Handball-Bundesliga
Bann gebrochen! HC Hamburg feiert ersten Saisonsieg
Es ist vollbracht! Am sechsten Spieltag der Handball-Bundesliga durfte der HC Hamburg seinen ersten Saisonsieg feiern. Im Kellerduell mit der HSG Wetzlar gelang am Sonntagabend dank starker Nerven in der Schlussphase ein 37:32 (16:17).
"Das ist Erleichterung pur", schnaufte HCH-Kapitän Elias Kofler nach Spielende im NDR Interview durch. "Der Druck war da, das wir das vor den eigenen Fans gewinnen."
Nach einem ernüchternden Start in die Saison geht es für die Mannschaft von HCH-Trainer Torsten Jansen in der Tabelle ein kleines Stück nach oben. Mit ihren jetzt 3:9 Punkten zogen die Norddeutschen an Aufsteiger SG BBM Bietigheim (2:10) vorbei und stehen nun auf dem viertletzten Platz. Für Hamburg geht es bereits am Donnerstag weiter, dann steht um 19 Uhr (im NDR Livecenter) die Partie beim TBV Lemgo Lippe an.
HC Hamburg wieder mit Jörgensen
Jansen konnte, anders als beim knappen Sieg im DHB-Pokal beim HC Elbflorenz, wieder auf den Dänen Nicolaj Jacobsen zurückgreifen, der zuvor im Bundesliga-Nordduell bei der SG Flensburg-Handewitt zwölf Treffer erzielt hatte. Im Pokalspiel in Dresden hatte der Rückraumspieler aufgrund einer Fußverletzung gefehlt. Es war bei weitem nicht der einzige Ausfall in den vergangenen Tagen und Wochen. Zeitweise, so Jansen, hätten nur drei Spieler regulär trainieren können, während der Rest des Kaders regnerieren musste.
Theiß stellt Hamburg vor Probleme
Der Start missglückte den Norddeutschen, schnell lagen sie gegen Wetzlar mit 0:3 zurück. Neun Minuten später hieß es dann jedoch 8:6 (12.) für die Hamburger, die in dieser Phase im Offensivspiel häufig Kreisläufer Martin Hovde suchten - und fanden. Drei Tore steuerte der im Sommer von Kolstad IL gekommene Norweger zum 8:3-Zwischenspurt bei. Der vom Meister SC Magdeburg umworbene Rechtsaußen Frederik Bo Andersen sorgte bald darauf per Siebenmeter mit dem 11:8 für die erste Drei-Tore-Führung (16.).
Die Hamburger kassierten vor 2.403 Zuschauern in der Folgezeit aber zu viele Gegentore aus der Distanz: Vor allem der Wetzlarer Linkshänder Niklas Theiß traf aus dem rechten Rückraum fast nach Belieben. Sechs Tore (bei sechs Würfen) steuerte er zur 17:16-Pausenführung der HSG bei. Den Gastgebern fehlte es in Hälfte eins schlichtweg auch an einer Torhüterleistung.
Norlyk trifft zuverlässig - HCH nervenstark
Nach Wiederbeginn drehte Rückraumspieler Oliver Norlyk bei den Hamburgern auf. Fünf seiner sechs Würfe brachte der Däne im gegnerischen Tor unter, und so war Hamburg wieder mit 22:20 vorn (39.). Beim HCH wechselten sich die Protagonisten ab. Danach war es der starke Spielmacher Elias Kofler, der in kurzer Abfolge wiederholt als Torschütze in Erscheinung trat. Seine drei Treffer trugen erheblich zur 27:24-Führung bei (48.).
Als Norlyk jedoch mit einem freien Wurf an HSG-Torhüter Bart Ravensbergen scheiterte und der ehemalige Nordhorner zum 30:30 traf, war sechs Minuten vor Ultimo wieder alles offen.
Gut drei Minuten vor dem Ende der Partie beim Stand von 32:30 dann die starke Tat von Norlyk: Er fischte einen Ball weg und warf dann ins leere gegnerische Tor. Als Noah Beyer nur Sekunden später das 34:30 (58.) nachlegte, war es praktisch vollbracht. Wenig später wurde der erste Saisonsieg auch ausgiebig gefeiert. Erfolgreichster HCH-Profi war Norlyk mit neun Treffern.
"Mir fällt ein Stein vom Herzen", gab HCH-Präsident Niklas Weller im NDR Interview zu. "Wichtig ist, dass sich die Spieler das Gefühl des Gewinnens jetzt abgespeichert haben."