Kommunalwahl Niedersachsen: So wurde gewählt - und so geht es weiter
Niedersachsen hat neue Bürgermeister, Landräte und Co. gewählt. In vielen Regionen und Städten geht die Kommunalwahl in die Verlängerung. Landesweit ist erneut die CDU stärkste Kraft, den größten Zuwachs verzeichnet die AfD.
Im Vergleich zur Kommunalwahl 2021 verdreifachte die AfD ihre Stimmenanteile in Niedersachsen: Sie erreichte 15,9 Prozent (+11,3 Prozentpunkte) und löste die Grünen (14,1 Prozent) als drittstärkste Kraft ab. Die zweitplatzierte SPD erreichte 24,6 Prozent, Ministerpräsident und SPD-Landeschef Olaf Lies sprach danach von einem "schwierigen Ergebnis". Alle Ergebnisse der Kommunalwahl 2026 finden Sie hier. Über die Postleitzahlsuche im NDR Wahltool finden Sie zudem vorläufige Endergebnisse aus ihrer Kommune.
27. September: Kommunalwahl geht in die Verlängerung
Auf lokaler Ebene hat die AfD in Salzgitter Erfolge gefeiert. Mit knappem Vorsprung wurde die Partei stärkste Kraft im dortigen Stadtrat. Zudem erreichte die Partei mit der Kandidatin Patricia Mair bei der Oberbürgermeisterwahl in Salzgitter erstmals eine Stichwahl um ein kommunales Spitzenamt. Wie in vielen anderen Kommunen, wo bei Direktwahlen Kandidatinnen und Kandidaten nicht mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erreichen konnten, erfolgt die Stichwahl am 27. September.
Zahlreiche Mandate können nicht besetzt werden
Schon jetzt ist allerdings auch klar: In mehreren Kommunalparlamenten werden Sitze leer bleiben - vor allem bei der AfD: Die Partei hat teilweise mehr Sitze geholt, als sie besetzen kann. In 22 von 36 Landkreisen hat die Partei nicht genügend Kandidatinnen und Kandidaten für die errungenen Mandate. Laut Niedersächsischem Kommunalwahlgesetz bleiben die Sitze bis zum Ablauf der Wahlperiode daher unbesetzt. Für die AfD bedeutet das in Niedersachsen laut Landeswahlleitung, dass 258 Sitze leer bleiben. Auch andere Parteien sind betroffen - allerdings in deutlich geringerer Zahl: Insgesamt bleiben nach den vorläufigen Ergebnissen landesweit 314 Sitze in den Kommunalvertretungen unbesetzt. Die vorläufigen Gemeindewahlergebnisse aus dem Landkreis Rotenburg stehen dabei noch aus.
Experte sieht gestiegene Politisierung
Deutlich gestiegen ist die Wahlbeteiligung. Sie lag am 13. September bei 64,6 Prozent - ein Plus von 7,6 Prozentpunkten. Politikwissenschaftler Philipp Köker von der Leibniz Universität Hannover führt das auf eine gestiegene Politisierung in der Gesellschaft zurück. Für die Stichwahlen am 27. September geht Köker allerdings von geringerem Interesse aus. Ein Grund sei, dass die große Mobilisierung über das gesamte Land hinweg fehle.