Neue Sternbrücke in Hamburg: Jetzt rollen die Züge
Nach monatelanger Bauzeit rollen auf der neuen Sternbrücke in Hamburg die ersten Züge. Die viergleisige Bahnbrücke wurde am Montag in Betrieb genommen.
Ohne große Zeremonie fuhren am frühen Montagmorgen die ersten Züge über die vor kurzer Zeit eingehobene Sternbrücke. Als erster Zug passierte gegen 4.15 Uhr der RE70 aus Kiel das wuchtige Bauwerk. Wenig später folgte der Fernverkehr: Der ICE103 von Hamburg-Altona nach Basel kam gegen 4.30 Uhr. Als erste S-Bahn fuhr die S5 Richtung Hauptbahnhof um 4.35 Uhr über die neue Brücke. Janna Widmaier, Projektleiterin der Deutschen Bahn für die neue Sternbrücke, zeigte sich am Montagmorgen erleichtert. "Hier ist alles planmäßig gelaufen", sagte sie NDR 90,3. Bei dem Projekt sei der Zeitdruck eine große Herausforderung gewesen. Es habe auch einige Hürden gegeben, die das Team aber bewältigt habe.
Sternbrücke: Täglich wieder rund 900 Züge
Die Strecke zwischen Hamburg-Altona und dem Hauptbahnhof ist ein internationaler Bahn-Korridor - nun rollen hier wieder rund 900 Züge pro Tag auf vier Gleisen. Die Sternbrücke ist 3.700 Tonnen schwer, ihr Einbau gilt als technische Meisterleistung. Sie ist deutlich größer als ihre Vorgängerin - was bei Anwohnerinnen und Anwohnern nach wie vor kritisiert wird.
Straßen länger gesperrt
Die Bahn hatte die Sperrpause um zwei Wochen verlängert, weil die Oberleitungen Probleme machten. Auch jetzt wird nicht alles rechtzeitig fertig: Die Straßen unter der Sternbrücke bleiben zunächst gesperrt, die Stresemannstraße etwa ist erst ab dem 7. September wieder frei, die Max-Brauer-Allee noch später. Grund ist unter anderem, dass die Bahn am Bahndamm 10.000 Tonnen mehr Boden austauschen musste als ursprünglich geplant.
100 Jahre alte Brücke ersetzt
Die alte Sternbrücke stammte aus dem Jahr 1926. Wegen ihres Zustands und der gestiegenen Anforderungen an den modernen Bahnverkehr hatte sich die Deutsche Bahn für einen Neubau entschieden.
Der Einbau war das Ergebnis eines spektakulären Transports Ende Juli: Die neue, 108 Meter lange Brücke wurde rund 500 Meter vom Bauort bis zum Bahndamm an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße gefahren - Zentimeter für Zentimeter, an manchen Stellen mit nur 40 Zentimetern Abstand zu den Häusern. Tausende Schaulustige verfolgten das Manöver des niederländischen Spezialteams Mammoet.