St.Petri-Dom über der winterlichen Schlei.
AUDIO: NDR Data: Bilanz des Winterwetters 2025/26 (1 Min)

Der Winterrückblick: Schnee, Eis - und viel zu warme Tage

Stand: 01.03.2026 07:01 Uhr

Der Winter 2025/26 sticht in Norddeutschland hervor. Selten lag im Januar und Februar so viel Schnee, selten war es so kalt. Trotzdem gab es viele zu warme Tage - gerade im ausgesprochen milden Dezember.

von Alexander C. Mühlhausen und Michael Hörz

Am heutigen Sonntag ist meteorologischer Frühlingsanfang. Für viele Norddeutsche waren bereits die vergangenen, sonnigen Tage ein sehr willkommener Wechsel nach den verschneiten Wintermonaten. Denn das Jahr begann nicht nur sehr kalt, es blieb bis auf eine wärmere Phase Mitte Januar auch bis in den Februar frostig. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete im Januar vereinzelt Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Und im Norden hielt sich der Winter besonders lange.

Hamburg: Ein Winter der Extreme

Das zeigt sich etwa in Hamburg, wo im Januar Extreme erreicht wurden, die es lange nicht mehr gab: "In Hamburg ist es der kälteste Januar seit 16 Jahren", sagt etwa DWD-Experte Marc Wenthe. Und mehr Schnee als am 10. Januar 2026 lag zum letzten Mal im Jahr 1981. "Damals 28 Zentimeter, in diesem Jahr 25 Zentimeter", so Wenthe. Eine der Folgen: Eisschollen vor der Elbphilharmonie und Eisberge südlich der Hansestadt.

Durch Klick auf die Buttons können Sie die Temperaturen in Ihrem Bundesland sehen.

Trotzdem gab es in Hamburg immer wieder Tage, die deutlich wärmer waren als der historische Durchschnitt. Beispielsweise Mitte Januar: Da stieg die tägliche Durchschnittstemperatur zwischen 11. und 16. Januar von minus neun auf über acht Grad. Die Höchst- und Tiefstwerte lagen noch weiter auseinander. Dagegen war es von Anfang Dezember bis kurz vor die Feiertage fast durchgängig wärmer als üblich.

Mecklenburg-Vorpommern: Temperaturunterschiede von 30 Grad

In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein entwickelte sich die Temperatur ähnlich zu Hamburg. Bis Mitte Februar blieb es kalt. Nur in Niedersachsen schrieb man eine andere Bilanz: Über den Winter hinweg war es sogar etwas wärmer als im langjährigen Schnitt. Einzelne Tage waren aber dennoch besonders kalt oder warm - besonders Ende Februar stiegen die Temperaturen deutlich.

Eine Satellitenaufnahme vom 2.2.2026 zeigt die weiß zugefrorene Ostsee an Rügens Ostküste zwischen Sassnitz (oben) und Thiessow (unten)
Die zugefrorene Ostsee. Ein Schauspiel, das sogar aus dem All sichtbar war.

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern blieben die Temperaturen ab dem Jahreswechsel deutlich kälter als das, was die Menschen aus den letzten Jahren gewohnt sind. Sogar die Ostsee fror in Teilen zu. Eisbrecher mussten ein LNG-Terminal befreien.

Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern war es kälter als im Rest Deutschlands. Der Winter hielt sich hier mit am längsten und endete dann schlagartig: In Goldberg im Landkreis Ludwigslust-Parchim stieg das Thermometer Ende Februar binnen weniger Tage um 30 Grad. Der niedrigste Wert lag bei minus 15 Grad, der wärmste bei rund 16 Grad.

Viel Schnee - aber nicht überall

So viel Schnee wie in diesem Winter gab es zuletzt vor über zehn Jahren. Mecklenburg-Vorpommern erlebte die schneereichste Saison seit 2012. In einigen Regionen lag dort an bis zu 40 Tagen Schnee. Auch in Schleswig-Holstein zählten die Meteorologen die meisten Schneetage seit 2012. Die Hamburger erlebten so viel Schnee wie seit 2010 nicht mehr, Anfang Februar sogar trockenen Pulverschnee. Trotz dieser Rekorde bedeckte das winterliche Weiß nicht immer die ganze Landschaft, gerade in Niedersachsen. Wie sich der Schnee räumlich verteilt hat, zeigen beispielsweise Satellitenfotos, die das NDR Datenteam ausgewertet hat.

Eine Satellitendaten-Grafik zeigt Schneebedeckung im Januar in Norddeutschland
Satellitendaten zeigen, wie stark Norddeutschland an unterschiedlichen Zeitpunkten im Januar bedeckt war.

Und der Klimawandel?

Ein so kalter Winter steht nicht im Gegensatz zum Klimawandel: Trotz aller Kälte im Norden waren Dezember, Januar und Februar im deutschlandweiten Schnitt gut anderthalb Grad wärmer als es die Winter zwischen 1961 und 1990 waren. Viele Regionen der Welt waren damals noch vergleichsweise wenig vom Klimawandel beeinflusst. Deshalb nutzen Meteorologen und Klimaforscher diese Zeitperiode für ihre Vergleiche.

Und der aktuelle Winter war laut DWD zum 15. Mal in Folge wärmer, als er es hätte sein sollen. Während sich also das Wetter in Norddeutschland extrem kalt angefühlt haben mag, war es deutschlandweit insgesamt zu warm. Und solches Extremwetter wird durch den Klimawandel sogar noch wahrscheinlicher: Ausreißer nach oben und unten werden zunehmen.

Wie waren die Temperaturen in Ihrer Region?

Wenn Sie jetzt noch wissen wollen, wie die Temperaturen im Februar in Ihrer Region waren, geben Sie einfach Ihre PLZ ein.

Menschen betrachten Eisschollen an der Elbe in Geesthacht

Wegen kreuz und quer parkender Autos haben die Stadt Geesthacht und die Polizei die Zufahrten zur Elbhalbinsel gesperrt.

Eine Satellitenaufnahme vom 2.2.2026 zeigt die weiß zugefrorene Ostsee an Rügens Ostküste zwischen Sassnitz (oben) und Thiessow (unten)

Ein beeindruckendes Satelllitenbild zeigt jetzt, wie weit sich die Eisdecke auf der Ostsee vor Rügen ausgebreitet hatte.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Norddeutschland | 28.02.2026 | 14:48 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Klimaschutz

Extremwetter

Frank Klingebiel (CDU) freut sich nach dem Wahlsieg zum Oberbürgermeister.

Die Stichwahlen in den 123 Kommunen blieben ohne wirkliche Überraschungen. Die Mehrheit zog vielerorts das Bekannte dem Neuen vor.

Ein Rollstuhl steht in einem Pflegeheim

Die SPD will bei den Plänen von Bundesgesundheitsminister Linnemann (CDU) nachverhandeln. Ministerpräsident Lies unterstützt das.

Mole bei Swinemünde mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Leuchtturm Mühlenbake

Polen bereitet die Genehmigung für das Projekt vor. In der Ostsee, sechs Kilometer vor Swinemünde, soll eine Insel aufgeschüttet werden.

Stau auf der Autobahn 1 in Schleswig-Holstein Richtung Hamburg.

Staus, Baustellen, Gefahren-Hinweise: Aktuelle Meldungen zum Verkehr für Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Smartphone mit einem eingeblendeten NDR Screenshot (Montage)

Informieren Sie sich auf dem WhatsApp-Kanal von NDR Info über die wichtigsten Nachrichten und Dokus aus Norddeutschland.