Mehr Sicherheit für die Ostsee: Tests für neues Navigationssystem
In der Ostsee könnte in den kommenden Jahren ein neues landgestütztes Navigationssystem entstehen, das sicherer gegenüber Störungen ist. Erste Tests des Hamburger Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sind nach Angaben von Fachleuten erfolgversprechend.
Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine ist das Satelliten-Navigationssystem GPS immer häufiger gestört. Vor allem in der Ostsee, wo manchmal gar keine Signale ankommen, oder Schiffen eine falsche Position vorgegaukelt wird. Aktuell ist nach Angaben des BSH auch die Satellitennavigation im Persischen Golf und in der Straße von Hormus immer wieder attackiert worden.
"Teil hybrider Kriegsführung"
"Es ist offensichtlich ein Teil hybrider Kriegsführung heutzutage, auch die sichere Schifffahrt stören zu wollen", sagt Jörg Kaufmann, der beim BSH die Abteilung Schifffahrt leitet. Zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und anderen Ostseeanrainer-Staaten erprobt das BSH jetzt ein landgestütztes Funk-System zur Positionsbestimmung.
Sendemasten statt Satelliten
"Wir bauen auf bestehende Infrastruktur, Sendemasten oder anderes, was ohnehin an Land schon vorhanden ist", so Kaufmann. "Und diese Infrastruktur rüsten wir nur zusätzlich mit entsprechenden Sendern aus."
Bis auf 20 Meter genau
Tests würden zeigen, dass so die Position bis auf 20 Meter genau bestimmt werden kann. Das System sei sicherer gegenüber Störversuchen. Wann die dazugehörigen Navigationsgeräte verfügbar sind, ist aber noch offen.
Landgestützte Funknavigation gab es früher schon einmal. Diese Anlagen wurden mit Beginn der Satellitennavigation seit den 1990er-Jahren schrittweise abgeschaltet.