Blog vom Samstag: Militär-Übung und Proteste bei "Red Storm Charlie"
Heute wurde in Hamburg die Militär-Übung "Red Storm Charlie" beendet. Bundeswehr, Blaulichtorganisationen und Unternehmen haben drei Tage lang den Ernstfall geprobt. NDR.de hat die Übung und auch die Proteste in einem Blog zum Nachlesen begleitet.
Live-Berichterstattung endet
Wir schließen unseren Liveblog zur Übung "Red Storm Charlie". Vielen Dank für Ihr Interesse! Alle weiteren Informationen finden Sie auf NDR.de/Hamburg und in der kostenlosen NDR Hamburg App.
Bundeswehrkrankenhaus lernt von der Ukraine
Bei "Red Storm Charlie" wurde am Samstag in einer Tiefgarage des Roten Kreuzes eine Behelfskrankenstation aufgebaut. Die Idee mit der Tiefgarage kommt aus einem realen Kriegsgebiet in Europa, erzählt Thomas Harbaum, Generalarzt und Leiter Bundeswehrkrankenhaus Hamburg: "Wir lernen von der Ukraine. Die ukrainischen Kolleginnen und Kollegen haben uns ganz klar gesagt, dass das die Voraussetzungen sind, um überhaupt irgendeine Gesundheitsversorgung in einer Stadt, die halt gerade so zum Beispiel angegriffen wird, da sicherzustellen." Den kompletten Beitrag aus dem Hamburg Journal sehen sie hier:
Polizei nennt Zahlen zu den Protesten
Insgesamt haben laut Polizei am Sonnabend bis zu 5.000 Menschen gegen Red Storm Charlie protestiert. Die sieben Veranstaltungen/Aufzüge verliefen überwiegend friedlich. Bei der Veranstaltung "Kampf den Kriegstreibern - für unsere Zukunft“ hat die Polizei vereinzelt eingegriffen wegen Vermummung und Flaschenwürfen auf die Einsatzkräfte.
Bundeswehr sieht großen Fortschritt durch Übung "Red Storm Charlie"
Kommandeur Kurt Leonards zog am Abend eine positive Bilanz der dreitätigen Übung "Red Storm Charlie". Man sei bei der Zusammenarbeit von Militär und zivilen Kräften einen Riesenschritt vorangekommen. Die Zahl der zivilen Partner war im Vergleich zur Übung im Vorjahr von zwölf auf 60 gestiegen. Hier lesen Sie die Bilanz der dreitägigen Übung:
Erste Bilanz nach drei Tagen "Red Storm Charlie"
Heute geht die Übung "Red Storm Charlie" nach drei Tagen zu Ende. Drei Tage mit vielen Übungen von Bundeswehr und 60 zivilen Organisationen und drei Tage, an denen auch viele Proteste stattfanden. Wir haben für Instagram kurz vor Ende der Übung schon einmal Bilanz gezogen:
Zweite Gegendemo an den Landungsbrücken
An den Landungsbrücken findet aktuell die Demo von "Rheinmetall entwaffnen" statt.
Gegendemonstration startet am Jungfernstieg
Am Jungfernstieg beginnt in diesen Minuten die Gegendemonstration unter dem Motto "Nein zu Red Storm Charlie - Ja zu sozialem Fortschritt" des Bündnisses "Kein NATO-Hafen". Auf Transparenten steht "Aktiv gegen Faschismus, Weltkriegsgefahr und Umweltkatastrophe" und "Für Krieg ist ja genug Geld da".
Die Organisatoren erwarten mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zum Auftakt sind bisher ein paar Hundert Menschen gekommen. Sie wollen später über den Johannes-Brahms-Platz zu den Landungsbrücken ziehen. Am Elbpark ist zudem eine Demo mit Ziel Berliner Tor gestartet. Sie führt über den Baumwall.
Übung wird am Flughafen fortgesetzt
Am Hamburger Flughafen ist die Übung "Red Storm Charlie" fortgesetzt werden. Es wurde ein Szenario mit 30 verletzten und 30 schwer verletzten Soldatinnen und Soldaten geprobt, die in Hamburg ankommen. NDR Hamburg Reporter Elias Bartl: "Ja, das war schon echt spektakulär. Drei Hubschrauber sind hier gelandet am Flughafen, zwei von der Bundeswehr, die haben wir die vergangenen Tage schon gesehen und dann noch ein großer Hubschrauber von der Bundespolizei."
Nach der Erstversorgung sollen die 30 Schwerverletzten mit Rettungswagen ins UKE gebracht werden. Laut Bundeswehr-Pressesprecher Jürgen Bredtmann üben die Ehrenamtlichen dabei in ihrer Freizeit. Deshalb falle der letzte Übungstag bewusst auf einen Samstag.
Fegebank: "Bevölkerung muss vorbereitet sein"
Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) war am Samstag bei der Übung "Red Storm Charlie" vor Ort. Sie betonte, wie wichtig Übungen wie diese aktuell seien.
Rettungseinsatz nach Explosion wird geprobt
Am Vormittag ist das zweite Szenario des Tages geprobt worden: Dabei arbeiteten Soldatinnen und Soldaten in einem Gebäude, als es zu einem Unfall kam. Aus einem Fenster im oberen Stock knallte es, Rauch und Feuer traten aus. Ein Soldat vor Ort meldete den Unfall an den Gefechtsstand der Bundeswehr.
Die Berufsfeuerwehr rückte an, dazu das THW, weil die Einsatzkräfte davon ausgingen, dass auch das Gebäude selbst beschädigt ist. Zuerst ging es darum, eine Person am Fenster zu retten und herauszufinden, wie viele Menschen sich im Gebäude aufhielten.
Die Menschenrettung stehe ganz oben, erklärte die Feuerwehr, das Feuer sei in der ersten Phase zweitrangig. Auf diesem Bild ist die Verletztensammelstelle zu sehen, die für die Übung eingerichtet wurde.
Notkrankenhaus in Tiefgarage
Am dritten und letzten Tag von "Red Storm Charlie" stand am Morgen das Gesundheitswesen im Mittelpunkt. In einer Tiefgarage haben das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk zusammen mit dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg eine Behelfsnotaufnahme aufgebaut. Sie ist für den Fall gedacht, dass eine Notaufnahme ausfällt oder zusätzliche Behandlungsplätze gebraucht werden, und zwar unter möglichst geschützten Bedingungen. Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzauer (SPD) war auch bei der Übung dabei: "Es kann sein, dass wir Lagen haben werden, in denen es Stromausfälle gibt, Cyberangriffe, all das kann passieren und wir brauchen dazu ein Gesundheitswesen, das vorbereitet ist."
Liveblog startet wieder: Tag 3 von "Red Storm Charlie"
Auch am dritten Tag der Übung "Red Storm Charlie" begleiten wir die Ereignisse über den Tag hinweg. Was am Freitag während der Übung in Hamburg geschah, können Sie hier nachlesen: