So war der Auftakt bei den Festspielen MV in Neubrandenburg
Geprägt wird der diesjährige Festspiel-Sommer vom Armida Quartett. Das Ensemble und die NDR Radiophilharmonie haben mit dem Eröffnungskonzert in der Konzertkirche Neubrandenburg einen Vorgeschmack auf das geliefert, was in den nächsten Wochen ansteht: großartige Musik.
Eine musikalische Collage mit Klängen aus zwanzig verschiedenen bekannten Ouvertüren gab es zum Auftakt. So zum Beispiel aus der Oper "Carmen". "Ich war so ein bisschen hin und hergerissen", gesteht ein Zuschauer im Anschluss an das Eröffnungskonzert. "Aber es waren tatsächlich so viele bekannte Sachen dabei. Manchmal driftete das so ein bisschen in eine Richtung ab, wo man sagt: 'Oh, was ist das jetzt?'. Aber es war spannend." Einer anderen Besucherin hat das Eröffnungskonzert gefallen: "Zwar war das Experimentelle vom ersten Stück sehr gewöhnungsbedürftig, aber", fügt sie lachend hinzu, "dann wurde es ja besser."
Komponist Johannes Fischer hat diese Ouvertüre extra für das Armida Quartett geschrieben. Das Ensemble ist in diesem Jahr Preisträger in Residence der Festspiele MV und damit mit mehr Konzerten als viele andere bei diesen Festspielen vertreten. Die vier Musikerinnen und Musiker haben das Werk vor zwei Monaten erstmals geprobt.
Zusammenspiel von Mensch und Maschine
Ein Bestandteil des Stücks mit dem Titel "Buzzer Beater" sind Melodien von bekannten Ouvertüren, die von einem Laptop eingespielt werden. Dabei die Oberhand zu behalten, sei keine leichte Aufgabe für Teresa Schwamm-Biskamp und ihre Kollegen: "Man hört ja nur, was das Tape macht. Man hat keinen Blickkontakt zu den Musikern, die auf diesem Tape spielen. Und trotzdem muss man am Ende schaffen, zu switchen, dass wir das Stück anführen und das Tape mit uns spielt."
Martin Funda und Johanna Staemmler an der Violine, Bratschistin Teresa Schwamm-Biskamp und Cellist Peter-Phillip Staemmler bilden das Armida Quartett - und das schon seit 20 Jahren. Die Preisträger des Festspielsommers zu sein, ist für Martin Funda ein weiterer großer Höhepunkt in seiner Karriere: "Man hat als Ensemble sehr selten die Möglichkeit, so viele Konzerte innerhalb eines Festivals zu kuratieren und zu spielen." Das Armida Quartett hat sich viel vorgenommen. Insgesamt 19 Konzerte geben die Vier bis September.