Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome erkennen, Krebs behandeln
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine lebensgefährliche Erkrankung, die im Frühstadium selten Symptome verursacht. Bei früher Diagnose kann ein Pankreaskarzinom heilbar sein.
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist schwer und oft nicht an eindeutigen Symptomen zu erkennen und zählt daher zu den Krebsarten, die leider meist spät erkannt werden. Wenn Schmerzen als Beschwerden bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auftauchen - beispielsweise Symptome wie Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen oder Appetitlosigkeit - ist die Krebserkrankung oft bereits fortgeschritten.
Die Zellen des Pankreastumors konnten wachsen und sich ausbreiten, was den Erfolg einer Therapie erschwert. Weiteres Problem: Selbst solche Symptome des Pankreaskarzinoms sind wenig eindeutig.
Mehr als 20.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Bauchspeicheldrüsenkrebs, so Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz).
Symptome: Bauchspeicheldrüsenkrebs erkennen
Im frühen Erkrankungsstadium verursacht Bauchspeicheldrüsenkrebs oftmals keine Beschwerden und äußert sich zu Beginn vielmehr durch allgemeine, unspezifische Symptome, vor allem:
- Schmerzen im Oberbauch
- Rückenschmerzen
- Appetitlosigkeit / Gewichtsverlust
- Übelkeit
- Gelbsucht mit den Symptomen: dunkler Urin, Gelbfärbung der Haut, Juckreiz
- Veränderungen bei Farbe und Konsistenz des Stuhls
Die Art der Beschwerden hängt davon ab, wo sich der Tumor befindet und wie groß er ist. Seltener und / oder später kann es auch zu anderen Beschwerden kommen, beispielweise:
- Wasseransammlungen im Bauchraum
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
- gestörte Blutgerinnung.
Ein neu auftretender Diabetes mellitus oder eine plötzliche Verschlechterung der Werte kann ein frühes Warnzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs sein. Hintergrund ist, dass in dem Fall der Tumor dazu führt, dass die Bauchspeicheldrüse wenig oder gar kein Insulin produziert.
Symptome beim Stuhlgang durch Bauchspeicheldrüsenkrebs
Da Bauchspeicheldrüsenkrebs den Verdauungsprozess stört und die Freisetzung von Bauchspeicheldrüsenenzymen im Darm verringert, kann es zum Beispiel zu Abweichungen vom gewohnten Stuhlgang kommen. Fett wird unverdaut ausgeschieden. Der Stuhl sieht dementsprechend verändert aus:
- blass gefärbt
- dick
- ölig glänzend
- übelriechend
- schwer runterzuspülen
Tumorentwicklung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Beim Pankreaskarzinom bilden sich bösartige Zellen eines Tumors in den Geweben der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Die Bauchspeicheldrüse wird in drei wesentliche Teile gegliedert: Pankreaskopf, Pankreaskörper und Pankreasschwanz. Die Pakreas, die Drüse, liegt hinter dem Darm und vor der Wirbelsäule. Weil die Bauchspeicheldrüse zwei sehr verschiedene wichtige Aufgaben im Körper hat, besitzt sie zwei Arten von Gewebe:
- Die Zellen der Drüse im exokrinen Gewebe bilden wichtige Säfte für den Darm und die Verdauung.
- Drüsenzellen im endokrinen Gewebe bilden Hormone, zum Beispiel Glukagon und Insulin, die für die Regulierung des Blutzuckers wichtig sind. Diese Zellen bilden rundliche Gruppen, die sogenannten Langerhans-Inseln. Die Bezeichnung endokrin (nach innen abgebend) leitet sich davon ab, dass die Bauchspeicheldrüse sozusagen direkten Anschluss an den Blutkreislauf hat, um diese Hormone dahin abzugeben.
Der allergrößte Teil der Zellen der Drüse gehört zum exokrinen Gewebe (bis zu 98 Prozent Gewebevolumen). Daher entsteht laut Deutschem Krebsforschungszentrum auch bei 95 von 100 Betroffenen das Pankreaskarzinom an dieser Stelle (Experten sprechen auch vom exokrinen duktalen Adenokarzinom). Der Kopf der Bauchspeicheldrüse ist der dickste Teil der Pankreas und am häufigsten von Krebs betroffen.
Ausbreitung von Bauchspeicheldrüsenkrebs
Nachbarorgane der Bauchspeicheldrüse können im fortgeschrittenen Stadium von dem Tumor der Pankreas befallen sein. Dazu zählen:
- Leber
- Magen
- Milz
- Zwölffingerdarm
- Dickdarm
- Nebenniere
Symptome treten meist erst dann auf, wenn der Tumor so groß ist, dass er die Produktion oder den Abfluss der Verdauungsenzyme behindert oder sich bereits auf andere Organe ausgebereitet hat.
Zystische Tumore des Pankreas sind meist gutartig. Es besteht aber das Risiko, dass sie sich langfristig zu einem bösartigen (malignen) Tumor entwickeln. Sie werden oft als Zufallsbefund (CT, MRT) bei Untersuchung anderer Erkrankungen entdeckt. Es sollte eine Abklärung erfolgen, um das Risiko der Entartung zu bösartigem Bauchspeicheldrüsenkrebs einschätzen zu können.
Diagnose: Pankreaskarzinom mit bildgebenden Verfahren erkennen
Neben dem Abtasten des Bauches kann eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) nähere Informationen für die Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs geben.
Personen mit extrem hohem familiären Risiko (auch familiärer Bauchspeicheldrüsenkrebs genannt), also mit genetischer Ursache, können eine MRT oder Ultraschalluntersuchung in Verbindung mit der Magenspiegelung beispielsweise auch zur Vorsorge nutzen. Für Patienten mit besonderem Risiko werden solche Untersuchungen von der gesetzlichen Krankenkasse auch übernommen.
Ein plötzlich auftretender Diabetes mellitus ohne klassische Risikofaktoren wie Übergewicht sollte eine gezielte Diagnose der Bauchspeicheldrüse auslösen.
Ursachen und Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs
Forscherinnen und Forscher haben genaue Ursachen für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs noch nicht gefunden. Für die Bildung eines Pankreaskarzinoms spielen aber vermutlich verschiedene Risikofaktoren eine Rolle und wirken verstärkend zusammen:
- Rauchen
- starkes Übergewicht (Adipositas)
- Bewegungsmangel
- hoher Alkoholkonsum
- Vorerkrankungen (Entzündungen der Bauchspeicheldrüse / Diabetes Typ 2)
- Genetische / familiäre Belastung: Rein genetisch bedingter Bauchspeicheldrüsenkrebs ist zwar selten, aber sind mehr als zwei Familienmitglieder ersten Grade betroffen (Eltern, Geschwister, Kinder) steigt das Risiko laut Deutschem Krebsforschungszentrum (dkfz) stark an. Ärztinnen und Ärzte sprechen bei einer auffallenden Häufigkeit von Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Familie auch vom "familiären Pankreaskarzinom" (FPC)
- Seltene vererbte Erkrankungen (zum Beispiel familiäres atypisches multiples Muttermal- und Melanom-Syndrom (FAMMM), BReast CAncer-2-Mutation (BRCA-2-Mutation)
Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Heilung im Frühstadium möglich
Die Behandlung dieser Krebsart hängt davon da, wie weit sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet hat. Bei wenigen Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs im Anfangsstadium ist eine OP mit dem Ziel der Heilung möglich: Nämlich, wenn der Tumor vollständig und mit einem ausreichend großen Rand entfernt werden kann.
Bei der Therapie dürfen keine Metastasen vorliegen. Je nach Lage des Tumors werden dabei auch die Bauchspeicheldrüse oder Teile davon entfernt. Meist müssen auch angrenzende Organe wie etwa die Gallenwege, der Zwölffingerdarm oder die Milz entnommen werden, um Heilungschancen zu vergrößern.
Ist nicht sicher, ob der Tumor vollständig entfernt werden kann, empfehlen Experten im Vorfeld eine Chemotherapie. So kann ein Tumor manchmal so verkleinert werden, dass eine vollständige Entfernung per OP doch möglich ist. Eine Chemotherapie im Anschluss an die OP kann das Risiko für einen Rückfall (Rezidiv) verringern.
Mit Strahlentherapie lassen sich im fortgeschrittenen Stadium Schmerzen durch den Krebs erfolgreich lindern. Dies gilt insbesondere, wenn Krebs gestreut hat und Metastasen Schmerzen verursachen, etwa in den Knochen.
Lebenserwartung: Ist Bauchspeicheldrüsenkrebs heilbar?
Die Lebenserwartung bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs hängt von der Tumorart ab und kann zwischen wenigen Monaten bis zu ein bis zwei Jahren liegen. In manchem Fall der Krebserkrankung auch deutlich länger.
Wird der Krebs frühzeitig erkannt und behandelt, hat das unterschiedliche Auswirkungen auf das Leben und den Alltag der Betroffenen mit der Krebserkrankung: Musste zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse schon ganz oder teilweise entfernt werden, haben Betroffene häufig Verdauungsbeschwerden und entwickeln eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
Da das Risiko für Mangelernährung und Verdauungsbeschwerden bestehen, kann eine Ernährungsberatung helfen. Durch eine frühe Diagnose und Operation erhöhen sich die Heilungschancen. Hilfe bieten vor allem zertifizierte Krebszentren.
Häufig sind die Tumore der Bauchspeicheldrüse aber aggressiv und prognostisch ungünstig, da die Diagnose oft spät steht: Bei mehr als der Hälfte der Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose in einem fortgeschrittenen Stadium mit Metastasen in anderen Organen. Dann kommt eine OP nicht mehr infrage. Die Erkrankung ist dann nicht mehr heilbar.
Unabhängig von der Erkrankungssituation wird regelmäßige Bewegung empfohlen, um zum Beispiel Müdigkeit und Erschöpfung zu lindern. Dabei sollten sich Patientinnen und Patienten nicht überfordern und Pausen einbauen.
Bauchspeicheldrüsenkrebs: Was passiert im Endstadium?
Patienten wie auch ihre Angehörigen beschäftigt oft schon nach der Diagnose die Frage des schlimmsten möglichen Ausgangs: Wie stirbt man? Ist ein Pankreastumor schon so weit fortgeschritten, dass er nicht mehr operativ entfernt werden kann, drohen über kurz oder lang Komplikationen. Der Gallengang, der Magenausgang oder der Zwölffingerdarm können durch die Geschwulst eingeengt sein.
Die Folge: Der Magen-Darm-Trakt kann keine Nahrung mehr aufnehmen. Es kommt zu Gelbsucht oder Übelkeit und Erbrechen. Die Tumorzellen verdrängen zunehmend das gesunde Gewebe in den Organen. Sie blockieren dessen Arbeitsfähigkeit, bis das Organ seine lebenswichtigen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann.