Ernährung bei Allergieneigung: Was lindert Symptome?

Stand: 13.03.2025 11:33 Uhr

Bei Allergieneigung kann die richtige Ernährung mithelfen, Symptome zu lindern. Sie sollte möglichst vollwertig und vielseitig sein, reich an verträglichem Gemüse. Manche profitieren von histaminarmer Ernährung.

Bei den meisten Allergien bildet das fehlgeleitete Immunsystem bestimmte Abwehrstoffe - sogenannte IgE-Antikörper. Kommen sie in Kontakt mit Spuren von Allergenen, dann werden im Nu große Mengen weiterer Abwehrstoffe freigesetzt, darunter Histamin. Die Folge: eine akute Entzündungsreaktion. Hier kann die Ernährungstherapie ansetzen, um das Immunsystem zu "beruhigen".

Immunsystem mit der Ernährung stärken - über den Darm

Mit darmgesunder Ernährung kann man viel für ein stabiles Immunsystem tun. Eine intakte Darmflora wirkt enorm positiv auf unsere gesamte Gesundheit. Besonders gesund scheint Forschungen zufolge eine überwiegend pflanzenbasierte und somit ballaststoffreiche Ernährung zu sein. Eine Längsschnitt-Studie aus Großbritannien zeigte: Wer sich pflanzenbasiert ernährt, ist vitaler.

Pflanzenbasierte Ernährung wirkt entzündungshemmend

Früchte, Gemüse und Kräuter liefern nicht nur Ballaststoffe für den Darm, sondern auch unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien - viele davon wirken entzündungshemmend. Dazu gehören zum Beispiel Anthocyane - rot-blaue Pflanzenfarbstoffe aus Blaubeeren, Brombeeren oder Rotkohl. Antioxidativ wirkt auch Sulforaphan - ein Senföl, das zum Beispiel in Brokkoli steckt, und besonders in Brokkolisprossen.

"Fünf am Tag", das Motto bewusster Ernährung, gilt natürlich auch hier: jeden Tag drei große Portionen Gemüse und Salat plus zwei kleine Portionen zuckerarmes Obst. Eine große Rolle spielt dabei außerdem die Vielfalt, denn unterschiedliche Pflanzen liefern unterschiedliche Vitamine und Mineralien. Verschiedenfarbige Früchte, Wurzelgemüse, Kräuter, Hülsenfrüchte, Pilze, Nüsse, Vollkorngetreide - all das sollte sich jede Woche auf dem Speiseplan wiederfinden.

Dabei ist zu beachten: Auch wenn Vielfalt erstrebenswert ist - natürlich sollten individuell allergieauslösende Lebensmittel gemieden werden.

Antientzündliche Ernährung soll Allergiebeschwerden mildern

Um die energieraubenden Entzündungsprozesse zu stoppen, helfen dem Organismus:

Histaminarme Ernährung bei Allergien

Ein großer Teller mit verschiedenen Nüssen, Erdbeeren, Banane, Tomaten, Gewürzgurke, Ketchup, Schimmelkäse, Papaya, Ananas, Sauerkraut, Zitrusfrüchten, Kiwi, Schokolade, Marmeladen, Krustentieren und Pflaumen, daneben grüner Tee und Rotwein.
Diese Lebensmittel sind für histaminarme Ernährung nicht geeignet.

Da der Entzündungsbotenstoff Histamin die Beschwerden bei Allergien auslöst beziehungsweise verstärkt, kann es sinnvoll sein, in der Akutphase auf histaminarme Lebensmittel zu setzen und wenig histaminhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Histamin entsteht oft bei Reifungsprozessen und findet sich daher unter anderem in bestimmten Obst- und Käsesorten, in Wein oder fermentierten Speisen wie Sauerkraut. Zu bedenken ist aber auch: Werden histaminhaltige Lebensmittel allgemein gut vertragen, dann sollte man sie nicht vom Speiseplan streichen - der regelmäßige Verzehr könnte helfen, die Toleranz gegenüber den Allergenen aufrechtzuerhalten. Und vor allem tragen auch histaminhaltige Nahrungsmittel dazu bei, den Körper mit der Vielfalt von Nährstoffen zu versorgen, die er optimalerweise braucht. Am besten führen Betroffene ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch, um herauszufinden, welche Lebensmittel die Beschwerden verschlimmern.

Expertinnen und Experten zum Thema

Ein Mann niest in die Hände, im Gegenlicht sind Staubkörner in der Luft zu sehen.

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf Stoffe aus der Umwelt - etwa Pollen, Milben oder Nahrungsmittel.

Eine Auflaufform mit einem Hirse-Brokkoli-Auflauf, daneben ein Schälchen mit Kernen.

Ballast- und vitalstoffreiche Gerichte helfen dem Darm als Immunzentrale. Individuell unverträgliche Zutaten bitte weglassen.

Ein Mann putzt sich die Nase.

Bei Allergien gegen Pollen, Milben oder Tierhaare kann eine Immunbehandlung mit Tabletten oder Spritzen zehn Jahre Ruhe bringen.

Linsen, Kohl, Knäckebrot, Walnüsse und veschiedene Gemüsesorten auf dunklem Untergrund.

Der Darm, unser größtes Immunorgan, braucht zum Funktionieren Ballaststoffe. In welchen Lebensmitteln stecken sie?

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Die Ernährungs-Docs | 25.09.2023 | 21:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Immunsystem

Ernährung

Coronavirus

Ein Tablettenblister mit einem Massband

Die neue Abnehmpille mit Semaglutid: Was Studien zu Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung zeigen.

Weiblicher Fuß mit Ballenzeh (Hallux Valgus) steht auf grauem Boden

Hallux valgus verursacht Schmerz im Fuß. Helfen spezielle Übungen, Schienen oder Schuhe nicht, kann die OP nötig sein.

Eine Frau massiert sich die Kopfhaut mit einer Bürste

Trockene Kopfhaut kann schuppen und jucken. Welche Pflege hilft und wann eine Hauterkrankung dahintersteckt.

Eine erschöpfte Frau liegt auf einer Couch und schläft.

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut. Müdigkeit und Schwäche gelten als typische Symptome.

Gesundheits-Themen