"Jamel rockt den Förster": Festival zu Ende gegangen
Das zweitägige Festival "Jamel rockt den Förster" ist Samstagabend mit Bands wie "Grenzkontrolle" aus Köln zu Ende gegangen. Das Programm war am Freitag wegen Starkregens ausgefallen.
Nach den wetterbedingten Konzertabsagen am Freitag ist das Festival "Jamel rockt den Förster" in der Nähe von Wismar am Samstagabend fortgesetzt worden. Als erste Gruppe ging die "Schumann Band" an den Start - ein Projekt von Rainer Schumann, dem Schlagzeuger von "Fury in the Slaughterhouse". Weitere Auftritte gab es unter anderem von "Grenzkontrolle", "Soffie" und "Deine Cousine". Laut Polizei ist das Festival friedlich geblieben, größere Vorkommnisse hat es nicht gegeben.
Notfalls mit Gummistiefeln und Friesennerz
Weil das Festivalgelände infolge des Dauerregens aufgeweicht war, hätten am Freitag Lkw die Technik nicht heranfahren können. Am Sonnabendvormittag seien Hackschnitzel angeliefert und verteilt worden, um den Boden trockenzulegen. Damit konnten trotz Regenschauer politische Workshops stattfinden und Infostände zu Demokratie und Rechtsextremismus öffnen. Die Veranstalter hatten den Besucherinnen und Besuchern vorsorglich geraten, Gummistiefel und Friesennerz mitzubringen.
1.000 Tickets weniger angeboten
Die Veranstalter hatten mit bis zu 2.500 Festival-Besuchern pro Tag gerechnet. In diesem Jahr wurden 1.000 Tickets weniger angeboten als in den Jahren zuvor. Neben der Musik gab es mit Blick auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September mehr Workshops und Diskussionen sowie Werbestände von Parteien, die es bisher nicht gab.
Gegründet aus Protest gegen Neonazis
Das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer hatte das Festival im Jahr 2007 ins Leben gerufen. Die Eheleute protestieren mit dem Festival seitdem jedes Jahr in Jamel gegen Rechtsextremisten. Seit den 1990er-Jahren zogen gezielt Neonazis in den Ortsteil der Gemeinde Gägelow. Bis heute gibt es Anfeindungen gegen das Ehepaar Lohmeyer. 2015 wurde deren Scheune angezündet. Silvester 2024/2025 wurden Feuerwerkskörper auf das Grundstück abgeschossen.
Festival als Versammlung angemeldet
Veranstalter war auch in diesem Jahr unter anderem die Gewerkschaft ver.di. Sie hatte das Festival als Versammlung angemeldet. Deswegen galten auch in diesem Jahr Auflagen des Landkreises, wie ein Glasflaschenverbot. Im Juli hatten sich die Veranstalter mit der Gemeinde im Streit über die Flächen im Dorf geeinigt. Die Veranstalter zahlen demnach eine Pacht von etwa 5.000 Euro für die Nutzung von Wiesen für das Festival.