Vogelgrippe erreicht neuen Höchststand im Norden

Stand: 17.11.2025 14:40 Uhr

Die Vogelgrippe weitet sich in Norddeutschland aus. Die Zahl der registrierten Fälle ist zuletzt erneut gestiegen - damit gibt es in diesem Monat nun mehr Fälle als im bisherigen Rekordmonat November 2020.

von Isabel Lerch

Die Zahl der mit Vogelgrippe infizierten Tiere im Norden nimmt zu. Aktuelle Daten zeigen: Bislang gab es im November insgesamt 440 registrierte Fälle. Damit erreicht die Zahl der Vogelgrippe-Fälle pro Monat einen neuen Rekord. Den bisherigen monatlichen Höchstwert an infizierten Tieren gab es im November 2020. Damals wurden in den norddeutschen Bundesländern insgesamt 394 Fälle registriert.

"Norddeutschland ist die die geflügeldichteste Region in ganz Deutschland. Da dort das meiste Geflügel gehalten wird, haben wir dort auch gerade verstärkt Fälle", sagt Elke Reinking vom zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf Anfrage. Niedersachsen ist aktuell besonders im Fokus - dort gibt es besonders viele Großbetriebe für Geflügelzucht.

Puten stehen in einem Aufzuchtbetrieb.

Betroffen ist ein Putenbetrieb. Der Bestand mit 14.500 Tieren wurde getötet. In Garrel hatte es wiederholt Ausbrüche gegeben.

Größter Einzelbetrieb in Niedersachsen betroffen

Erst am Freitag bestätigte das FLI einen Vogelgrippe-Ausbruch in einem Großbetrieb in Wietmarschen-Lohne. Von den rund 440.000 Hühnern müssen etwa 120.000 Tiere getötet werden, hieß es. Mehr als eine Million Tiere aus Geflügelbetrieben in Niedersachsen mussten wegen der Vogelgrippe bereits getötet werden.

Vogelgrippe: Von auffälligen Tieren fernhalten

Offizielle Bestätigungen von Ausbrüchen veröffentlicht das Friedrich-Loeffler-Institut im Tierseuchen-Informationssystem. Auffällig ist: Unter den registrierten Fällen sind rund 80 Prozent Wildvögel. Vor allem Kraniche sind betroffen, gefolgt von Wildgänsen. Nach Angaben des FLI kann das Virus auch durch verunreinigtes Schuhwerk oder Gerätschaften verbreitet werden. Das Virus gilt als eher ungefährlich für den Menschen.

Dennoch sollte man Abstand halten: "Wer an Seen oder Gewässern tote Vögel findet, sollte sich ihnen nicht nähern", erklärt Reinking. In solchen Fällen könne man aber helfen, indem man diese toten Vögel dem zuständigen Veterinäramt melde.

Zwei Hände halten ein Schild mit der Aufschrift "Vogelgrippe", darauf sind Viren als Grafik zu sehen.

Aktuell kursiert die Geflügelpest in Teilen von Norddeutschland. Ist die Vogelgrippe für den Menschen gefährlich?

Geflügelbetrieb: Schild Stallpflicht nach Vogelgrippe-Nachweis, Überwachungszone eingerichtet.

Die Vogelgrippe hat im Norden viele Betriebe getroffen. In einigen Regionen gelten für Geflügelhalter bestimmte Auflagen.

Viele Gänse stehen dicht nebeneinander.

Niedersachsen ist Deutschlands Geflügelland Nummer 1. Doch beim Impfen gegen die Vogelgrippe wird weiter gezögert.

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NDR Info | 17.11.2025 | 11:34 Uhr

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