Eine Visualisierung zeigt den Siegerentwurf für die Hamburger Oper in der Hafencity.
AUDIO: Nach Kühne-Tod: Architekten zu Opernplänen (1 Min)

Keine Änderungen nach Kühne-Tod: Eröffnung Hafencity-Oper weiter in Planung

Stand: 05.09.2026 12:00 Uhr

Klaus-Michael Kühne blieb bis zu seinem Tod seiner Heimatstadt Hamburg verbunden. Dort finanzierte er auch viele Kultur-Projekte, etwa für die Elbphilharmonie und zuletzt für den Neubau einer Oper.

Die neue Oper war ein großer Wunsch des Milliardärs und Opernfans Klaus-Michael Kühne. Ändert sein Tod etwas an der Umsetzung? Nein, sagen Stadt, Stiftung und das Architekturbüro Bjarke Ingels Group (BIG). Dem Vertrag über den Neubau der Oper hatte die Hamburgische Bürgerschaft zugestimmt. Er sieht vor, dass die Kühne-Stiftung den Bau des Opernhauses finanziert und die Stadt dafür ein Grundstück am Baakenhöft unentgeltlich zur Verfügung stellt und erschließt.

"Das Protokoll war klar"

In rund zwölf Monaten sollen die wesentlichen Details fertig sein - und auch die Frage geklärt werden, ob das Projekt im Budget ist. "Wir hätten es gern gehabt, dass er bis zur Durchführungsentscheidung noch bei uns ist", sagt Architekt Robert Grimm von BIG. "Und dann auch sieht, was das finale Design dieser Oper ist. Aber für den Fall, dass er vorher ableben würde, war das Protokoll klar."

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Eröffnungstermin für neue Oper: April 2035?

Rund 100 Fachleute arbeiten derzeit an den Details der Opernpläne in Dänemark, Deutschland und in einigen anderen Ländern. Im September kommenden Jahres sollen dann die Kühne Stiftung, die Oper und die Stadt Hamburg über den Fortgang entscheiden. "Es gibt kein Projekt, an dem ich beteiligt war, das keine Kostengrenze hatte", sagt Jakob Sand, Partner bei BIG. "Unsere Pflicht ist es, dass das, was wir planen, realistisch ist. Sonst würden wir keinen guten Job machen."

Auch wenn es noch einige Hürden gibt, intern kursiert bei der Björke-Ingels-Grupp schon ein möglicher Eröffnungstermin für die neue Oper am Hamburger Hafen: April 2035.

Klaus-Michael Kühne

Manager, Hotelbesitzer, Mäzen, Sportbegeisterter: Klaus-Michael Kühne hat sich in seiner Geburtsstadt Hamburg auf ganz unterschiedliche Weise verwirklicht.

Kühne-Stiftung übernimmt Großteil der Bau-Kosten

Kühne hatte angekündigt, für den Bau der Oper bis zu 340 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Stadt beteiligt sich mit 147,5 Millionen Euro für standortspezifische Mehrkosten, zum Beispiel für Gründung und Flutschutz. Alle weiteren Kosten und Risiken trägt nach Angaben der Stadt die Stiftung. Hinzu kommen rund 104 Millionen Euro für die Herrichtung des Grundstücks, die Promenade und die Ufereinfassung.

Der Neubau in der Hafencity ist geplant, weil die Sanierung der alten Oper an der Dammtorstraße Kostenschätzungen zufolge mehr als eine Milliarde Euro kosten würde.

Eine Visualisierung zeigt den Siegerentwurf für die Hamburger Oper in der Hafencity.

Alles Wichtige zu den Hintergründen, Planungen und Positionen der Gegner und Befürworter der neuen Oper, die auf dem Baakenhöft entstehen soll.

Wichtiger Mäzen für Kultur in Hamburg

Kühne hatte sich aber auch an anderen Stellen für die Kultur seiner Heimatstadt engagiert: Mindestens fünf Millionen Euro steuerte er zum Bau der Elbphilharmonie bei. Auch das Harbour Front Literaturfestival hatte der Milliardär mit aus der Taufe gehoben. Mehrere 100.000 Euro waren über die Jahre dort hineingeflossen. Außerdem finanzierte er Leseförderungsprojekte in der ganzen Stadt.

Lange war der Debütpreis für den besten ersten Roman des Harbour Front Literaturfestivals nach Kühne benannt. Wegen Streitigkeiten um die Nazi-Vergangenheit des Familienunternehmens von Kühne wurde der Preis schließlich umbenannt.

Vivi Vassileva (l-r), Pierre de Meuron, Carsten Brosda, Christoph Lieben-Seutter

Zum Start der zehnten Saison zeigt sich: Die Elbphilharmonie ist längst ein internationaler Magnet für Künstler und Publikum.

Brosda über Kühne: "Ein großer Mäzen mit viel Leidenschaft"

Mit Kühne verliere Hamburg einen großzügigen Stifter und Partner, erklärte Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Hansestadt.

Auch Kultursenator Carsten Brosda äußerte sich zum Tod des Mäzens: "Klaus-Michael Kühne war eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit und ein großer Mäzen, der mit viel Leidenschaft - und damit in hanseatischer Tradition - die Kultur in Hamburg immer wieder großzügig unterstützt hat. Er hat dazu beigetragen, dass Hamburg heute international als eine Kulturstadt wahrgenommen wird."

Video: Neue Oper ja, Dokumentationszentrum nein? (6 Min)
Das Gebäude der Deutschlandzentrale von Kühne+Nagel in Hamburg

Wie geht es nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne mit der Neuen Oper in Hamburg weiter? Und: In Sachen Unternehmens-Historie bahnt sich eine Wende an.

Männer in Anzügen vor einem Architekturentwurf für eine neue Oper in Hamburg.

Bis auf die Linke haben alle Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft dem Bau der "Kühne-Oper" zugestimmt. Ulrich Kühn hat gemischte Gefühle.

Am Baakenhöft in der Hamburger Hafencity soll die neue Oper gebaut werden.

Die Planung für die neue Hamburger Oper von Unternehmer Klaus-Michael Kühne läuft. Weniger Tempo dagegen hat die Aufarbeitung der Rolle von Kühne+Nagel während der Nazi-Zeit.

Eine Visualisierung zeigt den Siegerentwurf für die Hamburger Oper in der Hafencity.

Bürgermeister Peter Tschentscher spricht von einem "Glücksfall und einer Chance" und erwartet ein "Opernhaus von Weltrang".

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Der Morgen | 25.08.2026 | 06:50 Uhr

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