Jupiter Jones: Songs über Brüche, Verluste und Hoffnung
Jupiter Jones, die Punkrock-Band aus der Eifel, meldet sich mit dem neuen Album "Ich trag den Sarg, Du trägst was Buntes" zurück. Seit ihrer Gründung verbindet die Formation kraftvollen deutschsprachigen Rock mit verletzlichen Texten über Zweifel, Hoffnung und Aufbruch.
Mit "Still" erreichten sie ein Millionenpublikum - ohne ihre Glaubwürdigkeit einzubüßen. Nach vier Jahren Pause schlagen Jupiter Jones nun ein neues Kapitel auf. Ein Gespräch mit Sänger Nicholas Müller über die Rückkehr, alte Erfolge und neue Songs.
Nicholas Müller: In der Probe die erste Strophe vergessen
"Ich hab neulich laut getönt und gesagt: Du könntest mich nachts um drei wecken und ich würde dir 'Still' rückwärts vorsingen, gar kein Problem. Fünf Minuten später hab ich in der Probe die erste Strophe vergessen. Das war ganz witzig", sagt Nicholas Müller.
"Der ist total nah bei mir! Einmal, weil er immer noch für viele Menschen wichtig ist und nach 14 Jahren noch im Radio gespielt wird. Ich halte das in Zeiten wie diesen für völlig absurd. Er hat uns so viel ermöglicht!"
Es sei das Lied, das "die meisten Menschen an Herz und Kragen gepackt" habe. "Dafür bin ich wahnsinnig dankbar", so Müller.
Erinnerungen an große Erfolge
Es sind Erinnerungen für Nicholas Müller, die geblieben sind: An den unerwarteten Triumph von "Still", an ausverkaufte Hallen und an die euphorischen Abende der "Night Of The Proms" 2012. Nach Höhen und Tiefen, einer längeren Pause, dem erfolgreichen Comeback.
Vor vier Jahren hat sich die Perspektive verändert - die Dankbarkeit ist geblieben. Passend dazu beginnt das neue Kapitel mit dem augenzwinkernden "Champagnerempfang satt".
Persönliche Themen und klare Botschaften
"Das ist ein Lied mit einer Botschaft. Es geht darum, sich im eigenen Körper verkehrt zu fühlen und sich selber immer hässlich zu finden", meint der Sänger.
Jupiter Jones sind in erster Linie Nicholas Müller und Sascha Eigner. Sie richten auf ihrem neuen Album den Blick nach vorn - mit Liedern, die ihre Kraft aus Brüchen, Verlusten und Hoffnung beziehen. Schon der Titel "Ich trag den Sarg, Du trägst was Buntes" erzählt eine ganze Geschichte.
Wenn Paul McCartney stirbt
Ein Song widersprüchlich und tröstlich zugleich: Hier der Sarg als Symbol für Abschied und Endlichkeit, dort das Bunte als Sinnbild für Hoffnung, Lebensfreude und Neuanfang. Jupiter Jones machen aus diesem Gegensatz kein Drama, sondern eine Haltung. Das Leben besteht eben aus beidem. "Es gibt einige wenig subtile Botschaften in unserer Karriere, das mag wohl stimmen", so Müller.
"Mir ist aufgefallen, dass ich wenige Konstanten im Leben habe. Wahrscheinlich nur eine richtig echte. Das ist Paul McCartney. Wenn der mal stirbt, dann möchte ich an der Hand der Person sein, die ich da besinge und mit der zusammen heulen", so Müller.
Jubiläum, das Hoffnung macht
Bildhaft, schonungslos und zugleich poetisch - die Texte von Jupiter Jones wirken lange nach. Dazu kommen große Refrains und eine spürbare menschliche Wärme. "Ich trag den Sarg, Du trägst was Buntes" gehört zu den eindrucksvollsten deutschsprachigen Rockalben der vergangenen Jahre. Keine Hymnen für den Moment, sondern Songs, die bleiben. Nicht perfekt, aber wahr.
Im September und Oktober geht die Band auf Tour. Auch 2027 hat Nicholas Müller bereits im Blick: "Wir werden nächstes Jahr 25." Wie und ob sie das Jubiläum feiern, verrät Müller nicht. Sagt aber: "Wenn da nichts passieren würde, wären wir schön bescheuert." Und verspricht: "Es wird etwas Schönes."
Ich trag den Sarg, Du trägst was Buntes
- Label:
- Mathildas und Titus Tonträger
- Bestellnummer:
- 4251896122413
- Veröffentlichung:
- 31.07.2026