"Der Teufel trägt Prada 2": Mehr als nur Mode-Kino
Fast zwei Jahrzehnte nach dem Kinostart von "Der Teufel trägt Prada" kehren Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci zurück - in eine Welt aus Mode, Macht und messerscharfen Dialogen. Teil zwei ist in den deutschen Kinos angelaufen.
20 Jahre nach Teil Eins setzt die Fortsetzung genau da an, wo es heute interessant wird. Die Modebranche - und vor allem das klassische Magazin-Business - stehen unter Druck. Alles ist digitaler geworden, schneller, unsicherer.
Erfolgreicher Start in Deutschland
"Der Teufel trägt Prada 2“ lieferte nach Disney-Angaben einen der erfolgreichsten Kinostarts in diesem Jahr in Deutschland. 625.000 Menschen hätten den Film am Startwochenende gesehen und für ein Einspielergebnis von 7,1 Millionen Euro gesorgt. Das Unternehmen sprach vom "zweiterfolgreichsten Wochenende des Jahres". Auch in den USA kommt die Fortsetzung gut an. Dort habe der Film bislang 77 Millionen Dollar, also mehr als 65 Millionen Euro, eingespielt, hieß es.
Miranda Priestly trifft erneut auf Andy Sachs
Miranda Priestly ist zwar noch immer an der Spitze, doch ihr Imperium beginnt zu wanken. Gleichzeitig kehrt Andy Sachs zurück. Nicht mehr als unsichere Assistentin, sondern als erfahrene Journalistin, die sich fragt: Will ich wirklich noch einmal Teil dieser Welt sein?
Kein Aufguss, neue Ernsthaftigkeit
"Der Teufel trägt Prada 2" ist kein nostalgischer Aufguss, sondern ein Film über Veränderung, über Karriere - und über die Kompromisse, die man dafür eingeht. Dabei bleibt der Ton überraschend vertraut: bissig, elegant, unterhaltsam. Doch unter der glänzenden Oberfläche liegt eine neue Ernsthaftigkeit.
Es geht ums Durchhalten, ums Entscheiden, ums Überleben, meint Regisseur David Frankel: "Die Frage, wofür es sich überhaupt zu kämpfen lohnt - genau darum kreist der Film. Natürlich hoffe ich, dass das Publikum ihn als leicht, witzig und sehr unterhaltsam erlebt. Gleichzeitig stellt er den Figuren - und damit auch uns - eine entscheidende Frage: Wann ist es richtig zu kämpfen, und wann ist der Moment gekommen, loszulassen?"
Meryl Streep als Miranda: Die Ikone zeigt Risse
Die Figuren sind älter geworden, reflektierter - aber kein bisschen weniger scharf. Und auch die zentrale Figur Miranda Priestly bekommt dank einer groß aufspielenden Meryl Streep eine neue Dimension. "Diese Miranda, die sich eher durch Macht als durch Skrupel definiert, muss sich plötzlich in einer Welt behaupten, in der sie Gefahr läuft, die Kontrolle zu verlieren", erklärt die Schauspielerin.
Miranda verstehe sich als eine Art Kuratorin von Kultur und sei sehr stolz darauf, dieses System am Laufen und wirtschaftlich stabil zu halten: "Doch als dieses Gefüge ins Wanken gerät und sie spürt, dass alles in Gefahr ist, wird sie gezwungen, Kompromisse einzugehen - etwas, das ihr schwerfällt. Dabei erkennt sie auch, wie sehr sie auf die Menschen angewiesen ist, die sie unterstützt haben", so Streep.
"Der Teufel trägt Prada 2": Ein stilvolles Comeback
Miranda ist nicht mehr nur unantastbar - sondern auch verletzlich. Und doch bleibt sie eine Ikone. Genau wie der Film selbst, der seine eigene Geschichte reflektiert: Was ist geblieben vom großen "Girlboss"-Versprechen der frühen 2000er-Jahre? Und was hat sich verändert?
Natürlich spielt dabei auch die Mode wieder eine Hauptrolle. Große Modenschauen, opulente Bilder, spektakuläre Outfits - doch diesmal ist sie mehr als nur Oberfläche.
Der Film zeigt nebenbei, wie sehr sich unser Blick auf Mode verändert hat - durch Social Media und permanente Verfügbarkeit. Am Ende ist "Der Teufel trägt Prada 2" ein kluges, stilvolles und überraschend emotionales Comeback. Ein Film, der zeigt: Diese Geschichte ist nicht nur Kult - sie ist auch heute noch relevant.
Der Teufel trägt Prada 2
- Genre:
- Drama
- Komödie
- Produktionsjahr:
- 2026
- Produktionsland:
- USA
- Zusatzinfo:
- Mit Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und anderen
- Regie:
- David Frankel
- Länge:
- 119 Minuten
- Altersempfehlung:
- ab 0 Jahren
- Kinostart:
- 30. April 2026