Dehydration: Symptome bei Flüssigkeitsmangel

Stand: 11.08.2026 22:24 Uhr | vom

Die Folgen von Flüssigkeitsmangel können schwerwiegend sein. Vor allem ältere Menschen trinken oft zu wenig. Welche Symptome und welche einfachen Tests auf eine Dehydration hinweisen können.

Wasser ist das Elixier des Lebens. Der Körper eines normalgewichtigen Erwachsenen besteht zu 50 bis 65 Prozent aus Wasser. Bei Kindern, vor allem bei Säuglingen, ist der Wasseranteil noch höher.

Wasser wichtig für Stoffwechselprozesse und Kühlung

Im Wasser gelöste Elektrolyte, zum Beispiel Natrium, Calcium oder Magnesium, benötigt unser Körper für Stoffwechselprozesse. Außerdem brauchen wir Wasser, um den Körper zu kühlen, Gelenke zu schmieren, Nähr- und Botenstoffe zu übertragen und Abfallprodukte zu beseitigen.

Über Urin, Schweiß und Atmung scheiden wir jeden Tag viel Wasser aus. Verliert der Körper mehr Flüssigkeit, als er aufnimmt, kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, einer sogenannten Dehydration (Austrocknung), mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit. In Deutschland ist jeder Zehnte regelmäßig dehydriert.

Symptome einer Dehydrierung

Diese Symptome zeigen sich bei einer Dehydration (auch: Dehydratation, Dehydrierung):

Wie viel Wasser pro Tag trinken?

Die Deutsches Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für Erwachsene, täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu trinken. Auch ungezuckerte Früchte- und Kräutertees eignen sich als Flüssigkeitslieferanten. Bei großer Hitze oder sportlicher Aktivität sollte demnach mehr getrunken werden - zusätzlich einen halben bis einen Liter Wasser pro Stunde, je nachdem, wie aktiv man in der Hitze ist. Auch nach stark gewürztem Essen brauchen wir mehr Wasser. Erkrankungen wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen erfordern ebenfalls eine höhere Flüssigkeitszufuhr.

Wer Schwierigkeiten hat, ausreichend Wasser zu trinken, kann sich jeden Tag die Trinkmenge notieren, bis sich eine Gewohnheit etabliert hat. Es kann auch helfen, jeden Morgen die Menge Wasser rauszustellen, die man über den Tag verteilt trinken will.

Bei Erkrankungen ärztlichen Rat zur Trinkmenge einholen

Einen Teil unseres Wasserbedarfs decken wir auch über die feste Nahrung. Und wer viel Gemüse oder wasserhaltiges Obst wie zum Beispiel Wassermelone isst, sorgt schon für eine gewisse Grund-Wasserzufuhr. Laut DGE verliert ein gesunder Erwachsener pro Tag rund 2,6 Liter Wasser über Urin, Stuhl, Haut (Schweiß) und Atem. Damit die Wasserbilanz ausgeglichen ist, sollte diese Menge auch wieder ersetzt werden - durch Trinken, Wasser in fester Nahrung und Oxidationswasser (entsteht im Körper beim Abbau von Nahrung).

Man kann auch zu viel Wasser trinken. Dann besteht das Risiko, dass der Elektrolythaushalt entgleist, weil das Wasser das Blut stark verdünnt und dadurch zu wenig Natrium verfügbar ist (Hyponatriämie). Eine sogenannte Wasservergiftung ist sehr selten. Menschen, die an Herzschwäche, Diabetes oder Nierenerkrankungen leiden, sollten über die richtige Trinkmenge aber in jedem Fall mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin sprechen.

Zu wenig trinken: Langzeitfolgen können gravierend sein

Sinkt der Wasseranteil im Körper, weil man zu wenig trinkt, beeinträchtigt dies zunächst die Fließgeschwindigkeit des Blutes. Das vermindert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung, und der Körper beginnt, mit dem verfügbaren Wasser zu haushalten. Das bemerkt man dann oft daran, dass man nur noch alle paar Stunden auf die Toilette muss und der Urin sich dunkel verfärbt.

Der Grund: Die Nieren spülen weniger Wasser aus. Doch das heißt auch, dass Giftstoffe im Körper zurückbleiben, lebenswichtige Nährstoffe werden schlecht transportiert. Dies läuft zunächst unbemerkt ab. Doch langfristig leidet unser Körper, wenn er ständig in einem "Notfallmodus" arbeitet. Eine leichte Dehydration wird durch Trinken behandelt, bei einer schwereren Dehydration mittels einer Infusion.

Test für Flüssigkeitsmangel: Stehende Hautfalte und Druck aufs Nagelbett

Es gibt zwei einfache Tests, um zu überprüfen, ob der Körper möglicherweise mit Flüssigkeit unterversorgt ist. Beim Hautfaltentest wird die Haut, zum Beispiel auf dem Handrücken oder am Unterarm, zwischen Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt. Glättet sich die Haut nach dem Loslassen nicht sofort wieder, sondern bleibt als Falte stehen, leidet der Körper unter Wassermangel. Bei älteren Menschen ist der Spannungszustand der Haut (Hautturgor) physiologisch bereits etwas herabgesetzt.

Ärzte drücken mitunter auch aufs Nagelbett eines Fingers, um den Flüssigkeitshaushalt zu testen. Kehrt die rosa Farbe nicht binnen zwei, drei Sekunden zurück, liegt mutmaßlich ein Wassermangel vor.

Flüssigkeitsmangel: Vor allem das Gehirn leidet

Das menschliche Gehirn besteht zu 75 bis 80 Prozent aus Wasser und ist damit besonders abhängig von einer stabilen Flüssigkeitszufuhr. Schon ein bis zwei Prozent weniger Wasser können zu Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen führen. Eine Studie aus Großbritannien hat gezeigt, dass die Fahrtüchtigkeit schon bei einer milden Dehydration genauso stark nachlässt wie bei 0,8 Promille Alkohol im Blut.

Symptome im Alter oft als Demenz fehlgedeutet

Häufig sind es ältere Menschen, die zu wenig trinken. Denn im Alter arbeiten die Durst-Rezeptoren im Gehirn nicht mehr verlässlich: Trotz Wassermangels verspüren ältere Menschen häufig keinen oder wenig Durst. Die mangelnde Flüssigkeit führt dann oft zu Verwirrtheitszuständen. Manche Patientinnen und Patienten werden sogar für dement gehalten, obwohl sie es gar nicht sind.

Bluthochdruck-Tabletten entwässern oft zusätzlich

Ein anderes Problem ist Schwindel, der durch die Dehydrierung häufig entsteht. In der Folge kommt es oft zu Stürzen und Verletzungen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele ältere Patienten und Patientinnen entwässernde Tabletten, zum Beispiel gegen Bluthochdruck, einnehmen. Sie befördern die Ausscheidung von Wasser zusätzlich. An heißen Tagen werden Betroffene dann mit Nierenproblemen behandelt. Auch hier ist Dehydrierung oft der Grund. Bei ihnen ist oft aber nicht das Problem, dass sie zu wenig trinken, sondern die Dosis ihrer Wassertabletten nicht an die Hitze angepasst ist.

Expertin und Experte aus dem Beitrag

Elektrolyte: Sportlicher Mann trinkt Elektrolytlösung

Elektrolyte sind unverzichtbare Mineralstoffe. Sie unterstützen den Wasserhaushalt sowie die Nerven- und Muskelfunktion.

Eine Frau leidet unter starker Hitze und reibt sich mit einem Tuch den Nacken.

Hitze belastet die Gesundheit, besonders älterer Menschen. Symptome wie Müdigkeit oder Schwäche werden oft unterschätzt.

Ein Glas Wasser auf einem Holztisch mit Lavendel, Minze und Zitrone darin

Besonders im Sommer benötigt der Körper viel Flüssigkeit. Wie viel sollte man trinken? Welche Alternativen gibt es zu Wasser?

Sommerlicher Salat

Bei Hitze lässt bei den meisten der Appetit nach. Wie bekommt der Körper trotzdem alle Nährstoffe, die er braucht?

Eine junge, sportliche gekleidete Frau hält sich die Hand an die Stirn, in der anderen Hand hat sie eine Wasserflasche.

Wer im Sommer bei Hitze Sport treiben will, sollte Warnsignale seines Körpers ernst nehmen, um Gefahren zu vermeiden.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Visite | 11.08.2026 | 20:15 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Ernährung

Gehirn und Nerven

Haut und Haar

Ein Tablettenblister mit einem Massband

Die neue Abnehmpille mit Semaglutid: Was Studien zu Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung zeigen.

Weiblicher Fuß mit Ballenzeh (Hallux Valgus) steht auf grauem Boden

Hallux valgus verursacht Schmerz im Fuß. Helfen spezielle Übungen, Schienen oder Schuhe nicht, kann die OP nötig sein.

Eine Frau massiert sich die Kopfhaut mit einer Bürste

Trockene Kopfhaut kann schuppen und jucken. Welche Pflege hilft und wann eine Hauterkrankung dahintersteckt.

Eine erschöpfte Frau liegt auf einer Couch und schläft.

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut. Müdigkeit und Schwäche gelten als typische Symptome.

Gesundheits-Themen