Waldbrandgefahr im Norden: So ist das Risiko in Ihrer Region
Daten zeigen, wie groß die Gefahr für Waldbrände in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen derzeit ist - und wie sich die Lage voraussichtlich entwickeln wird.
1 Stationen mit hoher Gefahrenstufe im Norden
An 1 von 104 Stationen im Norden schätzt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Waldbrandgefahr heute als hoch ein, an 24 als mittelmäßig und an 79 Stationen als gering oder sehr gering. Die höchste Warnstufe wird im Norden derzeit nicht erreicht. Für die kommenden zwei Tage sagt der DWD für insgesamt eine Station im Norden eine der beiden höchsten Warnstufen voraus.
Die aktuell höchste Warnstufe (hohe Gefahr) wird derzeit erreicht an den Messstationen in:
Uelzen.
DWD misst Wetterdaten an über 100 Stationen im Norden
Der DWD veröffentlicht täglich einen Index, der angibt, wie hoch die regionale Waldbrandgefahr ist. Für die Nord-Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen wird er basierend auf den Wetterdaten von über 100 Messstationen ermittelt.
Die örtliche Einschätzung der Lage kann von der des DWD abweichen. Auf den Seiten der Landesforstbetriebe könnnen sich aktuellere Informationen für die jeweiligen Forstbezirke befinden: Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern.
Deutlich mehr Waldbrände im Jahr 2025 als im Vorjahr
Insgesamt verzeichnet die neueste Waldbrand-Statistik für das Jahr 2025 in ganz Deutschland 1.175 Waldbrände (Vorjahr: 563 Brände), betroffen war eine Fläche von rund 2.626 Hektar. Die verbrannte Fläche ist damit in etwa so groß wie die Insel Norderney. Die meisten Brände gab es in Brandenburg. Von den norddeutschen Bundesländern war die Zahl der Waldbrände in Niedersachsen mit 128 am höchsten, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 48.
Rund 46 Prozent der Waldfläche verbrannte aus ungeklärten Ursachen. Bei 27 Prozent der Brandfläche deutschlandweit wurde als Ursache Fahrlässigkeit festgestellt. Knapp jeder fünfte Waldbrand wurde vermutlich vorsätzlich gelegt, schreibt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
Neben der Größe des Bundeslandes und den Maßnahmen zur Waldbrandvermeidung und -bekämpfung, hängt die Zahl der Brände auch mit den regionalen klimatischen und hydrologischen Gegebenheiten sowie der Beschaffenheit des Waldes zusammen. Weite Teile Nordostdeutschlands, das östliche Nordwestdeutschland und das Oberrheinische Tiefland sind daher laut Umweltbundesamt (UBA) häufiger von Waldbränden betroffen als andere Regionen Deutschlands.
Risikountersuchungen sagen laut UBA für die kommenden Jahrzehnte insgesamt ein steigendes Waldbrandrisiko für Deutschland voraus. Denn die Temperaturen in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten sollen steigen, die Niederschläge hingegen abnehmen.