Mamma Mia! Schleswig-Holstein Musik Festival feiert Rekord-Sommer
Nach zwei Monaten geht das SHMF zu Ende. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr die schwedische Hauptstadt Stockholm und die Porträtkünstlerin und Akkordeonistin Ksenija Sidorova. Mit Wien steht bereits der Städteschwerpunkt für 2027 fest.
Ein Highlight war das "Mamma Mia"-Konzert in Neumünster in den Holstenhallen. Mehr als zwei Stunden hat das Publikum dort die Musik von ABBA gefeiert - passend zum diesjährigen Städteschwerpunkt Stockholm. Auf einer großen Leinwand lief der Film "Mamma Mia", musikalisch live begleitet wurde er vom Sinfonischen Blasorchester Ratekau unter der Leitung von Christoph Liedtke.
Für Festivalintendant Christian Kuhnt ein großer Erfolg: "Wir haben an diesem Abend jeden Lautstärke-Rekord in Bezug auf Applaus gebrochen. Dieses Konzert wurde zu Recht gefeiert und das macht sehr viel Spaß." Eine Neuentdeckung für Kuhnt war das Sinfonische Blasorchester Ratekau.
Tenor Rolando Villazón singt Mozart
Publikumsliebling und Tenor Rolando Villazón war in diesem Jahr beim SHMF mit dabei. Er hat in Lübeck und Flensburg seinen Lieblingskomponisten Mozart gesungen und war selbst nach dem Konzert ganz beseelt. "Mozart ist mein bester Freund. Mozart ist lustig, aber Mozart ist auch ein Philosoph. Er ist spirituell. Es ist immer wunderbar, seine Musik zu singen, seine Briefe zu lesen und mit ihm Zeit zu verbringen."
Große musikalische Bandbreite des Festivals reizt das Publikum
Das Schleswig-Holstein Musik Festival war musikalisch wieder breit aufgestellt. Neben Klassik gab es auch Jazz, Soul, Techno und Weltmusik. Auch in diesem Jahr mit echten musikalischen Entdeckungen: Überrascht hat zum Beispiel die westafrikanische Musikerin Sona Jobarteh. Sie hat beim Lübecker Werftsommer gespielt, wie auch die Jazzrausch Bigband, bei der viele Besucherinnen und Besucher Tickets gekauft haben, obwohl sie nicht so recht wussten, was auf sie zukam.
Roxette in Kiel mit neuer Sängerin
In Kiel gab es dann den groß erwarteten Hauptact aus Schweden: Roxette. Das Konzert war ausverkauft. Auch mit neuer Sängerin hat die Band das Publikum überzeugt, so wie Besucherin Sonja aus Hamburg: "Sie hat es toll gesungen und es war eine super Stimmung." Es war ein Abend voller Emotionen und Gänsehautmomenten mit vielen Hits von Roxette.
Porträtkünstlerin Ksenija Sidorova überzeugt
Porträtkünstlerin und Akkordeonistin Ksenija Sidorova hat insgesamt 18 Konzerte gespielt. Sie hat gezeigt, wie viel Vielseitigkeit und Klangspektrum in ihrem Instrument steckt. Christian Kuhnt ist begeistert: "Ksenija Sidorova spiegelt mir jedes Mal, dass sie eigentlich bei uns im Honeymoon ist, dass sie voller Euphorie neue Orte entdeckt." Es mache unfassbar viel Freude, ihre Energie zu erleben.
Schleswig-Holstein Musik Festival mit einer Auslastung von 93 Prozent
Auch wenn viele Festivals in diesem Sommer gekämpft haben, das SHMF bleibt stabil. Insgesamt wurden 188.000 Tickets verkauft und von den 205 Konzerten waren 149 ausverkauft. Das ist eine leichte Steigerung zum vergangenen Jahr, da lag die Auslastung bei 92 Prozent. Festivalleiter Kuhnt freut sich über eine leichte Erhöhung: "93 Prozent Auslastung, das ist natürlich das, was wir uns erhoffen, aber womit man nicht rechnen kann. Wir sind total glücklich und es zeigt, dass unser Publikum nach wie vor eine große Neugierde mitbringt."
Abschlusskonzert gleich zweimal in Kiel
Am Sonntag findet in Kiel das zweite von zwei Abschlusskonzerten im Konzerthaus am Schloss statt. Es spielt die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Stanislav Kochanovsky zusammen mit dem kanadischen Pianisten und Leonard-Bernstein-Award-Preisträger Jan Lisiecki. Das Konzert wird am Sonntag ab 20 Uhr live im Radio auf NDR Kultur übertragen.
Während in den vergangenen zwei Monaten mehr als 200 Konzerte in Schleswig-Holstein, Hamburg, dem nördlichen Niedersachsen und dem südlichen Dänemark gespielt wurden, lief hinter den Kulissen schon die Organisation für das kommende Festivaljahr. Nach London, Venedig, Istanbul und Stockholm soll es auch 2027 wieder einen Städteschwerpunkt geben, sagt Kuhnt. Musikalisch geht es in die Musikmetropole Wien.
Städteschwerpunkt 2027: Wien "mit einem Twist"
"Das wird ein Schwerpunkt sein, bei dem wir vieles Vertrautes erleben", so der Intendant. "Aber noch wichtiger ist uns, dass wir einen unbekannten Aspekt der Stadt Wien auch nach Schleswig-Holstein bringen. Wien mit einem Twist - das ist unser Anspruch für 2027."
Bei Wien sei es besonders schwierig, Dinge wegzulassen, sagt Kuhnt. Es solle nicht nur Beethoven und Johann Strauss gespielt werden. Wien sei mehr als das. Das neue Festivalprogramm wird nächstes Jahr im Februar veröffentlicht