Kommunalwahl 2026: Wahlhelfer in Niedersachsen gesucht
In einigen Kommunen Niedersachsens fehlen noch Helferinnen und Helfer für die Kommunalwahl am 13. September. Allein in Hannover werden Tausende gesucht. Wie man Wahlhelfer wird und warum das Ehrenamt wichtig ist.
Gesucht werden derzeit vor allem noch Freiwillige für Aufgaben mit mehr Verantwortung - wie Vorsteher oder Schriftführer, wie eine Umfrage der Deutschen-Presse Agentur (dpa) ergab. Doch auch darüber hinaus werden noch Freiwillige gesucht, wie etwa in Osnabrück. Dort werden insgesamt 1.300 Wahlhelferinnen und -helfer benötigt, etwa 1.100 wurden schon gefunden. "Es ist normal, dass die Besetzung der Ehrenamtlichen erst am Ende der operativen Phase abgeschlossen ist", sagte ein Sprecher der Stadt. Auch die Landeshauptstadt Hannover ist optimistisch, obwohl die Suche nach insgesamt 4.000 Freiwilligen noch läuft. Göttingen braucht noch mindestens 60 weitere Helfer. Optimal seien aber noch rund 440 Bewerbungen mehr, um auf 1.600 Helferinnen und Helfer zu kommen, heißt es.
Braunschweig ist versorgt
In Oldenburg sind die mindestens benötigten Positionen zwar mit etwas mehr als 1.000 Menschen besetzt, allerdings sei die Zahl knapp kalkuliert, sagte ein Sprecher der Stadt. Um drohende Ausfälle kompensieren zu können, müssten es noch mehr Freiwillige werden. "Wir würden uns sehr über entsprechende Bewerbungen freuen", sagte der Sprecher. Gesucht werden auch Personen, die kurzfristig einspringen können. Die Stadt Braunschweig macht sich darüber keine Sorgen mehr. "Wir haben genügend Wahlhelferinnen und Wahlhelfer", sagte ein Sprecher. Etwa 2.300 Menschen werden dort am Tag der Wahl im Einsatz sein.
Wie kann ich mich freiwillig melden?
Wer Interesse an dem Ehrenamt hat, kann sich dem Bundesinnenministerium zufolge direkt bei der zuständigen Wahlbehörde der Gemeinde melden. Oft werden Helferinnen und Helfer auch durch Aufrufe der Landeswahlleiter gesucht oder von der Gemeinde direkt angeschrieben. Viele bieten Online-Formulare an, über die sich Interessierte direkt bewerben können. Das Bundesinnenministerium bezeichnet das Engagement als Wahlhelferin oder Wahlhelfer als einen "Dienst für die Demokratie und für die Möglichkeit freier Wahlen".
Welche Aufgaben haben Wahlhelferinnen und Wahlhelfer?
Die Aufgaben der Wahlhelfenden hängen von der Funktion ab, also ob sie etwa als Beisitzer, für die Schriftführung oder den Vorsitz im Wahllokal eingesetzt werden. Im Wahllokal helfen die Freiwilligen dann unter anderem dabei, das Wahllokal einzurichten, die Teilnahme im Wählerverzeichnis zu vermerken, Stimmzettel auszugeben und Stimmen auszuzählen.
Die Schriftführung führt unter anderem das Wählerverzeichnis, der oder die Wahlvorstehende leitet das Wahllokal, gibt Entscheidungen bekannt und koordiniert den Ablauf. Vor dem Wahltag bekommen alle Beteiligten wichtige Informationen vorab. Zusätzlich gibt es für bestimmte Aufgaben auch Schulungen der Kommunen online oder in Präsenz.
Gibt es eine Entschädigung?
Wahlhelferinnen und Wahlhelfer arbeiten ehrenamtlich, bekommen aber eine Aufwandsentschädigung. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der Funktion und der Kommune ab. In Hannover bekommen Wahlhelfer zum Beispiel zwischen 45 und 55 Euro, in Braunschweig 85 Euro. In Oldenburg gibt es in der Regel 50 Euro, für den Wahlvorstand 100 Euro.
Was passiert, wenn sich zu wenig Wahlhelfer melden?
Wenn sich nicht genug Wahlhelfer melden, können wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz verpflichtet werden. Das komme aber so gut wie nie vor, teilten die Kommunen mit. Dieses Wahlehrenamt kann laut Ministerium nur aus bestimmten Gründen abgelehnt werden.