Bettwanzen bekämpfen und Bisse behandeln
Die ekligen Blutsauger sind in vielen Urlaubsländern verbreitet - und gelangen über das Reisegepäck in die eigene Wohnung. Woran erkennt man die Bisse von Bettwanzen und wie kann man sie bekämpfen?
Häufig werden die Parasiten erst bemerkt, wenn sie sich schon vermehrt haben und wiederholt nachts zugebissen haben. Die Tiere gelten zwar nicht als Krankheitsüberträger, aber ihre Bisse können stark jucken und allergische Reaktionen auslösen. Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich die häusliche Invasion verhindern oder beenden.
Bettwanzen verstecken sich nicht nur in Koffern und Rucksäcken, sondern auch auf Bus- oder Flugzeugsitzen. Auch über Second-Hand-Kleidung können sie eingeschleppt werden. Ein einzelnes Weibchen kann Eier für bis zu 300 Nachkommen in sich tragen und so für einen Befall der gesamten Wohnung sorgen.
Bei Bissen von Bettwanzen helfen kühlende Gels und Cremes
Tagsüber sind Bettwanzen mit bloßem Auge kaum zu entdecken, sie verstecken sich zum Beispiel hinter Tapeten und Heizungsrohren, in den Kanten von Matratzen oder hinter Lichtschaltern. Erst im Dunkeln kommen die nachtaktiven Tiere aus ihren Verstecken. Im Unterschied zu einem Mückenstich spüren Menschen den Biss einer Bettwanze zunächst nicht, Rötung und Juckreiz treten erst Tage später auf.
Typisch sind mehrere Bisse nebeneinander, weil ein Tier mehrfach zusticht. Nach dem Aufwachen fallen zunächst rote Punkte an Armen, Beinen und im Gesicht auf. Die Bisse können quälend jucken. Manche Menschen bekommen starke allergische Reaktionen bis hin zu Blasenbildung, andere reagieren kaum auf die Bisse. Gegen das Jucken helfen Juckreiz stillende Gels und Cremes, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Auch kühlende Umschläge sind angenehm. Bei starkem Juckreiz kann Kortisonsalbe helfen. Bei heftigen allergischen Reaktionen sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Zwar übertragen Bettwanzen selbst keine Krankheiten, doch nicht selten kratzen Betroffene die juckenden Einstichstellen auf und riskieren damit eine Infektion.
Bettwanzen bekämpfen: Schädlingsbekämpfer suchen nach Kotspuren
Ist eine Wohnung mit Bettwanzen befallen, müssen Schädlingsbekämpfungsprofis ran. Sie erkennen einen Bettwanzenbefall an Kotspuren, dem süßlichen Geruch und an Tieren, die in Lockstofffallen gefangen werden. Für erfolgreiche weitere Maßnahmen ist zunächst der sichere Befund wichtig. Die Wanzen auf eigene Faust mit doppelseitigem Klebeband zu fangen oder mit Insektiziden aus dem Baumarkt zu bekämpfen, bringt nichts. Je eher die Tiere professionell bekämpft werden, desto besser. Denn wird der Befall zu stark, müssen eventuell sogar Sofas oder Betten entsorgt werden. Gegen Bettwanzen helfen spezielle Chemikalien. Alle Nester müssen besprüht werden und das Gift muss mehrere Stunden einwirken. In der Regel sind zwischen zwei und vier Anwendungen notwendig. Auch Hitze über 50 Grad und Kälte unter minus 5 Grad kann die Tiere abtöten.
Bettwanzen vermehrt resistent gegen Insektizide
Die offizielle deutsche Gesundheitsinformation weist darauf hin, dass viele Bettwanzen inzwischen resistent gegen Insektizide sind, weshalb Fachleute oft mehrere Wirkstoffe oder kombinierte Verfahren einsetzen.
Bekämpfung mit Insektiziden, Wärme oder Kälte
Als besonders wirkungsvoll gilt eine Kombinationsbehandlung mit Insektiziden plus Wärme oder Kälte:
- Wärme bei mindestens 50 Grad: Alles, was sich in die Waschmaschine stecken lässt, sollte bei 60 Grad gewaschen werden. Eine Wärmebehandlung ist auch im Backofen oder dem Wäschetrockner möglich. Dafür Wäsche und Gegenstände in Beutel verpacken und etwa eine Stunde im Ofen oder Trockner behandeln. Bei der Verwendung von Plastikbeuteln auf den Schmelzpunkt achten.
- Wärmezelt: Große sperrige Gegenstände - wie Koffer, Sofakissen oder Bettdecken - können Schädlingsbekämpfer auch für einige Stunden in einem Wärmezelt mit Hitze behandeln.
- Kälte bei minus 5 Grad: Alternativ zur Wärmebehandlung befallene Gegenstände für fünf Tage im Gefrierfach oder in der Tiefkühltruhe aufbewahren. Wird zur Reinigung befallener Bereiche ein Staubsauger verwendet, den Filter-Beutel anschließend in Plastik verpackt ebenfalls einfrieren und anschließend entsorgen.
Wichtig: Egal, welche Kombination von Maßnahmen ergriffen wird, es müssen alle Wanzen vernichtet werden. Überlebt auch nur ein einzelnes Weibchen, geht alles von vorne los.
Bettwanzen-Befall effektiv vorbeugen
Am besten ist es, von vornherein zu verhindern, dass die Bettwanzen in die eigene Wohnung gelangen. Mit diesen Maßnahmen können sich Urlauber vor einem Befall schützen:
- Kleidung prüfen: Kleidung (auch Secondhand-Käufe) auf Befall prüfen, auch Kotreste und süßlicher Geruch können ein wichtiges Indiz sein. Gute Dienste kann dabei ein Vergrößerungsglas leisten.
- Hotelzimmer vor Bezug anschauen: Beim Routinecheck auch unter Bettlaken und Matratzen schauen, im Zweifelsfall ein anderes Zimmer verlangen.
- Wäsche nicht offen liegen lassen: Frische oder getragene Wäsche am besten in einer verschlossenen Tasche oder einem Koffer aufbewahren. Wird ein Schrank benutzt, vor dem Einsortieren genau hinschauen, ob sich Bettwanzen entdecken lassen. Koffer und Taschen nicht geöffnet stehen lassen.
- Badewanne zum Auspacken nutzen: Besteht der Verdacht, dass sich Bettwanzen im Reisegepäck eingenistet haben, die Wäsche in der Badewanne auspacken und ausschlagen. Auf der weißen Oberfläche lassen sich die Tiere gut erkennen. Auch ungetragene Wäsche zur Sicherheit bei 60 Grad waschen. Bei der Ankunft in einem Hotelzimmer das Gepäck ebenfalls zunächst sicher in der Badewanne abstellen, bis die Inspektion des Hotelzimmers abgeschlossen ist.
Hinweis: Den Filmbeitrag zu den Bettwanzen aus der Visite vom 11.8. haben wir offline genommen. Der Experte für Schädlingsbekämpfung ist leider verstorben und das Unternehmen existiert in dieser Form in Berlin momentan nicht mehr.