Hurricane Festival in Zahlen: Teurer, größer, voller?
Wie hat sich das Hurricane Festival in Scheeßel in den letzten 30 Jahren verändert? Das NDR Datenteam hat das Gelände und die Ticketpreise ausgewertet. Wird alles immer größer und teurer? Nicht unbedingt.
Am Donnerstag startet die Anreise für das 30. Jubiläum des Hurricane Festivals in Scheeßel. Das Festival gehört neben dem Wacken Open Air zu den größten Open-Air-Veranstaltungen im Norden. Auch in diesem Jahr erwarten die Veranstalter bis zu 78.000 Musikfans.
Die passen mittlerweile nicht mehr alle nur auf den Eichenring. So der Name des ursprünglichen Festivalgeländes, auf dem sich heute immer noch die Hauptbühne befindet.
Konzertfläche mehr als verdoppelt
Im Jahr 2007 hat sich der Eichenring erstmals "geöffnet" und das Festivalgelände wurde vergrößert. Die zweite Open-Air-Bühne steht seitdem nicht mehr auf dem ursprünglichen Festivalgelände.
Mehr Tage, mehr Bühnen, mehr Gäste
Inzwischen hat die Veranstaltungsfläche mit den Bühnen eine Gesamtgröße von rund 160.000 m². Das entspricht 23 Fußballfeldern und ist gut 2,5-mal so groß wie noch 1999. In den Anfangsjahren dauerte das Festival zwei Tage. Die Acts wechselten sich damals noch auf zwei Bühnen ab. Seit mehr als 20 Jahren geht das Hurricane über drei Tage und bis zu 100 Bands verteilen sich auf vier Bühnen.
1999 kamen bereits 45.000 Besucher zum Hurricane, das Festival war ausverkauft. Für die Festival-Ausgabe 2026 sind 78.000 Tickets verkauft worden. Ein Plus von rund drei Vierteln. Doch die Fläche ist noch stärker gewachsen als das Publikum, deshalb haben Festivalbesucher heute mehr Platz pro Person.
Die Veranstalter reagieren damit auf Vorfälle aus der Vergangenheit. 2005 beschwerten sich viele Gäste über ein überfülltes Gelände, woraufhin das Ticketkontingent im darauffolgenden Jahr um 10.000 Tickets reduziert wurde.
Immer teurer? Jein!
Neben mehr Bühnen, mehr Geländefläche und mehr Gästen, ist auch der Preis für das Ticket, wie bei den meisten Festivals, über die Jahre gestiegen. Beim Hurricane stieg der Preis vor allem seit 2015 mehrfach stark an.
Wer noch ein Ticket für die diesjährige Ausgabe sichern möchte und vor Ort campen will, muss dafür mindestens 278 Euro zahlen.
Erstmals ist das Festivalticket jedoch vom Campingpreis abgekoppelt. Wer drei Tage auf dem Hurricane feiern, aber nicht auf dem Campingplatz übernachten möchte, kommt günstiger weg. Das Festivalticket ohne Schlafplatz kostet 219 Euro.
Wer früh bucht, bezahlt weniger
Der Vorverkauf startete dieses Mal direkt nach der 2025er Ausgabe des Festivals und war noch 60 Euro günstiger. Das ist auch im Vergleich zum Wacken Open Air verhältnismäßig günstig. Entsprechend schnell waren die Frühbuchertickets vergriffen.
Der Haken daran: Zum Zeitpunkt des Vorverkaufs steht das Line-up in der Regel noch nicht fest. Die frühen Ticketkäufer zahlten also auch mit einem Vertrauensvorschuss gegenüber dem Hurricane Veranstalter.