Kommunalwahl: In welchen großen Städten gibt es Stichwahlen?
Wer wird Bürgermeister oder Landrat? Bei den Direktwahlen erreichten Kandidaten bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen oft nicht die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen. Hier kommt es am 27. September zu Stichwahlen.
Bei der Kommunalwahl gab es 395 Direktwahlen: Es wurden Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamten gewählt, also Landrätinnen und Landräte oder Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Diese Direktwahlen fanden in der Region Hannover, in 32 Landkreisen, acht kreisfreien Städten und 253 Kreisstädten und Gemeinden sowie in 101 Samtgemeinden statt. Bei der Direktwahl muss der Kandidat oder die Kandidatin mindestens die Hälfte der abgegebenen Stimmen bekommen, um gewählt zu werden. Hat niemand diese Vorgabe erreicht, gibt es zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.
Große Städte Niedersachsens mit Stichwahl:
- In Hannover erreichte der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) knapp 45,6 Prozent der Stimmen. Mit im Rennen um das Amt ist sein Stellvertreter Axel von der Ohe (SPD). Er erhielt 21,5 Prozent. Bei der Regionspräsidentenwahl liegt Eva Bender von der SPD bei 30,6 Prozent, Oliver Junk von der CDU bei 22 Prozent.
- In Braunschweig wird sich Amtsinhaber Thorsten Kornblum (SPD) einer Stichwahl stellen. Der SPD-Kandidat ist seit 2021 Oberbürgermeister in Niedersachsens zweitgrößter Stadt und will es bleiben. Dem aktuellen Zwischenstand zufolge liegt Kornblum mit 43,3 Prozent vorn. Es folgt Maximilian Pohler (CDU) mit 17,2 Prozent.
- Auch in Oldenburg erreichte keiner der Oberbürger-Kandidaten die notwendigen 50 Prozent der Stimmen. Nach den Auszählungen liegen die bereits im Vorfeld als Favoriten angesehenen Bürgermeisterkandidaten Ulf Prange (SPD) und Jascha Rohr (Grüne) dicht beieinander: Prange kommt aktuell auf 33,2 Prozent der Stimmen, Rohr auf 30,5 Prozent.
- In Osnabrück ging es bei der Kommunalwahl gleich doppelt um die Spitze: Jeweils sechs Bewerberinnen und Bewerber kämpften um den Einzug ins Rathaus und das Landratsamt. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) hofft auf ihre Wiederwahl. Sie erreichte 42,2 Prozent der Stimmen. Es folgt Volker Bajus (Grüne) mit 22,3 Prozent. Bei der Landratswahl liegt Anna Kebschull (Einzelbewerberin) bei 33,8 Prozent. Es folgt Thomas Spieker von der CDU mit 25 Prozent.
- Bei der Oberbürgermeisterwahl in Göttingen liegt Onyeka Oshionwu (Grüne)mit 41,4 Prozent vorne. Es folgt Ehsan Kangarani mit 27,9 Prozent. Bei der Landratswahl liegt Ulrike Witt von der SPD mit 25,3 Prozent der Stimmen vorn, dicht gefolgt von Harm Adam von der CDU mit 23,4 Prozent. Der umstrittene Amtsinhaber Marcel Riethig (parteilos) tritt erneut an, liegt aber lediglich bei 14,9 Prozent.
- Bei der Landratswahl in Hildesheim erreichte Bernd Lynack 46,2 Prozent. Christopher Gedeon von der CDU kam auf 34,7 Prozent.
- Bei der Oberbürgermeisterwahl in Delmenhorst liegt Petra Gerlach von der CDU bei 44,6 Prozent. Alexander Mittag von der SPD liegt bei 30,1 Prozent.
- In Lüneburg kommt Claudia Kalisch (Einzelbewerberin) bei der Oberbürgermeisterwahl auf 36,1 Prozent der Stimmen. Es folgt mit 28,2 Prozent Heiko Meyer von Die Unabhängigen Lüneburg. Bei der Landratswahl erreichte Steffen Gärtner (CDU) 44,9 Prozent, André Schuler (SPD) 28,1 Prozent.
- In der kreisfreien Stadt Salzgitter liegt Frank Klingebiel (CDU) mit 45,6 Prozent bei der Oberbürgermeisterwahl vorne. Es folgt mit 25,7 Prozent Patricia Mair von der AfD.