Eine Gruppe Frauen läuft über eine sandige Fläche.
AUDIO: Norddeutscher Film "Elefanten im Nebel" hofft auf Oscar (4 Min)

"Elefanten im Nebel": Kleiner norddeutscher Film im Oscar-Rennen

Stand: 24.09.2026 09:01 Uhr

"Elefanten im Nebel" spielt in Nepal, wurde in Norddeutschland produziert und von der Moin Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt. Das Besondere: Der Film ist im Rennen um einen Oscar, wie auch vier weitere MOIN-geförderte Filme.

von Inessa Baur

Die Geschichte von "Elefanten im Nebel" beginnt in einem nepalesischen Dorf. Von dort führt sie über Hamburg und Cannes vielleicht bis nach Los Angeles. Es ist ein Thriller über den Alltag einer Transgender-Community in Nepal, die sich gegen die zunehmende Feindseligkeit ihrer Nachbarn behaupten muss.

Verehrt und gefürchtet: Menschen eines dritten Geschlechts

Zwei Frauen und eine Polizistin schauen einander skeptisch an.
Die Polizei unternimmt nichts, als Piratis Tochter plötzlich verschwindet.

Tief im Walddorf ist Pirati Matriarchin einer Gemeinschaft von Kinnar-Frauen, einer uralten Gruppe von Menschen eines dritten Geschlechts, die gleichermaßen verehrt und gefürchtet werden. Als eine Tochter von Pirati verschwindet und die Polizei nichts unternimmt, bleibt ihr keine andere Wahl, als selbst Nachforschungen anzustellen. Die Trans-Community habe in Nepal eine ganz andere Tradition als in Europa, sagt der Produzent Martin Rehbock. "Da sieht man: Wir sind nicht die ersten, die sich mit solchen Fragen beschäftigen. Es geht so sehr um Familie und Zugehörigkeit und diese ganz grundsätzlichen menschlichen Emotionen. Und das mit einer solchen Kraft, einer solchen Hingabe."

Ergriffen vom Drehmaterial

"Elefanten im Nebel" ist der erste Spielfilm des nepalesischen Regisseurs Abinash Bikram Shah und eine internationale Koproduktion. Beteiligt waren Partner aus Nepal, Frankreich, Brasilien, Norwegen und Deutschland. Geschnitten wurde der Film in Hamburg von Andrew Bird und Paris J. Ludwig. "Als ich die Sachen vom Dreh gesehen habe, habe ich gemerkt: Das ist noch einmal eine andere Hausnummer", betont Rehbock von der Produktionsfirma Zischlermann aus Schleswig-Holstein. "Mich hat im Schnitt überrascht, wie sich das aus dem Buch in den Film übertragen hat. Diese emotionale Energie, die Landschaften, die Figuren, wie das alles zusammenspielt. Das war ein Moment der Ergriffenheit. Da dachte ich: Das könnte etwas Besonderes sein."

Auszeichnung in Cannes und Standing Ovations

Und dann kam die Auszeichnung in Cannes. Mehrere Minuten Standing Ovations, alle Mitwirkenden, darunter Shah und die Darsteller:innen eng zusammen, ungläubig mit Tränen in den Augen. Nun hat Nepal den Film als Beitrag für den Oscar in der Kategorie "Bester internationaler Film" eingereicht.

Den Geschäftsführer der MOIN Filmförderung, Helge Albers, erfüllt das mit großer Freude. "Wenn ein kleiner Film wie 'Elefanten im Nebel' so einen Erfolg hat, so weit kommt und hoffentlich noch weiter bei den Oscars, ist das eine Freude für die Menschen hinter dem Film, für Produktion, Regie und alle Beteiligten. Denn es ist ein sehr langer und steiniger Weg, dorthin zu kommen."

Eine junge Frau im rosafarbenen Hemd schaut in die Kamera

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MOIN-geförderte Filme für fünf Länder im Rennen um Oscar

Fünf MOIN-geförderte Filme stellen sich für fünf verschiedene Länder dem Wettbewerb um einen Oscar. "Elefanten im Nebel" geht für Nepal ins Rennen, "Silent Friend" von Ildikó Enyedi für Ungarn, "Rose" von Markus Schleinzer für Österreich, "Minotaurus" von Andrei Zvyagintsev für Frankreich. Außerdem ist İlker Çataks Berlinale-Gewinner "Gelbe Briefe" direkt für die Kategorie "Bester internationaler Film" qualifiziert.

Szene aus dem Film "Gelbe Briefe": Eine Frau und ein Mann sitzen im Freien an einem Hafen

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Filme öffnen Fenster in die Welt

"Die fünf geförderten Filme stehen einmal für die Geschmackssicherheit unseres Gremiums", sagt Helge Albers von der MOIN Filmförderung. "Zum anderen steht dahinter auch eine gewisse Weltoffenheit, die ich unserem Haus zuschreibe, und die uns, in der Region Hamburg und SH gut zu Gesicht steht." Man schaue damit über den Tellerrand, betont Albers. "Es ist eine sehr schöne Eigenschaft und ich freue mich, dass wir immer wieder Filme unterstützen können, die das Fenster in die Welt öffnen.

Deutschlandpremiere bei Filmfest

Ob "Elefanten im Nebel" die nächste Runde erreicht, entscheidet sich am 15. Dezember. Dann veröffentlicht die Academy die Shortlist mit 15 Filmen. Vorher kehrt der Film noch einmal nach Hamburg zurück: zu seiner Deutschlandpremiere. Am 25. September feiert "Elefanten im Nebel" beim Filmfest Hamburg Deutschlandpremiere im CinemaxX Dammtor. Einen Tag später läuft er noch einmal im Abaton.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Der Morgen | 23.09.2026 | 07:20 Uhr

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