Bei Vitiligo-Patienten und -Patientinnen verlieren die Pigmentzellen ihre Aktivität, sodass weniger oder gar kein Melanin mehr produziert wird. Fehlt dieses Pigment, bleibt die Haut hell. Es entstehen weiße Flecken auf der Haut, die der Erkrankung den Namen verleihen. Das kann auch die behaarte Haut betreffen. Dort sind dann Haut und Haare depigmentiert - also hell. Oft sind parallel andere Autoimmunerkrankungen bei den Betroffenen oder Fälle in der Familie bekannt: Beispielsweise leiden viele Betroffene auch an Erkrankungen der Schilddrüse.

Vitiligo-Symptome: Weiße Flecken auf der Haut

Charakteristisch für die Depigmentierung sind weiße, scharf begrenzte Flecken, die in Größe, Form und Ausbreitung sehr unterschiedlich sein können. Im Anfangsstadium der Krankheit - und wenn sich neue weiße Hautflecken bilden - klagen manche Betroffene über Juckreiz.

Junge Frau mit Vitiligo lacht in die Kamera. Auch in den Haaren ist die Weißfleckenkrankheit zu sehen.
Die junge Frau hat neben weißen Flecken im Gesicht auch weiße Haarsträhnen. Ursache ist die Weißfleckenkrankheit.

Oft beginnt die Weißfleckenkrankheit bei Kindern und jungen Erwachsenen im Alter von zehn bis 30 Jahren. Die weißen Flecken können zunächst nur wenige Millimeter groß und oval, rund oder linienförmig sein. Die Verteilung über den Körper reicht von kleinen vereinzelten Flecken, die sich in der Ausbereitung nicht verändern, bis zu einem fast vollständigen Pigmentverlust der Haut. Auch die Haare können von der Depigmentierung betroffen sein, sie sind dann ebenfalls weiß. Weitere Beschwerden verursacht die Weißfleckenkrankheit nicht. Es können aber weitere Autoimmunerkrankungen parallel auftreten, häufig sind Hashimoto-Thyreoditis und Morbus Basedow.

Zwei Formen der Weißfleckenkrankheit

Die Weißfleckenkrankheit tritt in zwei verschiedenen Formen auf:

Es gibt auch Betroffene, bei denen beide Formen auftreten - also eine gemischte Form. Aber das ist äußerst selten.

Die Seele ist auch betroffen

Die Weißfleckenkrankheit verursacht keine starken körperlichen Beschwerden. Die psychischen Belastungen können aber eine große Herausforderung darstellen. Der Pigmentverlust kann vor allem bei Patienten und Patientinnen mit einem dunklen Hauttyp (Hauttyp IV, V, VI) ein Problem darstellen. Auch Betroffene, die an besonders gut sichtbaren Körperstellen wie Gesicht, Unterarme und Handrücken erkrankt sind, haben einen hohen Leidensdruck. Ein reduziertes Selbstwertgefühl, Depressionen oder zwanghafte Störungen können die Lebensqualität der Vitiligo-Patienten stark einschränken.

Vitiligo: Was ist die Ursache?

Die genaue Ursache der Weißfleckenkrankheit ist unbekannt. Experten vermuten eine genetische Veranlagung, da sie in 30 Prozent der Fälle familiär gehäuft auftritt. Diskutiert werden mehrere Möglichkeiten:

Stress als Hauptauslöser für Vitiligo

Auslöser für den Ausbruch von Vitiligo, so berichten Betroffene, sind häufig psychische Belastungen oder Stress. Vor allem bei anhaltendem und unberechenbarem Stress kann das Immunsystem aus dem Takt geraten. Weitere Auslöser können sein:

Diagnose von Vitiligo

Der Hautarzt oder die Hautärztin stellt die Diagnose anhand der sichtbaren Hautveränderungen und der Krankengeschichte (Anamnese). Zur genaueren Diagnose der Vitiligo und zur Verlaufskontrolle kann eine zusätzliche Untersuchung mit einer Wood-Lampe vorgenommen werden. Diese sendet UVA-Licht (Schwarzlicht) aus, womit Pigmentveränderungen der Haut erkannt werden können, die mit dem bloßen Auge noch nicht sichtbar sind.

Laboruntersuchungen helfen, begleitende Autoimmunerkrankungen zu erkennen. Ein möglichst frühzeitiger Therapiebeginn ermöglicht zwar keine Heilung, kann aber das Fortschreiten der Vitiligo aufhalten.

Vitiligo: Welche Behandlung hilft?

Vitiligo ist bislang nicht heilbar. Eine Behandlung kann den Verlauf oft aber verlangsamen und neue Schübe verhindern. Die Wirkung der möglichen Therapien ist nicht bei allen Betroffenen identisch. Oft muss ausprobiert werden, bei wem welche Therapie funktioniert. Auch hängt es von den Körperstellen ab, welche Behandlungsmöglichkeit gut funktioniert. So ist zum Beispiel im Gesicht, am Hals und am Dekolleté eine Repigmentierung zu beobachten - im Gegensatz zu Flecken auf dem Handrücken oder an den Füßen.

Therapeutische Möglichkeiten:

Leben mit Vitiligo: Stress und Sonne meiden

Betroffene können selbst einiges tun, um das Krankheitsbild und das Wohlbefinden zu verbessern. Um akute Schübe zu minimieren, sollte Stress gemieden werden. Wichtig auch:

Die hellen Flecken können mit einem speziellen Make-up (Camouflage) abgetönt werden. Wer besonders unter der psychischen Belastung leidet, kann Hilfe in Selbsthilfegruppen oder beim Psychologen finden.

Mehrere Vitamin-D-Tabletten auf einem Löffel, andere liegen drum herum verstreut auf dem Tisch.

Vitamin D wird mithilfe von Sonnenlicht gebildet. Eine Unterversorgung kann die Knochengesundheit und das Immunsystem beeinträchtigen.

Altersflecken: Gesicht einer lächelnden Frau mit Pigmentflecken auf Wange

Altersflecken sind harmlos, aber stören viele. Lassen sich Pigmentflecken verhindern oder entfernen? Was Studien sagen.

Ein junger Mann pflegt die Haut unter den Augen mit einer Creme.

Augenringe können nicht nur durch Schlafmangel entstehen, sondern auch Krankheiten als Ursache haben. Was hilft dagegen?

Dieses Thema im Programm:

BR | aktiv und gesund | 15.01.2025 | 15:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Immunsystem

Haut und Haar

Autoimmunerkrankung

Ein Tablettenblister mit einem Massband

Die neue Abnehmpille mit Semaglutid: Was Studien zu Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung zeigen.

Weiblicher Fuß mit Ballenzeh (Hallux Valgus) steht auf grauem Boden

Hallux valgus verursacht Schmerz im Fuß. Helfen spezielle Übungen, Schienen oder Schuhe nicht, kann die OP nötig sein.

Eine Frau massiert sich die Kopfhaut mit einer Bürste

Trockene Kopfhaut kann schuppen und jucken. Welche Pflege hilft und wann eine Hauterkrankung dahintersteckt.

Eine erschöpfte Frau liegt auf einer Couch und schläft.

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut. Müdigkeit und Schwäche gelten als typische Symptome.

Gesundheits-Themen