Fusion: Das heißeste Festival seit 2000

Stand: 30.06.2026 15:30 Uhr

Mitten in der Hitzewelle feierten Zehntausende in Mecklenburg-Vorpommern auf der Fusion. Noch nie zuvor war das Musikfestival so heiß, zeigen die Daten des Deutschen Wetterdienstes.

von Lalon Sander

Schon am Donnerstag bekamen die Besucherinnen und Besucher auf dem Fusion-Festival ein Zeichen für die außergewöhnliche Hitze, die ihnen bevorstand. Wegen des Brandes auf einem Feld in der Nähe musste das Festivalgelände für kurze Zeit geräumt werden. In den Tagen danach stiegen die Temperaturen weiter an - am Samstag registrierte die Wetterstation im nahegelegenen Waren fast 40 Grad im Schatten.

Die Fusion wurde zur heißesten seit dem Jahr 2000. Das geht aus einer Analyse von Temperaturdaten des Deutschen Wetterdienstes hervor. Im Durchschnitt hatten die Festivaltage 2026 eine Tageshöchsttemperatur von über 33 Grad, beim bislang heißesten Festival 2019 lag die Temperatur bei durchschnittlich 28,3 Grad.

Überhaupt lagen die Temperaturen von einzelnen Festivaltagen bisher selten über 30 Grad im Schatten. Seit 2000 lagen bisher die Temperaturen nur an drei Festivaltagen über 30 Grad: Zwei Mal während des Festivals 2019, als der heißeste Tag mehr als 36 Grad erreichte, und an einem Tag 2024, als die Temperatur an einem Tag auf 30,4 Grad stieg.

Das vergangene Wochenende war so heiß, dass sogar der kühlste Tag beim Festival 2026 heißer war als die heißesten Tage aller früheren Ausgaben, mit Ausnahme von 2019.

Die Fusion war 12 Grad zu heiß

Insgesamt zeigt sich, dass die Temperaturen bei dem Festival in den vergangenen 20 Jahren leicht nach oben tendieren - eine Folge des Klimawandels, bei dem sich die Temperaturen in Europa besonders stark erhitzen. Das zeigt auch der Vergleich der aktuellen Temperaturen mit den Temperaturen an der Wetterstation Waren in den Jahren 1961 bis 1990, einem Zeitraum, der noch wenig vom Klimawandel beeinflusst war.

Damals lagen die Tageshöchsttemperaturen Ende Juni in der Regel bei 22 Grad, selbst wenn es besonders heiß war, stiegen sie selten auf mehr als 27 Grad. In besonders kühlen Jahren konnte die Tageshöchsttemperatur sogar bei etwa 17 Grad liegen. Bei der Fusion 2026 war jeder einzelne Tag mindestens 9 Grad heißer als der damalige Durchschnitt und insgesamt war das Festival mehr als 12 Grad zu heiß.

Trotz der extremen Hitze kamen die Festival-Besucherinnen und -Besucher offenbar gut durch die Hitze. Dem Notarzt-Team zufolge gab es wegen der Hitze zwar einige Gäste mit Kreislaufproblemen, bei den meisten Behandlungen ging es allerdings um Schnittwunden, Prellungen oder Nasenbluten.

Tanzende Menschen auf dem Fusion-Festival

In der Nähe des Konzert-Geländes hat es am Donnerstagabend gebrannt - mit großer Rauchentwicklung. Gegen 21.30 Uhr durften die 40.000 Gäste zurück auf das Areal.

Tanzende Menschen auf dem Fusion-Festival

Unterdessen wird sich die Abreisewelle aus Lärz vor allem über den Bahnhof Neustrelitz bis Montagabend hinziehen.

Eine Frau trinkt aus einer Flasche Wasser.

Temperatur-Rekorde gab in diesem Sommer in Norddeutschland schon. Aktuelle Daten zeigen den Klimawandel vor Ort.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordmagazin | 27.06.2026 | 19:30 Uhr

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