Mode, Kunst und Ärger: Met Gala in New York feiert sich selbst
Auf der New Yorker Met Gala präsentieren Designer jedes Jahr ihre Kunst. In diesem Jahr hat das Motto "Mode ist Kunst" ohne Umschweife deutlich gemacht, was von den Outfits zu erwarten ist. So kam Supermodel Heidi Klum als lebendige Marmorstatue.
Superstar Beyoncé erschien in einem maßgeschneiderten skulpturalen Skelettkleid von Olivier Rousteing inklusive eines cremefarbenen und staubblauem Federschweif plus diamantbesetzter Krone. Die Sängerin nahm zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder an der Gala. Rund um den gerade in den Kinos angelaufenen Fashion-Film "Der Teufel trägt Prada 2" wählte die Vogue-Ikone und Gastgeberin der Gala, Anna Wintour, ein mintfarbenes Ensemble.
Hommage an ein Porträt und Rapunzelhaare
Auch die beiden Gastgeberinnen der Gala im Metropolitan Museum of Art, Nicole Kidman und Venus Williams, setzten auf zurückhaltende, glamouröse Looks. Williams trug ein glitzerndes schwarzes schulterfreies Kleid mit einem Swarovski-Halsstück als Hommage an ein Porträt von Robert Pruitt für die National Portrait Gallery. Kidman überraschte mit blonden Rapunzelhaaren.
Mode wird zur Leinwand
Einige Gäste verwandelten ihre Kleider in Kunstwerke. Schauspielerin Anne Hathaway trug ein handbemaltes Kleid von Michael Kors mit einer Friedenstaube als Symbol. Popstar Madonna inszenierte sich auf dem roten Teppich als Performance-Künstlerin, umgeben von Frauen in bunten Kleidern. Schauspielerin und Sängerin Janelle Monáe präsentierte ein skulpturales Kunstwerk mit beweglichen Elementen und mechanisch gesteuerten Schmetterlingen.
Heidi Klum, die auch beim OMR-Festival in Hamburg erwartet wird, kam in einem weißen Kostüm aus Schaumstoff und Latex als Marmorstatue aus dem 18. Jahrhundert. Eine Anregung, die sie sich bei einem Rundgang durch das Met-Museum geholt habe, wie sie auf dem Roten Teppich erzählte. Unternehmerin Kim Kardashian trug eine metallisch-orange Körperplatte aus den 1960er Jahren. Models wie Gigi Hadid und Irina Shayk setzten auf körperbetonte Looks, während Latino-Superstar Bad Bunny als ältere Version seiner selbst mit grauen Haaren und Make-up erschien. Zum Schluss schritt Sängerin Rihanna als letzter großer Auftritt in einem juwelenbesetzten, kokonartigen Kleid über den roten Teppich und meinte: "Ich fühle mich wie eine Perle in einer Auster".
Amazon-Chef sorgt für miese Stimmung rund um die Gala
Mindestens zehn Millionen Dollar haben sich Amazon-Chef Jeff Bezos und seine modebegeisterte Frau Lauren Sanchez-Bezos den Ehrenvorsitz der Met-Gala kosten lassen. Die anderen 400 Gäste mussten immerhin jeweils 100.000 Dollar für eine Eintrittskarte zahlen. Gründe, warum die Gala in diesem Jahr von Negativschlagzeilen überschattet wurde. "Die Met-Gala als perfekte Waschanlage für seelenlose Tech-Milliardäre", schrieb eine Kritikerin der New York Times. "Die Tech-Milliardäre kaperten das Modeereignis, um daraus ein Kostümfest für Superreiche zu machen."
Seit Jahren kämpfen Amazon-Mitarbeiter dafür, dass Amazon eine Gewerkschaft zulässt - bisher vergeblich. Auch deshalb war der sozialistische Bürgermeister von New York, Soran Mamdani, anders als seine Amtsvorgänger nicht zur Met-Gala gekommen. Mamdani hat vor Kurzem eine Steuer für Superreiche angekündigt, die sich eine luxuriöse Zweitwohnung in New York leisten, obwohl sie selten dort wohnen.