Hitzetote und Dürre: So extrem war das Wetter in diesem Sommer

Stand: 31.08.2026 17:23 Uhr

Deutschland hat den zweitheißesten Sommer erlebt - das ist die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes. Norddeutschland traf die Hitze nicht ganz so heftig, doch auch hier war es mindestens zwei Grad wärmer als sonst üblich.

von Frauke Reyer

Nur der Jahrhundertsommer 2003 ist in Deutschland noch heißer gewesen als der aktuelle Sommer, bilanziert der Deutsche Wetterdienst (DWD). Der Klimawandel wurde deutlich spürbar mit einer Durchschnittstemperatur, die um 3,3 Grad über dem Schnitt der vergangenen fast 150 Jahre lag.

Der Klimawandel zeigt sich in deutlich höheren Temperaturen

Selbst im vergleichsweise kühlen Norddeutschland maß der DWD während der Hitzewelle Ende Juni eine Temperatur von mehr als 40 Grad: Lüchow im Nordosten von Niedersachsen hält damit einen neuen Rekord für das Bundesland. Auch die Durchschnittstemperatur war in diesem Sommer in allen nördlichen Bundesländern höher als im Schnitt aller Jahre seit Beginn der flächendeckenden Wettermessungen durch den DWD.

Niedersachsen: Temperaturrekord von mehr als 40 Grad

Die höchste Abweichung vom langjährigen Temperaturdurchschnitt verzeichnete Niedersachsen: Dort war der Sommer mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,7 Grad um 2,5 Grad wärmer als sonst. Es gab 14 heiße Tage mit mehr als 30 Grad, und an einzelnen Stationen abseits der Küsten wurden erstmals bis zu fünf Tage über 35 Grad registriert, zum Beispiel in Bad Harzburg, und Lüchow meldete sogar 40,2 Grad.

Hamburg: Wärmstes Bundesland im Norden

Hamburg war in diesem Sommer das Bundesland im Norden mit der höchsten durchschnittlichen Temperatur: Mit 18,9 Grad war es 2,4 Grad wärmer als sonst üblich. Dafür war vor allem der ungewöhnlich warme Juni verantwortlich. Die Hamburger erlebten vier sehr heiße Tage mit mehr als 35 Grad – das waren so viele wie nie zuvor - und zusätzlich 14 Hitzetage über 30 Grad. Als höchste Temperatur maß der DWD 39,4 Grad.

Mecklenburg-Vorpommern: Erstmals zwei Tage über 35 Grad

Mecklenburg-Vorpommern meldete mit 18,3 Grad Durchschnittstemperatur den zweitniedrigsten Wert aller deutschen Bundesländer. Doch auch hier war es zwei Grad wärmer als sonst. Erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gab es zwei sehr heiße Tage mit mehr als 35 Grad. Außerdem wurden an acht Tagen mehr als 30 Grad gemessen. Die höchste Temperatur meldete Anklam Ende Juni mit 39,6 Grad – das ist ein neuer Temperaturrekord für Mecklenburg-Vorpommern.

Schleswig-Holstein: Das kühlste Wetter in ganz Deutschland

Am wenigsten schwitzen mussten die Menschen in diesem Sommer in Schleswig-Holstein bei durchschnittlich 17,7 Grad. Doch auch diese Temperatur war 1,9 Grad höher als der langjährige Durchschnitt. Sogar das sonst etwas kühlere Schleswig-Holstein erlebte über die Landesfläche gemittelt sieben Hitzetage über 30 Grad und abseits der Küsten sogar zwei Tage über 35 Grad. Grambek markierte am 27. Juni mit 39,2 Grad einen neuen Landesrekord.

Deutlich mehr Sonnenschein in Norddeutschland als sonst

In allen Bundesländern im Norden schien die Sonne mehr als sonst. Spitzenreiter war Mecklenburg-Vorpommern mit 760 Sonnenstunden, gefolgt von Schleswig Holstein (704 Stunden). Niedersachsen verzeichnete den größten Zuwachs: Dort schien die Sonne 19 Prozent mehr als sonst.

Weniger Regen begünstigt Waldbrände

Es regnete in diesem Sommer weniger als sonst in allen nördlichen Bundesländern. Dabei blieb Schleswig-Holstein nur etwas unter der sonst üblichen Regenmenge, während in Niedersachsen nur 84 Prozent der sonst üblichen Regenmenge fiel. In Mecklenburg-Vorpommern gab es Ende Juni und im Juli im Müritz-Nationalpark zwei Großbrände mit einer Fläche von insgesamt mehr als 400 Hektar.

730 Menschen starben im Norden aufgrund der Hitze

Doch die Hitze verursachte nicht nur wirtschaftliche Schäden, sondern es starben auch Menschen wegen der hohen Temperaturen. In keinem der vergangenen zehn Jahre gab es so viele Hitzetote wie in diesem Jahr. Für Norddeutschland schätzt das Robert-Koch-Institut die Zahl der hitzebedingten Todesfälle auf 730 Menschen.

Rechnet man diese Zahl auf 100.000 Einwohner um, dann wird deutlich, dass Norddeutschland weniger Tote zu beklagen hat. Während im Norden pro 100.000 Einwohner fünf Menschen als Folge der Hitze starben, waren es deutschlandweit 19 und im Saarland und Rheinland-Pfalz sogar um die 50 Hitzetote pro 100.000 Einwohner.

Mit Grafiken von Lalon Sander und Alexander Mühlhausen.

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, im Vordergrund ein Thermometer.

Aus neuen RKI-Daten geht hervor, dass die Hitze in diesem Jahr mehr Opfer forderte, als bisher angenommen. Auch im Norden sind die Zahlen hoch.

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Die weltweite Klimakrise trifft auch Norddeutschland. Wie kann die Energiewende gelingen? Welches sind die besten Lösungen?

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | NDR Info | 31.08.2026 | 15:00 Uhr

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