Kommunalwahl in Niedersachsen: Warum es keinen Wahl-O-Mat gibt
Stand: 13.09.2026 17:10 Uhr
Der Wahl-O-Mat erleichtert seit mehr als 20 Jahren Millionen Bürgern die Wahlentscheidung - steht zur Kommunalwahl in Niedersachsen 2026 aber nicht zur Verfügung. Woran liegt das?
Parteien auswählen, Fragen beantworten und dann noch die Themen gewichten - fertig ist im Idealfall die Wahlentscheidung, wenn man sie mit dem Wahl-O-Mat trifft. Seit 2002 wird das praktische Tool von der Bundeszentrale für politische Bildung betrieben, und zwar für Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen. Für die Kommunalwahlen in Niedersachsen gibt es den Wahl-O-Mat allerdings nicht - aber warum eigentlich nicht?
Der Wahl-O-Mat ist ein internetbasiertes Frage-und-Antwort-Tool, das anhand von Übereinstimmungen zu bestimmten Thesen zeigt, welche zu einer Wahl zugelassene Partei der eigenen politischen Position am nächsten kommt. Er dient der Entscheidungshilfe bei Bundestags-, Europa- und Landtagswahlen sowie bei ausgewählten Kommunalwahlen.
Die im Wahl-O-Mat enthaltenen Thesen basieren auf den Wahlprogrammen der zur jeweiligen Wahl zugelassenen Parteien. "Sie werden in mehreren Workshops unter Beteiligung einer Redaktion aus Jungwählerinnen und Jungwählern ausformuliert", teilte die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung Niedersachsen (LpB) mit. Die Antworten auf die Thesen stammen direkt von den Parteien.
Der Wahl-O-Mat wird seit 2002 von der Bundeszentrale für politische Bildung angeboten. Übersichten zu bestimmten Landtagswahlen entstehen meist in Kooperation mit den jeweiligen Landeszentralen für politische Bildung vor Ort.
Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2026 werden im gesamten Bundesland Stadt-, Gemeinde- und Samtgemeinderäte, Kreistage und vielerorts auch Bürgermeister und Landrätinnen gewählt. "Um den unterschiedlichen Themen vor Ort gerecht zu werden, müsste für jedes Kommunalparlament ein eigener Wahl-O-Mat entwickelt oder eine Auswahl getroffen werden", teilte die LpB auf NDR Anfrage im August mit. Die LpB wurde erst 2017 wiedereröffnet und hat erst eine Kommunalwahl begleitet. Man habe sich diesmal dagegen entschieden, einen Wahl-O-Mat oder ähnliche Angebote für einzelne Stadt- und Kommunalparlamente zu entwickeln, so die LpB.
Ausschließen will die Landeszentrale für politische Bildung das nicht - eine Entscheidung darüber ist aber noch nicht getroffen worden.