Privatvermögen in Norddeutschland haben sich fast verdoppelt
Das Vermögen der Haushalte in Deutschland liegt auf einem neuen Höchststand. Zwischen den deutschen Regionen existieren jedoch erhebliche Unterschiede. Das NDR Datenteam zeigt, wie es dabei um den Norden steht.
Der normale deutsche Haushalt hatte 2023 ein Nettovermögen von 103.200 Euro. Das geht aus einem Bericht der Deutschen Bundesbank hervor. Dabei wurden mehrere Tausend Haushalte zu ihrer wirtschaftlichen Lage befragt. Besonders vermögend: der Süden Deutschlands. Hier lag der Median des Vermögens bei 188.800 Euro - fast fünfmal so hoch wie in den östlichen Bundesländern. Der mittlere Haushalt im Norden besaß ein Nettovermögen von 129.000 Euro.
Der Median zeigt das Vermögen des Haushalts, der genau in der Mitte zwischen der ärmeren und der reicheren Hälfte der Bevölkerung liegt. So wird die Statistik nicht durch besonders reiche Haushalte verzerrt.
Im Vergleich zur Befragung von 2014 ist in allen Regionen der Median des Vermögens gestiegen. Im Norden hat sich dieser Wert sogar beinahe verdoppelt - von 67.200 auf 129.000 Euro.
Weniger Menschen wohnen im eigenen Zuhause
Wer viel Vermögen hat, besitzt oft auch eine Immobilie. Laut der Bundesbank machen sie einen erheblichen Anteil des Vermögens der reicheren Bevölkerungshälfte aus. Das liegt auch an gestiegenen Immobilienpreisen. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte, die in selbstgenutztem Wohneigentum leben, jedoch zurückgegangen.
Vor allem im Norden und Osten Deutschlands leben heute deutlich weniger Menschen im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung als noch 2014.
Nur im Norden bleibt die private Altersvorsorge stabil
Im Gegensatz zu Immobilien besitzt fast jeder Haushalt Finanzanlagen. Diese verteilen sich auf verschiedene Anlageformen. Fast alle verfügen über ein Girokonto, etwa zwei Drittel der Haushalte besitzen zusätzlich ein Sparkonto, so die Ergebnisse der Deutschen Bundesbank. Zudem zeichnet sich ein leichter Trend zu Wertpapieranlagen, beispielsweise Aktien und Fonds, ab.
Gleichzeitig ist deutschlandweit der Anteil der Haushalte mit privater Altersvorsorge - wie etwa privaten Lebensversicherungen - um acht Prozent gesunken. Ausgenommen sind die norddeutschen Bundesländer, wo diese Anlageform weiterhin stabil bleibt.
Deutschlands Vermögen konzentriert sich an der Spitze
Das Gesamtvermögen der privaten Haushalte in Deutschland wächst und hat einen Rekord erreicht. Im zweiten Quartal 2025 lag es bei 9.216 Milliarden Euro. Besonders auffällig: Das Vermögen ist sehr ungleich verteilt. Laut Bundesbank besitzen die reichsten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens. Dazu zählt, wer 2023 über 777.200 Euro verfügte - nach Abzug aller Schulden.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist das Vermögen in Deutschland besonders ungleich verteilt. Nur das Nachbarland Österreich schneidet noch schlechter ab.