Stichwahl zur Kommunalwahl 2026: Alle Infos zur Briefwahl
Stand: 18.09.2026 10:06 Uhr
Am 27. September finden vielerorts in Niedersachsen Stichwahlen zur Kommunalwahl statt. Wer sich den Gang zum Wahllokal sparen möchte, kann Briefwahl beantragen. Ein Überblick, was Sie dabei beachten sollten.
Die Kommunalwahlen gehen für 123 Kommunen in Niedersachsen in die Verlängerung. Wer bereits in der ersten Wahlrunde per Briefwahl gewählt hat, konnte direkt für den Fall einer Stichwahl auch dafür die Briefwahlunterlagen beantragen. In diesem Fall müssen sich Briefwählende nicht mehr um den Antrag kümmern, sondern lediglich die ausgefüllten Wahlzettel rechtzeitig abschicken.
Wie wird die Briefwahl beantragt?
Wer sich erst jetzt für eine Briefwahl entschieden hat, kann diese auf demselben Weg beantragen wie zur ersten Wahlrunde - bei der zuständigen Gemeinde, Stadt oder Samtgemeinde. Der Antrag kann je nach Kommune online, schriftlich, per Mail oder persönlich im Wahlamt gestellt werden.
Welche Fristen müssen beachtet werden?
Lange Schlangen vor dem Wahlamt können sich Wählende mit der Briefwahl sparen.
Bereits für den Antrag zur Briefwahl sind Fristen zu beachten. Aufgrund von Postlaufzeiten sollte man seine Unterlagen nicht zu spät beantragen. So rät beispielsweise die Stadt Hannover, ab dem 23. September die Unterlagen persönlich im Wahlamt abzuholen, damit man sie rechtzeitig hat. Aus demselben Grund sollte auch für den Versand der ausgefüllten Wahlbriefe ausreichend Zeit eingeplant werden. Denn der Wahlbrief muss am Wahlsonntag bis spätestens 18 Uhr beim zuständigen Wahllokal eingegangen sein.
Wie können die Wahlbriefe abgegeben werden?
Die ausgefüllten Wahlbriefe können per Post versendet werden. Wer dafür nicht mehr genug Zeit hat, kann sie auch in den Briefwahlstellen abgeben. Diese sind bis zum 25. September um 13 Uhr geöffnet. Nur bis dann können auch die Briefwahlunterlagen vor Ort abgeholt werden.
Welche Gebühren fallen an?
Für die Briefwahl fallen keine Kosten an. Der Versand der Briefwahlunterlagen ist weltweit kostenlos. Innerhalb Deutschlands ist die Rücksendung der roten Wahlbriefe ebenfalls kostenfrei. Nur Rücksendungen aus dem Ausland müssen von den Wählerinnen und Wählern selbst frankiert werden.
Stichwahlen in den fünf größten Städten
In 123 niedersächsischen Kommunen gibt es Stichwahlen. Dazu gehören unter anderem Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Göttingen und Hannover. Auch in anderen größeren Städten und Landkreisen fehlt noch eine Entscheidung. Eine Auswahl:
In Hannover erreichte der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) 45,6 Prozent der Stimmen. Mit im Rennen um das Amt ist sein Stellvertreter Axel von der Ohe (SPD). Er erhielt 21,5 Prozent. Bei der Regionspräsidentenwahl liegt Eva Bender von der SPD bei 30,6 Prozent, Oliver Junk von der CDU bei 22 Prozent.
In Braunschweig wird sich Amtsinhaber Thorsten Kornblum (SPD) einer Stichwahl stellen. Der SPD-Kandidat ist seit 2021 Oberbürgermeister in Niedersachsens zweitgrößter Stadt und will es bleiben. Kornblum liegt mit 43,3 Prozent vorn. Es folgt Maximilian Pohler (CDU) mit 17,2 Prozent.
Auch in Oldenburg erreichte keiner der Oberbürgermeister-Kandidaten die notwendigen 50 Prozent der Stimmen. Nach den Auszählungen liegen die bereits im Vorfeld als Favoriten angesehenen Bürgermeisterkandidaten Ulf Prange (SPD) und Jascha Rohr (parteilos) dicht beieinander: Prange kommt auf 33,2 Prozent der Stimmen, Rohr auf 30,5 Prozent.
In Osnabrück ging es bei der Kommunalwahl gleich doppelt um die Spitze: Jeweils sechs Bewerberinnen und Bewerber kämpften um den Einzug ins Rathaus und um das Landratsamt. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) hofft auf ihre Wiederwahl. Sie erreichte 42,2 Prozent der Stimmen. Es folgt Volker Bajus (Grüne) mit 22,3 Prozent. Bei der Landratswahl liegt Anna Kebschull (parteilos) bei 33,8 Prozent. Es folgt Thomas Spieker von der CDU mit 25 Prozent.
Bei der Oberbürgermeisterwahl in Göttingen liegt Onyeka Oshionwu mit 41,4 Prozent vorne.Es folgt Ehsan Kangarani mit 27,9 Prozent. Bei der Landratswahl liegt Ulrike Witt von der SPD mit 25,3 Prozent der Stimmen vorn, dicht gefolgt von Harm Adam von der CDU mit 23,4 Prozent. Der umstrittene Amtsinhaber Marcel Riethig (parteilos) war erneut angetreten, kam aber lediglich auf 14,9 Prozent.
Bei der Landratswahl in Hildesheim erreichte Bernd Lynack (SPD) 46,2 Prozent. Christopher Gedeon von der CDU kam auf 34,7 Prozent.
Bei der Oberbürgermeisterwahl in Delmenhorst liegt Petra Gerlach von der CDU bei 44,6 Prozent. Alexander Mittag von der SPD kam auf 30,1 Prozent.
In Lüneburg kommt Claudia Kalisch (Einzelbewerberin) bei der Oberbürgermeisterwahl auf 36,1 Prozent der Stimmen. Es folgt mit 28,2 Prozent Heiko Meyer von Die Unabhängigen Lüneburg. Bei der Landratswahl erreichte Steffen Gärtner (CDU) 44,9 Prozent, André Schuler (SPD) 28,1 Prozent.
In der kreisfreien Stadt Salzgitter liegt Frank Klingebiel (CDU) mit 45,6 Prozent bei der Oberbürgermeisterwahl vorne. Es folgt mit 25,7 Prozent Patricia Mair von der AfD.