Bilanz Festspiele MV: "Sommer voller wunderschöner Momente"
Rund ein Drittel aller Veranstaltungen beim Festspielsommer 2025 in Mecklenburg-Vorpommern war ausgebucht, teilten die Festspiele mit.
Mit dem berühmten Cello-Konzert von Edward Elgar hat sich Anastasia Kobekina am Sonntag vorerst von Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet. "Es waren viele Highlights, weil es so viele unterschiedliche Programme gab. Da war Tanz mit Alexej Gerassimez und ein Abend voller Improvisationen mit David Orlowsky. Das ist wirklich unglaublich. So viele unterschiedliche Erlebnisse", zieht Kobekina Bilanz. Ein einzelnes Konzert, dass für sie das beste war, kann sie nicht benennen. "Es war ein Sommer voller wunderschöner Momente", erzählt die Cellistin.
Anastasia Kobekina mit vollem Tourkalender
Intendantin Ursula Haselböck war von der Preisträgerin des Festspielsommers vollauf begeistert. "Mit Anastasia Kobekina haben wir in diesem Jahr einen besonderen Griff gehabt. Es war wirklich besonders, sie in so vielen Konzerten erleben zu dürfen", schwärmt Haselböck. "Sie hat zwischendurch London, New York, Bonn, Berlin auf ihrem Tourkalender und dann eben Mestlin, Fürstenhagen und die Konzertkirche Neubrandenburg zum Abschluss." Eben mit Elgars Cellokonzert: "Cello ist so vielseitig", betont Kobekina. In unterschiedlichen Konzerten habe sie improvisiert. "Das war für mich ein Highlight, dass ich mich getraut habe etwas anders zu machen, als ich es sonst mache."
Spektakulärer Auftritt von Anne-Sophie Mutter in Redefin
Zu den besonderen Höhepunkten innerhalb der vergangenen drei Monate zählte zweifellos der Auftritt von Anne-Sophie Mutter Ende August in Redefin. "Die Reithalle in Redefin ist unser größter Konzertsaal im Land. Er war picke-packe voll. Es hat wirklich kein Stuhl mehr hinein gepasst", ist Haselböck begeistert. 2.800 Menschen seien gekommen, um Anne-Sophie Mutter und das Royal Philharmonic Orchestra zu hören.
"Ich fand es ganz toll, weil es vorher schon ein Hype im ganzen Land war. Jeder hat gefragt: 'Kommst Du auch zu Anne-Sophie Mutter? Hast Du Karten bekommen? Es ist etwas ganz Besonderes, allein diese Reithalle so voll zu erleben mit Menschen, die toben, weil Anne-Sophie Mutter und das Royal Philharmonic Orchestra da Filmmusik und Musik von John Williams zum Besten geben. Das war ein besonderes Erlebnis", so Haselböck.
Filmmusik aus "Schindlers Liste" kommt an
Eine berühmte Melodie aus dem Film "Schindlers Liste" gab Mutter als Zugabe. Die Geigerin arbeitet seit vielen Jahren mit dem 93-jährigen US-Amerikanischen Komponisten John Williams zusammen und wünscht sich durchaus noch mehr Adaptionen seiner Filmmusik für Violine: "Ich finde, 'Catch Me If You Can' ist ein Film, dessen Musik so fantastisch ist, dass ich wünschte, es würde sich für Geige adaptieren lassen. Das wäre vielleicht einer der Filme, die ich jetzt nennen würde", so Mutter.
"'Munich' fand ich auch spektakulär, weil Williams auf weite Strecken keine Musik einsetzt. Wenn er Musik einsetzt, dann dramaturgisch wahnsinnig effizient - manchmal ist Schweigen oder die Pause in einer Komposition nichts Zufälliges. Dramaturgisch ist es ein genauso wichtiges Element, wie die Musik selbst."
Besucherzahlen fast auf Vor-Corona-Niveau
Nicht nur dieses Konzert war ausverkauft, betont Haselböck: "Es war ein sehr guter Sommer für uns", betont sie. Mehr als ein Drittel der Konzerte seien ausverkauft gewesen. "Wir haben um die 67.000 Besucherinnen und Besucher für die Festspiele begeistern können. Wir bewegen uns wieder aufwärts in die Rekordhöhen von vor Corona. Das freut mich besonders. Mich freut auch, dass die großen Blockbuster-Konzerte in der Publikumsgunst zurück sind."
Zwei Konzerte in der Reithalle in Redefin seien ausverkauft gewesen. Haselböck hebt auch das Open-Air-Konzert im Schloss Bothmer mit der NDR Bigband und mit 2.700 begeisterten Menschen im Publikum hervor.
Erinnerung an das Rauschen im Wald von Mirow
Für Anastasia Kobekina endet jetzt ein Festspielsommer, bei dem sich die inzwischen 31-Jährige austoben konnte - künstlerisch und musikalisch. "Wenn ich immer wieder machen würde, was ich schon gemacht habe, würde mir so langweilig. So eine Residenz ist eine unglaubliche Chance, Sachen auszuprobieren, neue Stücke auszuprobieren. Ich möchte nicht Wege laufen, die ich schon kenne. Ich möchte Neues." Was für sie von diesem Sommer bleibt: die Erinnerung an das Rauschen der Bäume im Wald bei Mirow. Dort hat sie Musik von Bach gespielt.